Tod durch Alkohol

Hagen/EN-Kreis. (je) Erfreuliche Zahlen konnte der „Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ (IT.NRW) am vergangenen Montag melden. Eigentlich. Denn während landesweit 2013 die Zahl der Todesfälle durch Drogenkonsum um 1,5 Prozent fiel, wurden in Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis enorme Anstiege verzeichnet.

Wurden 2012 in Hagen noch 41 Personen zum Opfer ihres Drogenkonsums, waren es 2013 insgesamt 53. Das bedeutet einen Anstieg um fast 30 Prozent. Zehn Jahren zuvor hatte die Volmestadt gar „nur“ 38 Drogentote zu beklagen – aber auch über sieben Prozent (sprich etwa 16.000) Einwohner mehr, was den Anstieg noch dramatischer macht.

Im EN-Kreis ist die Entwicklung vergleichbar schlimm. Die Zahl der Drogentoten stieg von 61 Personen im Jahr 2012 auf 79 im Jahr 2013, was ebenfalls einen Anstieg um fast 30 Prozent bedeutet. Vor zehn Jahren hatte der Kreis 68 Drogentote zu beklagen – aber ebenfalls fast sieben Prozent Einwohner mehr.

Besonders Alkohol

Die tödlichste Droge ist überall – und damit natürlich auch bei uns – nach wie vor der Alkohol. 48 von 53 drogenbedingten Todesfällen in Hagen sind direkt auf die Folgen von Alkoholkonsum zurückzuführen. Im EN-Kreis sind es 75 der kreisweiten 79 Drogentoten. Mit einem Anteil von 90 Prozent in Hagen bzw. sogar 95 Prozent zwischen Ennepe und Ruhr liegt dieser Wert sogar noch deutlich höher als im restlichen Nordrhein-Westfalen (knapp 88 Prozent). Psychotrope Substanzen oder Betäubungsmittel spielen hingegen bei den Drogentoten nur eine Nebenrolle.

Besonders erschreckend wirken die Zahlen auch im Vergleich mit anderen Städten und Regionen. So wurden etwa in Düsseldorf mit seinen 594.000 Einwohner insgesamt 77 Menschen durch ihren Alkoholmissbrauch aus dem Leben gerissen – also nur zwei mehr als im 322.000 Einwohner zählenden Ennepe-Ruhr-Kreis. Münster, mit 296.000 Einwohnern etwas kleiner als der EN-Kreis und deutlich größer als Hagen, betrauert gar „lediglich“ 33 Alkoholtote im Jahr 2013.

Der Anteil der Drogentoten an den gesamten Todesfällen liegt in Hagen bei über zwei Prozent – ein trauriger Spitzenwert, der nur noch in Oberhausen „übertroffen“ wird.

In der Region

Schaut man in die Städte und Kreise im Umland, dann stellt man dort jedoch etwas andere Entwicklungen fest. In Dortmund gab es im Vergleich von 2012 zu 2013 einen deutlichen Rückgang der Drogentoten um über 21 Prozent, insbesondere bei den Alkoholtoten. Landesweit ein Spitzenwert. Im Märkischen Kreis konnte ebenfalls ein Rückgang der Alkoholtoten um über acht Prozent verzeichnet werden, die Zahl der Opfer von Betäubungsmitteln blieb hingegen mit 13 Prozent stabil und vergleichsweise sehr hoch. Im Kreis Unna, in dem auch das benachbarte Schwerte liegt, sank die Zahl der Alkoholtoten ebenfalls – mit 23 Prozent sogar noch mehr als in Dortmund. Einen leichten Anstieg bedauert man hier jedoch bei den Opfern anderer Drogen.