Trauer um Manfred Osthaus

Hagen. (ME) In Bremen ist am 23. Januar 2012 Manfred Osthaus verstorben. Osthaus war ein Enkel des berühmten Hagener Mäzens und Kunstsammlers Karl Ernst Osthaus.

Der 1933 in Rotenburg an der Wümme geborene Manfred Osthaus legte seine Abiturprüfung in Bremen ab und studierte anschließend Architektur an der Technischen Universität Berlin. Sein Diplom erwarb er 1961, sein zweites Staatsexamen 1964 im Bereich Städtebau beim Bausenator in Berlin. Von 1965 bis 1969 war er Leiter des Planungsamtes der Stadt Hameln, dort war die Sanierung der Altstadt ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt.

1979 wurde Osthaus als Nachfolger von Herbert Böhme zum Stadtbaurat in Hagen berufen. In dieser Position verblieb er ein Jahrzehnt – 1989 wurde er vom Bremer Senat zum Staatsrat beim Bausenator berufen. Sein Nachfolger in Hagen im Amt des Stadtbaurats wurde Johann Dieckmann.

In seinen zehn Hagener Jahren erwarb sich Osthaus große Verdienste um den Hohenhof, die van-de-Velde-Gesellschaft und die seinerzeit nicht unumstrittene Wohnumfeldverbesserung in mehreren Stadtteilen. Überdies setzte er sich besonders intensiv für den Ausbau des Radwegenetzes und von Umgehungsstraßen ein.

Osthaus engagierte sich in der Flüchtlingshilfe und der Friedensarbeit. Ferner war er aktiv in kulturellen Institutionen wie der Henry-van-de-Velde-Gesellschaft, wo er auch Vorsitzender war, und dem Essener Museum Folkwang, das von seinem Großvater Karl Ernst Osthaus in Hagen begründet wurde. In der Volmestadt gehörte seinerzeit auch die Förderung des Kinderschutzbundes sowie der alternativen Kulturzentren zu seinen wichtigsten Betätigungsfeldern.