„Turbulente Ferien“

Kindheit in den 60er Jahren: Joachim K. Sacharow lässt seine Leserinnen und Leser an „Turbulenten Ferien“ teilhaben. (Foto: A. Schneider)

Hagen. (as) Er schreibt weiter. Nach „Und ist der Handel noch so klein“, ein Roman aus dem Drücker-Milieu, hat Joachim K. Sacharow nun sein zweites Buch vorgelegt. In „Turbulente Ferien“ erinnert der Hagener an seine Kindheit in den Sechzigern. Genauer: An einen Camping-Urlaub bei Opa an der Weser.

Die Anreise war für den Klein-Joachim und seinen Bruder Holger gar nicht weit. Wohnte die Familie damals doch in Achim bei Bremen. Und Opas Bauernhof war schnell mit dem Fahrrad zu erreichen. So war das eben, damals in den Sechzigern. Eine Urlaubsreise, vor allem mit Kindern, war alles andere als alltäglich. Der Trip nach Mallorca, der Club-Urlaub? Von wegen. Aber „alles inklusive“, das gab’s sogar bei den beiden Sacharow-Sprösslingen und ihrer Kinder-Bande: Was Joachim K. Sacharow in seinem Buch beschreibt, waren Ferien inklusive Abenteuer. Ferien inklusive Streiche, die besser nicht nachgemacht werden sollten. Ferien inklusive reichlich „Arsch voll“, wie Sacharow die beinahe tägliche Tracht Prügel nennt.

Von Tür zu Tür

„Turbulente Ferien“ heißt das Buch. Turbulent ist aber auch das gesamte Leben von Joachim K. Sacharow. Geboren im niedersächsischen Achim (nahe Bremen), trat er zunächst beruflich in die Fußstapfen seines Vaters und lernte das Friseurhandwerk. Doch schnell wollte er Neues ausprobieren. Er zog weiter und arbeitete auf einer Werft. Wiederum ein paar Jahre später entdeckte er das Leben des Handelsreisenden für sich. In ganz Deutschland war er unterwegs – immer von Tür zu Tür. Er verkaufte alles: von Versicherungen bis zu Abonnements. Vor 23 Jahren wurde Joachim K. Sacharow in Hagen sesshaft. Und nun schreibt er.

„Turbulente Ferien“ heißt sein zweites Buch. Viele weitere sollen folgen. Bei seinem nächsten Projekt wechselt er wieder das Genre und erzählt eine humoristische Kriminalgeschichte: „Chaoten-Cops“, so der Arbeitstitel. Das Buch soll, wie auch „Turbulente Ferien“, im Nordpark-Verlag erscheinen.

Natürlich ist „Turbulente Ferien“ im Buchhandel und auch im Internet zu bekommen. Doch Joachim K. Sacharow vermarktet sein neuestes Buch auch auf ganz eigene Weise. So wie einst, als er Versicherungen und Co. in der Tasche hatte, zieht er nun mit seinem Buch von Tür zu Tür. „Man kommt ins Gespräch mit den Leuten“, sagt er. „Oft betonen die Menschen, dass ihre Kindheit ganz ähnlich verlaufen ist.“ Sie sind dem Hagener dankbar, dass er die Geschichte seiner Kindheit am Beispiel seiner Ferien aufgeschrieben hat.

Erinnerungen an eigene Kindheit

„Viele Gesprächspartner kommen ins Träumen“, sagt Joachim K. Sacharow. Sie erinnern sich, wie das damals war, als die Freizeit bei Wind und Wetter draußen stattfand und nicht daheim vor dem Computer. Als Kinder spielend einen Handstand machen konnten, Kilometer weit unbeaufsichtigt mit dem Fahrrad herumdüsten und auch schon mal unbequeme Mitschüler am Marterpfahl leiden ließen. Begriffe wie ADHS, Förderunterricht oder Fettleibigkeit im Kindesalter jedoch waren unbekannt.

Natürlich war nicht alles gut, damals, als Kind in den 60er Jahren. Doch vieles ist erinnernswert. „Was ich mir wünsche, ist, dass sich Leser in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen“, sagt Joachim K. Sacharow. „Und dass all diese Leser ihren Enkeln das Buch in die Hand drücken und sagen: ’Lies mal, so war das damals’.“ Sacharow lächelt: „Dann hat sich das Schreiben gelohnt…“