THG-Schüler erlebten ein wunderbares Namibia

Hagen. (Red.) Während daheim fröhlich Karneval gefeiert wurde, weilte im Februar eine 22-köpfige Delegation des hiesigen Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) in Wind- hoek, der Hauptstadt des im südlichen Afrika gelegenen Staates Namibia.
Zum einen besuchten die 19 Schüler und ihre Lehrkräfte Cathrin Wedell, Victor Nersthaimer und Tobit Schneider die THG-Partnerschule, das „Private Windhoek Gymnasium“. Zum anderen hatten sie sich aber auch in die 8.286 Kilometer entfernte Großstadt aufgemacht, um ihre Förderschule, die „St. Barnabas Primary School“, zu unterstützen.

Dritte Reise nach Namibia

Nach 2012 und 2014 war dies die bereits dritte Reise von THG-Schülern in das Land, das von 1884 bis 1915 die deutsche Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ war.
Für die Schüler waren es ganz besondere Tage, in denen sie in den Gastfamilien ihrer Austauschschüler untergebracht wurden und sowohl in das Familienleben als auch in den namibischen Schulunterricht schnuppern durften. Bereits hier füllte sich der eben erst ausgepackte Koffer mit einer großen Portion namibischer Kultur und vielen neuen Eindrücken. So berichteten die Schüler beim abendlichen, von der Schule organisierten Braai (Grillabend) vom Gebet vor dem Essen und der Dankbarkeit für den gerade erlebten Regen. Aber auch die hohen Mauern und elektrischen Zäune, die vor Einbrechern schützen sollen, die Fleischmengen in der namibischen Esskultur, die pausenlosen Bring- und Abholdienste der Eltern (da es kein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz gibt) und überdies die Schuluniformen sowie der immense Stolz der Schüler auf ihre Schule, der etwa durch ein eigenes Schullied zum Ausdruck gebracht wird, waren besondere Eindrücke für die Hagener.

Grundschule im Township

Am vierten und fünften Tag stand für die THG-Gruppe der Weg nach Katutura, was übersetzt „Der Ort, an dem man nicht leben möchte“, bedeutet, an. Auf die Tage in dem Township, das etwa die Größe Hagens hat, hatten die Schüler der Namibia-AG lange gewartet: Seit vergangenem Sommer hatten sie mit der Hilfe des Vereins „Namibia 2012“ Sponsorengelder für die hier ansässige Grundschule St. Barnabas gesammelt.
Bisher nehmen die Schüler dort ihre Mahlzeit auf dem Boden sitzend ein, schutzlos der Sonne ausgesetzt. Dagegen wollen die Hagener etwas tun. In Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro wurden bereits erste Konzeptionen für eine Schulküche und Sitzgelegenheiten mit der namibischen Schulleitung besprochen. „Am Tag unseres Besuchs bereiteten wir Sandwiches vor, die diese sonst nicht so häufig bekommen. Normalerweise steht fast täglich Haferbrei auf der Speisekarte“, berichtete Tobit Schneider vom ersten Besuch in Katutura.
Am zweiten Tag entwarfen die THG-Schüler ein Bild für eine Schulwand, auf der sich die kleinsten Grundschüler mit ihren Handabdrücken verewigen durften. Doch beeindruckender als die gute Tat war der herzliche Kontakt zwischen den Schülergruppen. So umarmten die ausschließlich farbigen Kinder voller Dankbarkeit die THG-Schüler, strichen den Hagener Mädchen interessiert durch die blonden Haare, befühlten die andersfarbige Haut.
„Ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst. Das Strahlen in den Augen der Kinder, als wir Äpfel und Süßigkeiten verteilten, lässt einen demütig werden angesichts des Überflusses, in dem wir leben“, lautet der Eindruck von Lehrerin Cathrin Wedell, die zum ersten Mal die Gruppe begleitete.

Weiß und Reich

Nachdem die Schüler das arme, vornehmlich von Schwarzen bewohnte Katutura kennengelernt hatten, hielt das folgende Wochenende mit dem teils luxuriösen Leben der weißen Gastfamilien ein starkes Kontrastprogramm in ihren Gastfamilien bereit.
Manche Schüler verbrachten die Tage auf Farmen – teilweise mit einer größeren Grundfläche als Hagen. Andere Familien mieteten für das Wochenende Ferienwohnungen in Nationalparks. Und auch hier hieß es wieder, massenweise Eindrücke und Erfahrungen in den Koffer zu packen: Giraffen, Elefanten, Antilopen und Affen in freier Wildbann zu sehen, das waren nur einige der vielen Highlights.
Doch als selbstverständlich betrachteten die deutschen Schülerinnen und Schüler diese Reise nicht. So berichtet ein Teilnehmer beispielsweise:  „Ich habe die letzten Ferien jeweils gearbeitet und die Hälfte der Fahrt selbst bezahlt.“ Andere Schüler sparten schlichtweg lange Zeit ihr Taschengeld auf, um die Reise zu finanzieren.
Alles in allem blickt die Gruppe gemeinsam auf wunderbare Tage in Namibia zurück, die gefüllt waren mit Eindrücken, Erfahrungen, Bildern und Gerüchen. Erinnerungen, die viele wohl prägen und ihr ganzes Leben begleiten werden.