Trauer um „Matze“ – Phoenix Hagen muss in Hamburg ran

Für jeden Hagener Nachwuchsbasketballer war Matthias Grothe Mentor, Vorbild und Vaterfigur. Die Phoenix-Profis Dominik Spohr, Jonas Grof, Jasper Günther und Marco Hollersbacher wollten in dieser Saison an seiner Seite durchstarten. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. (cs) Für die deutsche Basketballszene stand die Welt am vergangenen Dienstag still: Mit nur 39 Jahren hat Matthias Grothe seinen Kampf gegen den Lymphdrüsenkrebs verloren. Bis zuletzt hatte man bei seinem Verein Phoenix Hagen darauf gehofft, dass „Matze“ irgendwann wieder als Cheftrainer an der Seitenlinie stehen würde, hatte gehofft, dass er der Basketballstadt als einzigartige Persönlichkeit erhalten bleiben würde. Doch dieser Traum war am frühen Dienstagmorgen ausgeträumt, als die Verantwortlichen von Phoenix Hagen durch Grothes Ehefrau von seinem Tod erfuhren.

Die Nummer neun

Matthias Grothe war eine Ikone im Hagener Basketball. Von 1998 bis 2002 bestritt er 116 Bundesligaspiele für Brandt Hagen. Seit der Gründung 2004 war er für Phoenix Hagen am Ball, 2009 gelang ihm als Kapitän der Aufstieg in die Bundesliga. Nach einer letzten Saison im Oberhaus beendete er mit dem Klassenerhalt seine Profikarriere. Sein Trikot hängt seitdem unter dem Hallendach, die Nummer 9 wird nicht mehr vergeben. Als Jugendkoordinator und Headcoach des JBBL-Teams schaffte er die Strukturen für die erfolgreiche Jugendarbeit von Phoenix Hagen. Im Februar dieses Jahres wurde Grothe der ProA-Mannschaft als Headcoach präsentiert. Er stellte ein Team rund um die „Hagener Jungs“ Dominik Spohr, Jonas Grof, Jasper Günther und Marco Hollersbacher zusammen. Da sich sein Gesundheitsbild verschlechterte, konnte er die Leitung des Trainings im Sommer jedoch nicht aufnehmen. Dietmar Günther sprang ein, unterstützt von den Co-Trainern Kai Schulze und Alex Nolte. Bis zuletzt kämpfte Matthias Grothe mit voller Unterstützung von Phoenix Hagen für seine Rückkehr.

Nach Vechta kommt Hamburg

Im Anschluss an die erschütternde Nachricht am Dienstagmorgen war nach Gesprächen mit den Verantwortlichen der 2. Basketball-Bundesliga ProA dann schnell klar, dass das geplante Spitzenspiel gegen Rasta Vechta abgesagt wird.

„Am Dienstag war definitiv nicht an ein Spiel zu denken“, so Phoenix-Coach Dietmar Günther, „doch am Sonntag werden wir in Hamburg antreten. Es wäre mit Sicherheit auch in Matthias Sinne, dass wir nach vorn schauen und spielen“. Und so wird es am Sonntag um zehn Uhr für das Team um Kapitän Dominik Spohr zu den Hamburg Towers gehen, wo um 17 Uhr Sprungball ist.

Der Gegner im Profil

Die Hamburg Towers befinden sich aktuell auf Platz vier der Tabelle der 2. Basketball-Regionalliga ProA und wurden am sechsten Spieltag durch die PS Karlsruhe LIONS unsanft aus ihrer Siegesserie gerissen. Dreimal hintereinander regnete es nämlich Meisterschaftspunkte für die Nordlichter der Liga, an Spieltag vier schickten sie die NINERS Chemnitz 80:72 zurück in den Osten, am fünften Spieltag gelang ihnen ein 71:74-Auswärtssieg bei den MLP Academics Heidelberg und vor einer Woche mussten auch die Nürnberg Falcons nach einer 85:72-Niederlage die Hansestadt verlassen. Warum gegen die PS Karlsruhe LIONS an Halloween dann eine bittere 58:91-Niederlage für das Team von Headcoach Hamed Attarbashi auf dem Papier stand, erklärt sich der Towers-Trainer wie folgt: „Karlsruhe war uns einfach in allen Belangen überlegen. Am Sonntag werden wir aber kein zweites derart schwaches Spiel abliefern.“