Toulouse-Lautrec in Hagen

Hagen. (Red./as) Es ist ein besonderes „Geburtstagsgeschenk“. Eines, das Kunstfreunde selbst von weither nach Hagen locken wird. Zur Fünfjahrfeier der Gründung des Emil-Schumacher-Museums wird im Museum eine umfangreiche Werkschau des berühmten französischen Malers und Graphikers Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) zu sehen sein. Mit dieser Nachricht traten jetzt Dr. Ulrich Schumacher, Stifter und Vorsitzender der Emil-Schumacher-Stiftung, und Rouven Lotz, wissenschaftlicher Leiter des Emil-Schumacher-Museums, an die Öffentlichkeit.

Er hat das Werbeplakat revolutioniert - so wie hier: Henri de Toulouse-Lautrec zeigt die Tänzerin Jane Avril, 1893. (Foto: Sammlung Gerstenberg)
Er hat das Werbeplakat revolutioniert – so wie hier: Henri de Toulouse-Lautrec zeigt die Tänzerin Jane Avril, 1893. (Foto: Sammlung Gerstenberg)

Künstler des späten 19. Jahrhunderts

Ab dem 31. August 2014 wird das 2009 eröffnete Museum die Ausstellung mit Arbeiten von Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901) präsentieren. Damit präsentiert das Emil-Schumacher-Museum den nächsten Klassiker der Moderne. Die Werkschau schließt sich thematisch an die Ausstellung „Nolde/Schumacher – Verwandte Seelen“ an. Während im Herbst 2010 mit der Gegenüberstellung von Emil Nolde und Emil Schumacher der Nähe im Werk beider Künstler nachgespürt werden konnte, wird der französische Belle-Epoque-Künstler Henri de Toulouse-Lautrec nun in einer Einzelausstellung präsentiert.

Eine Parallele im Schaffen von Toulouse-Lautrec und Schumacher findet sich auf dem Gebiet der Graphik. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erreichte Emil Schumacher, der zu Beginn seiner Laufbahn zunächst Werbegrafik studiert hatte, neue und bis heute vorbildliche Lösungen zur Weiterentwicklung der Radierkunst. Bereits 100 Jahre zuvor revolutionierte Toulouse-Lautrec das Werbeplakat und die Technik der Lithographie.

Geschichte eines besonderen Orts

Das Emil-Schumacher-Museum ist im Kunstquartier Hagen mit dem städtischen Osthaus-Museum-Hagen verbunden und stellt sich mit seinen Ausstellungen immer wieder auch der Geschichte dieses besonderen Ortes. Hier wurde 1902 von Karl Ernst Osthaus das Folkwang-Museum gegründet und Künstler wie Toulouse-Lautrec und Vincent van Gogh oder Henri Matisse und viele andere wurden – wie kaum an einem anderen Ort in Deutschland – sehr früh oder sogar zum ersten Mal in einem Museum ausgestellt.

Genau 105 Jahre nach der ersten Ausstellung Toulouse-Lautrecs im seinerzeitigen Hagener Folkwang-Museum – im August des Jahres 1909 – ist die Ausstellung des französischen Künstlers für das noch junge Emil-Schumacher-Museum wie auch für die gesamte Region ein besonderes kulturelles Ereignis im Sommer 2014.