Telefonaktion zur Organspende: große Resonanz

Hagen. (BirMa) Die wochenkurier-Telefonaktion zur Organspende fand am Donnerstag, 11. April 2013, große Resonanz. Kirsten Schütte und Silke Singer, beide Beraterinnen vom Infotelefon Organspende – einem Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Stiftung Organtransplantation und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung -, beantworteten die Fragen:

Wie viele Menschen kommen überhaupt als Organspender in Frage? Der Hirntod ist doch äußerst selten, oder?

Ja, jährlich sterben in deutschen Krankenhäusern rund 400.000 Menschen, davon nur etwa ein Prozent am Hirntod. Vom Hirntod spricht man, wenn die Gehirnfunktionen bereits erloschen sind, das Herz-Kreislauf-System aber durch eine Intensivtherapie noch künstlich aufrechterhalten werden kann.

Wie wird festgestellt, ob man wirklich hirntot ist?

Mittels Funktionsprüfung der verschiedenen Hirnteile lässt sich der Nachweis einer unumkehrbaren Schädigung erbringen. Die gesamten Untersuchungen müssen von zwei Medizinern unabhängig voneinander durchgeführt und protokolliert werden. Um Interessenskonflikte auszuschließen, dürfen diese beiden Mediziner nicht an der Organ- und Gewebeentnahme beteiligt sein.

Käme ich mit meinen 67 Jahren noch als Spender infrage?

Ja, denn entscheidend ist immer das biologische, nicht das kalendarische Alter. Der älteste Spender im letzten Jahr war 96 Jahre alt. Ob gespendete Organe oder Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, kann ohnehin erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch überprüft werden.

Wird irgendwo registriert, dass ich mich für eine Organspende entschieden habe?

Nein, es genügt, wenn man einen Ausweis ausfüllt und diesen stets bei sich trägt, zum Beispiel im Portemonnaie. Man sollte auch die Familie über die Entscheidung informieren.

Ich habe in meiner Patientenverfügung eigentlich ausgeschlossen, dass ich durch Geräte weiter am Leben erhalten werde. Aber Organspender würde ich schon sein wollen. Wie geht das?

Hierzu wird folgende Formulierung empfohlen: „Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor.“

Wie sichert man, dass bei der Organvermittlung nicht mehr manipuliert werden kann?

Am 8. März 2013 dieses Jahres traten neue Richtlinien der Bundesärztekammer in Kraft. In allen Transplantationszentren entscheidet jetzt eine Konferenz über die Aufnahme von Patienten in die Warteliste. Damit soll sicher gestellt werden, dass keine Manipulationen von Laborwerten mehr stattfinden können. An der Konferenz sind mindestens drei Personen beteiligt. Eine von ihnen muss von einer medizinischen Fachrichtung kommen, die keine Verbindung zur Transplantationsmedizin hat und sie muss dem ärztlichen Direktor der Klinik direkt unterstellt sein.

Organspende-Ausweise und Informationsmaterial können unter dem gebührenfreien „Infotelefon Organspende“, Rufnummer 0800 / 9040-400, bestellt werden. Per E-Mail geht das unter order@bzga.de sowie unter infotelefon@dso.de, im Internet unter www.organspende-info.de oder www.dso.de, per Fax unter 0221 / 899-2257 sowie per Post bei der BZgA, 51101 Köln oder über die DSO, Deutschherrnufer 52, 60594 Frankfurt am Main.