Teilen statt Tonne: „Foodsharing“ in Hagen

Tabea Dölker (l.) und Silvia van Loosen sind gemeinsam mit Yvonne Stein Initiatoren und ausführende Kräfte von „Foodsharing Hagen“. (Foto: Christina Schröer)

Tabea Dölker (l.) und Silvia van Loosen sind gemeinsam mit Yvonne Stein Initiatoren und ausführende Kräfte von „Foodsharing Hagen“. (Foto: Christina Schröer)

Hagen. (cs) Eine Kiste Sprite mit Mindesthaltbarkeitsdatum September 2017 abzugeben – so lautet die neuste Online-Offerte von „Food­sharing Hagen“. Und genau so hat auch alles begonnen: Früher haben die sogenannten „Foodsaver“ (dt. Lebensmittelretter) im Internet die Lebensmittel angeboten, die sie selbst zwar nicht mehr verbrauchen konnten, die jedoch nicht in die Tonne wandern sollten. Solche Einträge gibt es immer noch. Aber mittlerweile gibt es Foodsharing in Hagen nicht mehr allein online, sondern auch zum Anfassen. Denn seither holen engagierte Menschen wie Silvia van Loosen, Tabea Dölker und Yvonne Stein in regelmäßigen Abständen Lebensmittel aus zwei Wehringhauser Bio-Geschäften ab, um sie vor dem Weg in den Abfall zu bewahren.
„Auch wenn ausgerechnet diese beiden Geschäfte schon sehr darauf achten, nicht zu verschwenden, kommt es trotzdem vor, dass am Abend etwas übrig bleibt“, so Silvia van Loosen. Ziel: Lebensmittel retten Das übergeordnete Ziel von „Foodsharing“ ist es, Lebensmittel zu retten. „Wir holen zum Beispiel Lebensmittel ab, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, aber noch essbar sind“, erklärt Tabea Dölker. Damit unterscheidet sich das „Food- sharing“ grundsätzlich von Einrichtungen wie der Suppenküche oder der Tafel, deren Grundgedanke die Versorgung von Bedürftigen ist.
Silvia van Loosen erklärt: „Die Dinge, die wir in Wehringhausen abholen, dürfte die Tafel gar nicht mehr annehmen. Für die Zukunft wünschen wir uns Kooperationen mit diesen Institutionen, noch sind wir jedoch nicht dazu gekommen, auf die Verantwortlichen zuzugehen.“ Retter und Verteiler gesucht Bisher werden „gerettete“ Waren in Hagen bei genau einem „Fairteiler“ angeboten. „Zur Zeit steht uns ein Kühlschrank in ‚Onkel Jo sein Laden‘ (Mittelstraße 8) zur Verfügung, um die Lebensmittel wieder unter die Leute zu bringen“, so Tabea Dölker. Die Zusammenarbeit mit Inhaber Johannes Müller liefe zwar prima – zur Jeans oder zum T-Shirt gibt es nämlich auch schonmal ein wenig Gemüse dazu –, dennoch sind die Organisatoren dringend auf der Suche nach weiteren Verteilstellen. „Wir freuen uns wirklich über jeden, der sich für Foodsharing in Hagen engagieren möchte – und sei es nur, um zu essen“, so Tabea Dörkel. Kontaktaufnahme Wer auch gerne Lebensmittelretter, -verteiler, -abholer oder einfach nur Teil der Aktion „Foodsharing“ werden möchte, kann über hagen@lebensmittelretten.de oder die Facebookgruppe „Foodsharing Hagen“ Kontakt aufnehmen. Allgemeine Informationen zum neuen Trend gibt es unter Foodsharing.de.