Überwältigende Hilfe von vielen Menschen

Hannelore Rehkemper fiel nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes in ein tiefes Loch. Die Lust zum Weiterleben war ihr verloren gegangen. Viele liebe Menschen kümmerten sich um sie und gaben ihr wieder Zuversicht und Lebensmut. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Leser sagen „Danke“, heißt die neue wk-Serie. Heute bedankt sich die 86-jährige Hannelore Rehkemper aus der Boeler Straße: „Es war der 8. November 2011, als es meinem Mann Helmut gar nicht gut ging. Es war noch warm draußen und wir saßen auf dem Balkon. Er klagte über schlimme Bauchschmerzen“, erinnert sich die Seniorin. „Auch unsere Tochter Ulrike wusste als PTA keinen Rat. Sie rief den Notarzt, der ein Abführmittel verordnete. Gegen Abend wurde die Beschwerden wieder schlimmer und ein zweiter Notarzteinsatz wurde erforderlich.“

Als Helmut Rehkemper sich mit seinen Schmerzen quälte, umringt und gestützt von seiner Familie, traf der Notarzt ein. „Er hat mich, meine Tochter und meinen Schwiegersohn erst einmal rausgeschmissen“, berichtet Hannelore Rehkemper, „damit er meinen Mann untersuchen konnte. Dann kam er zu mir in die Küche und fragte, ob wir eine Patientenverfügung hätten…“ Nur wenige Minuten später konnte der Arzt nur noch den Tod von Helmut Rehkemper feststellen. Er war an einem Bauchaneurysma – das ist eine extrem gefährliche Erweiterung der Schlagader – gestorben.

Für die halbgelähmte Hannelore Rehkemper brach eine Welt zusammen. Ein gutes halbes Jahr lang war sie kaum ansprechbar vor seelischer Pein. „Ich lebte in einem Loch, aus dem ich nicht herauskam“, erklärt sie. Für sie unbegreiflich: nach fast 60 Jahren guter Ehe war ihr Pendant nicht mehr da. „Mein Mann hat mich auf Händen getragen. Er hat mich immer gut versorgt, er hat den Haushalt gemacht, sich um den Müll und andere Sachen im Haus gekümmert. Als er nicht mehr da war, wusste und konnte ich nichts.“

30 Jahre lang spielte der gelernte Techniker Helmut Rehkemper in der Meinolfgemeinde die Orgel, ebenso lange kümmerte sich Hannelore Rehkemper um das Büffet bei kirchlichen Feiern und war zuletzt in der Altenhilfe der Gemeinde tätig. „Wir haben eine unglaublich schöne Zeit bei Meinolf verlebt. Das war plötzlich alles vorbei.“

Alle helfen

„Nach dem Tod meines geliebten Mannes hatte ich keinen Lebensmut mehr“, erinnert sich die gelernte Kindergärtnerin. „Ich war unselbstständig und verzagt. Doch was ich dann an Hilfe erlebte, hat mich wieder aus dem seelischen Tief heraus geholt. Zuerst waren es meine Tochter, mein Schwiegersohn und meine beiden 30-jährigen Enkelinnen, die alles für mich alles stehen und liegen ließen und täglich für mich da waren. Das werde ich ihnen nie vergessen.“

Die ersten Trauergäste waren dann fünf Paare, die sich in der Gemeinde kennen gelernt hatten. Sie besuchten Hannelore Rehkemper damals häufig, um ihr zu sagen, dass sie immer für sie da wären. „Das hat mir viel Halt gegeben.“

Dann erreichte Hannelore Rehkemper eine Flut an Trauer-Briefen. Unzählige Menschen beteuerten darin ihr Mitgefühl und versprachen weitere Hilfe, wenn gewünscht. „Ich konnte mich bei diesen vielen Menschen nie bedanken, das habe ich einfach nicht geschafft, es waren einfach zu viele Briefe. Ich ahnte nicht, wie beliebt mein Mann war, deshalb möchte ich allen Schreibern auf diesem Wege meinen herzlichen Dank aussprechen.“

Nach meinem Willen

Dann sind ihr zwei Damen von der Sparkasse in besonderer Erinnerung geblieben, die sie zu Hause besucht haben. „Die Beiden haben mir liebevoll alles Finanzielle erklärt, Verträge und Konten umgeschrieben und alles Nötige veranlasst, dass ich nun an unser Geld komme“, erinnert sich Hannelore Rehkemper. Damals hat sie in ihrer Not kaum verstanden, was die freundlichen Damen ihr erklärt haben. Sie hat einfach Unterschrift um Unterschrift geleistet, ohne zu wissen, wofür. „Doch es war alles in Ordnung, die Beratung war super und sie haben alles nach meinem Willen gemacht. Auch dafür möchte ich danke sagen. Auch die Leiterin der Malteser, die mich damals besuchte, hat mir neuen Auftrieb gegeben. Mit ihrer herzerfrischenden Art und ihrem ehrlichen Mitgefühl hat sie mich weiter gestärkt.“

Dann gibt es da noch einen iranischen Nachbarn, der wie selbstverständlich Hannelore Rehkempers Müll entsorgt. „Ich stelle alles nur vor die Tür – und schon ist es weg“, freut sich die alte Dame. „Wenn er einkaufen geht, fragt er immer nach, was ich brauche und bringt es mir mit. Dieser Mann ist ein Schatz und der beste Nachbar, den es gibt.“

Danke sagen

Kennen auch Sie jemanden, bei dem sie sich gerne bedanken würden? Haben auch Sie jemanden, der sehr nett zu Ihnen war oder Ihnen geholfen hat? Vielleicht erinnern Sie sich an einen netten Busfahrer oder Müllwerker, eine nette Verkäuferin oder einen freundlichen Handwerker. Vielleicht hat Ihr Hund oder Ihre Katze etwas Besonderes für Sie getan.

Auch wenn die Person, bei der Sie sich bedanken wollen, aus der Familie oder dem Freundeskreis stammt, melden Sie sich:

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