Zu einfach

Donnerwetter! Die Amis sind von einer Rating-Agentur herabgestuft worden. Es gibt leise Zweifel, ob die USA ihren gigantischen Schuldenberg jemals wieder abtragen können. Seitdem spielen weltweit die Börsen verrückt.

Von einer Herabstufung ist unser Land noch ein Stückchen entfernt, obwohl die „Öffentliche Hand“ auch in Deutschland alpine Schuldenberge aufgetürmt hat, die höchsten in Europa. Hoffentlich gibt es da nicht beizeiten ein böses Erwachen. So wie schon in manchen Städten, die längst am Hungertuch nagen. Bremen etwa. Oder Oberhausen. Und natürlich Hagen.

Letzte Woche berichtete die Frankfurter Allgemeine über die hohen Schulden etlicher Rhein-Main-Städte. Dort wird auch nicht besser gewirtschaftet als bei uns im Ruhrgebiet. In Darmstadt sind die Kassen so leer wie an der Volme. Ebenso in Offenbach. Trotzdem haben die Offenbacher bei einem Schulsanierungsprogramm über 80 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Wahnsinn.

Es ist immer wieder erstaunlich und ärgerlich, wie lax unsere Politiker und Beamten mit unseren Steuergeldern umgehen.

Beispiel Hagener Krematorium. Seit Jahren fordern Behindertenverbände einen besseren Zugang zur Trauerhalle. Vor einigen Monaten ist eine Rampe bewilligt worden. So weit, so gut. Der Haken: das „gute Stück“ verschlingt mehrere hunderttausend Euro. Unglaublich.

Noch irrsinniger wird die Angelegenheit, wenn man sieht, dass es eigentlich schon eine nutzbare Rampe gibt. Sie erschließt die linken Nebengebäude. Lediglich an zwei, drei Stufen fehlen noch einige kleine Stahlplatten. Damit könnte jeder Rollstuhlfahrer von hinten in die Trauerhalle gelangen. Diese Platten kosteten kaum Geld und hätten längst angebracht werden können. Tilo hat es sich von einem Fachmann bestätigen lassen.

Aber nur ein paar billige Platten… –  das wäre wahrscheinlich viel zu einfach…

Oma sagte immer: „Mit Geld wird vieles gekauft, was man sich schenken kann.“ Vor allem, wenn es nicht das eigene Geld ist, sondern nur Steuergeld…

Tilo