Top-Clubs geben sich ein Stelldichein

Jason Crowe deutete an, wie wichtig er für Phoenix werden kann. Allerdings war die Eingewöhnungszeit nach seiner Ankunft einfach zu kurz. Immerhin waren es gegen Bonn aber schon 7 Punkte, 5 Rebounds, 5 Assists und 5 Steals für den neuen Guard. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Binnen zwei Wochen trifft Phoenix Hagen in der Beko-Basketball-Bundesliga auf das vor Saisonbeginn designierte Triumvirat aus Meister Brose Baskets, Vizemeister Alba Berlin und Super-Aufsteiger Bayern München. Den Auftakt machen die Albatrosse aus der Hauptstadt, die am Sonntag, 16. Oktober 2011, um 17 Uhr zu Gast in der Enervie-Arena am Ischeland sein werden.

Alba Berlin hat sich neu ausgerichtet, um in der Saison 2011/2012 endlich wieder nach dem Titel zu greifen. Der Start verlief allerdings ein wenig holperig. In der Euroleague-Qualifikation scheiterte das Team des neuen Trainers Gordon Herbert, der aus Frankfurt an die Spree wechselte, an den Belgiern von Spirou Charleroi. Eine Woche später unterlagen die Berliner im ersten Spiel der Beko-BBL mit 69:71 in Bremerhaven.

Nicht zu halten von den Bonnern war Zygimantas Jonusas, der gegen Bonn eindrucksvoll seine Rolle als Führungsspieler unterstrich: Der Litauer war mit 37 (!) Punkten, 4 Rebounds und 2 Steals der überragende Spieler auf dem Parkett. Allerdings konnte auch er die Phoenix-Niederlage nicht verhindern. (Foto: Jörg Laube)

Nur zugeschaut

Verloren ging die Partie im Norden im Schlussabschnitt. „Im dritten Viertel haben wir sehr gut agiert. Im Schlussabschnitt allerdings haben uns die Eisbären den Schneid abgekauft. Bremerhaven war in dieser Phase aggressiver und hat die zahlreichen Ballgewinne eiskalt in leichte Punkte umgemünzt. Wir hingegen haben nur noch zugeschaut“, analysierte Gordon Herbert.

Verblieben sind vom Berliner Team des Vorjahres unter anderem die vier Nationalspieler Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, Sven Schultze und Yassin Idbihi, dazu die US-Boys Derrick Allen und Bryce Taylor. Mit den amerikanischen Guards DaShaun Wood (wechselte mit Coach Herbert aus Frankfurt nach Berlin) und Kyle Weaver (aus Charleroi) sowie mit 120 kg-Center Torin Francis (aus Athen) kamen namhafte Neuzugänge.

Nur einer war stark

Phoenix Hagen knabbert indes an der 83:95-Niederlage gegen Bonn im ersten Heimspiel. Nur für einen Feuervögel war es ein halbwegs gelungener Abend. Der litauische Forward Zygimantas Jonusas glänzte mit 37 Punkten. Ein Trost war das allerdings kaum für den 29-Jährigen: „Meine Statistik war gut, aber ohne zu siegen ist das nichts wert. Es wäre schön, wenn ich meine 37 Punkte einfach gegen einen Sieg eintauschen könnte. Das würde ich sofort tun!“ Einmal hatte Jonusas in der litauischen Liga 40 Punkte in einem Spiel gemacht: „Das ist aber das einzige Erlebnis, das an das vom letzten Samstag herankommt.“

Headcoach Ingo Freyer (r.) und Co-Trainer Steven Wriedt versuchten alles, aber Bonn hatte am Ende die Nase vorn. Freyer: „Wir waren eigentlich gar nicht so schlecht heute, unser großer Fehler ist, dass wir nicht konzentriert genug sind über 40 Minuten. Wir haben sechs, sieben ganz überflüssige Turnover gemacht.“ (Foto: Jörg Laube)

Nicht gut organisiert

Es waren viele kleine Unkonzentriertheiten, die Phoenix die Siegchance gegen die starken Bonner raubten. Das sah auch Trainer Ingo Freyer so, der aber auch Positives entdeckt hat: „Wir waren eigentlich gar nicht so schlecht, viel besser als noch in Braunschweig. Unser großer Fehler ist, dass wir nicht konzentriert genug sind über 40 Minuten. Wir haben sechs, sieben ganz überflüssige Turnover gemacht. Wir sind in einigen Momenten nicht gut genug organisiert. Das sind einfach noch Konzentrationssachen, die wir abstellen müssen. Bonn ist eine gute Mannschaft, darum bin ich nicht so unzufrieden.“

Die kommenden Gegner werden den Feuervögeln das Streben nach Verbesserung wahrscheinlich nicht leicht machen. Nach dem Berlin-Spiel geht es am 22. Oktober zu den Bayern und am 30. Oktober gegen Bamberg. Das sind Teams, denen ein Etat von etwa sieben Millionen Euro nachgesagt wird. Pro Team und Jahr, versteht sich…