Telefonaktion: Sexuell übertragbare Krankheiten – Wo lauert die Gefahr?

Telefonaktion - Sexuell übertragbare Krankheiten
Kondome schützen vor Sexkrankheiten. (Fotos: Berliner Pressebüro)

Hagen. Dank spezieller Medikamente haben die 85.000 Menschen, die in Deutschland mit einer HIV-Infektion leben, eine fast normale Lebenserwartung. Sie können ihren Alltag gestalten wie andere Menschen mit einer chronischen Erkrankung auch. Doch aktuelle Daten zeigen, dass es für Teile der Bevölkerung im Umgang mit HIV-positiven Menschen immer noch Unsicherheiten gibt. Sie befürchten vor allem, sich selbst mit dem Virus zu infizieren.

Kann man sich beim Küssen mit HIV infizieren? Ist man in der Sauna, auf öffentlichen Toiletten oder im Schwimmbad vor Ansteckung sicher? Wie kann man sich beim Sex vor HIV, Chlamydien, Tripper oder Syphillis schützen? Welche Anzeichen deuten darauf hin, dass man sich eventuell infiziert hat? Welche Therapien gibt es?

Während einer Telefonaktion werden all diese Fragen zu sexuell übertragbaren Infektionen beantwortet: Gesprächspartner sind die Beraterinnen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Dr. Dorothee Köpsell und Heike Roß-Helmig.

Die Telefone sind am Donnerstag, 22. November, von 14 bis 16 Uhr unter der Kölner Festnetz-Nummer 0221 / 892031 geschaltet. Anonymität ist selbstverständlich garantiert.

Unsicher? – Zum Arzt!

Nicht nur weltweit, auch in Deutschland steigt die Zahl der Personen, die sich beispielsweise mit Syphillis oder Chlamydien infizieren. Nur wenige sind sich der Ansteckungsgefahr beim Sex bewusst, wie eine aktuelle Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigt. Von den Menschen, die unsicher waren, ob sie sich angesteckt haben könnten, suchten nur etwas mehr als die Hälfte einen Arzt auf. Dabei sind fast alle sexuell übertragbaren Infektionen (STI) heilbar – wenn man bei Verdacht auf eine Ansteckung rechtzeitig zum Arzt geht und eine entsprechende Therapie eingeleitet wird. Außerdem kann man sich gegen alle Krankheiten – auch gegen das Aids-Virus – effektiv schützen.

Mehr als nur Kondome

Neben Kondomen, die zuverlässig vor HIV schützen und das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) stark senken, gibt es weitere Maßnahmen für Safer Sex. Dazu gehören unter anderem die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen und das Chlamydien-Screening für junge Frauen bis 25 Jahre. Relativ neu ist die Prä-Expositionsprophylaxe. Dabei nehmen Menschen mit einem hohen Ansteckungsrisiko ein Medikament ein, um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.

 

Telefonaktion - Sexuell übertragbare Krankheiten
Expertin Heike Roß-Helmig.
Telefonaktion - Sexuell übertragbare Krankheiten
Expertin Dorothee Köpsell.