„Tschüss, bis nächsten Mittwoch!“

Die Schüler treffen sich jeden Mittwoch mit den behinderten Erwachsenen. Mittlerweile sind auch echte Freundschaften entstanden. (Foto: Karin Zimmermann)

Hagen. (ric) Die Schüler der Hauptschule in Vorhalle sind auf die Mithilfe aller angewiesen: Ihr Sportprojekt „Tschüss, bis nächsten Mittwoch!“ ist für den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis des „Deutschen Engagementpreises“ nominiert. Doch um den Preis gewinnen zu können, fehlen ihnen noch einige Stimmen. Bis zum 15. November kann jeder Hagener auf der Internetadresse www.geben-gibt.de/online_voting.html für die Vorhaller Schüler abstimmen und ihren Einsatz belohnen.

Jede Stimme zählt

Bei „Tschüss, bis nächsten Mittwoch!“ handelt es sich um ein integratives Sportprojekt. Die Schüler, die zum Teil aus einem schwierigen sozialen Hintergrund stammen und in ihrem jungen Leben schon einige Hindernisse zu überwinden hatten, treffen sich jeden Mittwoch freiwillig mit schwerstbehinderten Erwachsenen des Bethel-Wohnhauses.

Aufgrund schwerer Krankheiten können sich die Erwachsenen kaum eigenständig bewegen, geschweige denn ohne fremde Hilfe Sport treiben. Doch in diesem Projekt wird gemeinsam und mit viel Freude geturnt. Die Schüler, die zwischen 10 und 18 Jahre alt sind, kümmern sich während der Stunde um die Erwachsenen, leisten aktive Hilfe und bringen eigene Ideen in das Projekt ein.

Durch den gemeinsamen Sport erlernen die Schüler ebenso wie die Erwachsenen auf diese Weise wichtige soziale Kompetenzen wie das Übernehmen von Verantwortung und das Schaffen gegenseitigen Vertrauens. „Mit der Verantwortung für den Anderen und dem Spaß an der Bewegung haben die Schüler die Chance zu zeigen, dass sie etwas leisten können“, sagt die Sportlehrerin der Schüler, Karin Zimmermann.

Die positiven Auswirkungen des Projekts machen sich jedoch nicht nur an den Schülern, sondern auch an den Erwachsenen bemerkbar. „Sie kommen aus ihrer gewohnten Umgebung heraus, erleben ein Stück Normalität“, so Elke Blechschmidt vom Bethel-Wohnhaus. Die Mitarbeiterinnen leisten jedoch noch eine besondere Arbeit: „Da die meisten unserer Bewohner nicht reden können, achten wir besonders auf Mimik und Gestik. Wir vermitteln dann zwischen den Schülern und unseren Bewohnern.“

Echte Freundschaften entstanden

Regelmäßig nehmen auch andere Schüler an den Sportstunden teil. Außerdem sind die Teilnehmenden präsent: So sind sie auf Festen, Sponsorenläufen und Freizeitveranstaltungen mittendrin.

Dabei war das Projekt zu Beginn der Arbeit nur als einmalige Aktion für einen Sponsorenlauf gedacht. Doch schnell wurde erkannt, wie viel Freude und Nutzen die Kooperation mit sich bringt. Mittlerweile haben sich auch echte Freundschaften entwickelt. Die Behinderungen, die Unterschiede und schwierige Lebensumstände sind für Schüler und Erwachsene unbedeutend – manche Kinder sind auch mal im Bethel-Wohnhaus zu Besuch. „Tschüss, bis nächsten Mittwoch!“ ist also mehr als gemeinsamer Sport. Deshalb wird bereits geplant, das Projekt an weitere Schulen, sogar außerhalb Deutschlands, zu übertragen.