Taubenquälerei am Elbersufer

Diese verletzte Taube wurde am letzten Mittwoch im Bereich Rathausstraße/ Ecke Elbersufer gesichtet. Sie hatte einen Pfeil im Rücken und im Auge und musste eingeschläfert werden. (Foto: Tierschutzverein Hagen)
Diese verletzte Taube wurde am letzten Mittwoch im Bereich Rathausstraße/ Ecke Elbersufer gesichtet. Sie hatte einen Pfeil im Rücken und im Auge und musste eingeschläfert werden. (Foto: Tierschutzverein Hagen)

Hagen. (anna) Tauben entzweien unsere Gesellschaft seit eh und je. Der eine ist genervt von den pickenden, alles verdreckenden Vögeln. Der andere fließt vor Mitleid dahin, wenn er die nach Futter suchenden Tiere erblickt. Auch ihre hohe Vermehrungsbereitschaft bringt der Taube nicht gerade Sympathie ein. Trotzdem hat keiner das Recht, diese Tiere zu misshandeln und zu quälen, so wie jetzt geschehen:

Am Mittwoch erhielt der Tierschutzverein einen Anruf von einem Mann, dessen Büro sich am Elbersufer befindet. Der Anrufer hatte in der vierten Etage des Hauses zwei schwer verletzte Tauben entdeckt und war schockiert. Die Tauben waren von Pfeilen regelrecht durchbohrt.

Die Taubenschützer konnten die verletzten Tiere einfangen. Eine Taube hatte einen Pfeil im Rücken und einen im Auge stecken. „Unfassbar, was dieses Tier aushalten musste“, meint Tierschutz-Vereinsvorsitzende Birgit Ganskow. Nach eingehender Untersuchung stand fest, dass man dem Tier nicht mehr helfen konnte. Der Pfeil im Auge war nicht zu entfernen. So entschloss man sich, den Vogel einzuschläfern.

„Die zweite schwer verletzte Taube ist vielleicht zu retten“, erklärt Ganskow. Sie fragt: „Wer hat gesehen, dass jemand mit Pfeilen auf Tauben schießt, eventuell mit einem Blasrohr?“ Der Tierschutzverein will jetzt eine Belohnung aussetzen – für einen Hinweis, der zur Ergreifung des Täters führt – und wird Anzeige wegen Tierquälerei erstatten.

Dass es immer wieder Konflikte um Tauben gibt, ist der Vereinsvorsitzenden Birgit Ganskow, die schon viele dieser Vögel vor einem qualvollen Tod bewahrt hat, sehr wohl bewusst. „Aber es geht nicht an, dass wir wegsehen, wenn verletzte oder verstümmelte Tiere sich über den Asphalt schleppen.“ Deshalb ihr Appell: Wer mitbekommt, dass Tauben von Menschen gequält werden, muss das städtische Umweltamt oder die Polizei von diesem Vorfall in Kenntnis setzen.

Wer Hinweise auf den/die Täter mit dem Blasrohr machen kann, soll sich beim Tierschutzverein Hagen und Umgebung melden unter Telefon 02331 / 406-661, E-Mail: info@tierschutzverein-hagen.de.