Täglich ein Gedicht

Hagen. (anna) Sie selbst hält sich eher für schüchtern, auch wenn sie auf andere sehr selbstbewusst und zielstrebig wirkt. Selina Rolih aus Wehringhausen besucht die Gesamtschule Haspe in der 9. Klasse. Sie hat nicht viel Kontakt zu Gleichaltrigen, sie ist lieber für sich „und zieht ihr Ding durch“, sagt sie: Musik hören, Zeichnen und Gedichte schreiben gehören dabei zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.

Im März dieses Jahres hat das Mädchen sein erstes Gedicht verfasst. „Es war nach einem Alptraum, der mich sehr beschäftigte“, erzählt Selina, „mir kamen plötzlich Reime in den Kopf und ein ungeheures Verlangen, diese aufzuschreiben. So entstand mein erstes Werk und ich fand es richtig toll.“

Seitdem kommen Selina fast täglich Reime in den Kopf, die sie sofort zu Papier bringt – und das ganz klassisch mit Bleistift. Wenn sie reimt und schreibt, gibt sie ihren Gefühlen und Gedankengängen Raum, verarbeitet Schmerz und Traurigkeit, aber auch Hass und Liebe.

Meist sind es Paarreime mit vier Zeilen und vier Strophen. Als Markenzeichen kopiert sie eine Mondsichel über ihre lyrischen „Ergüsse“. „Die Mondsichel passt inhaltlich ganz gut zu dem, was ich ausdrücken will“, ist Selina überzeugt. Die Eltern verwundert die Entwicklung ihrer Tochter, sie bestätigen ihre Tochter aber in ihrem Tun. Auch wenn das für ein Mädchen in diesem Alter eher ungewöhnlich ist.

Job für Führerschein

Von ihrer Zukunft hat Selina genaue Vorstellungen. Nach dem Abitur möchte sie gerne Jura studieren. Und einen Traum würde sie sich gerne zum 16. Geburtstag erfüllen: Selina möchte unbedingt einen Motorradführerschein machen, ihr fehlt aber das nötige Kleingeld. „Ich brauche dringend einen Job“, meint Selina, die schon in einem Eiscafé und auf einem Bauernhof gearbeitet hat. Vielleicht hat ja jemand eine Tätigkeit für das junge Mädchen?