"Teilhabe durch Arbeit"

Hagen. Mahmut Gercek aus Hagen nimmt sein Motto „Ein Tag ohne Fußball ist ein verlorener Tag“ ernst. Der 33-Jährige setzt sich nicht nur in seiner Freizeit als ehrenamtlicher Trainer einer Jugendmannschaft, sondern nun auch beruflich mit dem Thema Fußball auseinander. Dank der Aktion Mensch, die sich mit der Förderung von sozialen Projekten und Aktionen für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung einsetzt, wurde es möglich.

In Witten und Hagen wurde das Projekt „Teilhabe durch Arbeit“ im Laufe der letzten 24 Monate unterstützt und von den Kooperationspartnern QuaBeD gGmbH in Witten und dem Caritasverband in Hagen umgesetzt. Ende dieses Jahres läuft es jedoch aus. „Teilhabe durch Arbeit“ versucht Menschen, die zu 100 Prozent erwerbsgemindert sind, aber trotzdem einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen wollen, in eine Tätigkeit zu vermitteln.

Mahmut Gercek ist halbseitig gelähmt und dadurch sind sein Arm und sein Bein motorisch beeinträchtigt. Der Bürokaufmann und dreifache Familienvater arbeitete bis zu einem Unfall vor einigen Jahren in seinem erlernten Beruf. Nach dem Unfall musste er seine Lebensstrukturen neu ordnen. Über die Caritas Hagen erfuhr er von dem Projekt „Teilhabe durch Arbeit“ und nahm die Möglichkeiten wie EDV-Schulungen und Bewerbungstraining wahr.

Hobby und Beruf vereint

Vor Kurzem sprach Jutta Bieber, die bei der Caritas in Hagen für das Projekt zuständig ist, Mahmut Gercek an, ob er Interesse hätte, sich beim Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zu bewerben. Da er sich  bereits seit einigen Jahren in seiner Freizeit als Fußballspieler und auch – zunächst als Betreuer der Jugendmannschaft des PSV Hagen und später als Jugendtrainer der Mannschaft Spielvereinigung Hagen 1911- dem Thema Fußball widmet, war seine Begeisterung für dieses Angebot sofort geweckt. Er schickte seine Bewerbungsunterlagen ab und wurde dann neben mehreren Mitbewerbern zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, mit Erfolg. Seit dem 1. Oktober arbeitet Mahmut Gercek beim Deutschen Fußballmuseum als Gästeführer und ist dort für einige weitere Aufgaben verantwortlich.

Seine neue berufliche Tätigkeit und sein Engagement in der Fußballfreizeit ergänzen sich großartig. Sein Interesse für die Geschichte des deutschen Fußballs und seine ehrenamtliche Arbeit mit der F-Jugendmannschaft, die er gekonnt zu motivieren weiß und die sogar die Herbstmeisterschaft erreicht hat, fanden eine gelungene Kombination.

Jutta Bieber vom Caritasverband Hagen blickt auch zufrieden auf die vergangenen Monate ihrer Arbeit in dem Projekt „Teilhabe durch Arbeit“ zurück. „Es war schön, diese Entwicklung in einem Projekt zu begleiten, das Rücksicht auf die berufsbiografische Seite nimmt. Und Herr Gercek hat mit seiner Zielstrebigkeit und seinem Engagement sowohl im beruflichen als auch im ehrenamtlichen Bereich große Erfolge erreicht. Uns sein Motto gilt für alle Tage der Woche – es gibt keinen verlorenen Tag“.