Umfassende Beratung und viele Tipps: Hagener Energiespartage 2017

Dämmschutz lohnt sich auch in alten Gebäuden

Dämmschutz lohnt sich auch in alten Gebäuden, der Energiebedarf kann durch diverse Maßnahmen deutlich gesenkt werden. (Foto: WSGH)

Hagen/EN-Kreis. (Red./AnS) Handwerker, Finanzierungsberater, Architekten und weitere Experten geben sich am Freitag, 10. März, von 14 bis 18.30 Uhr und Samstag, 11. März, von 10 bis 14 Uhr ein Stelldichein, wenn im Sparkassen-Karree wieder die Hagener Energiespartage anstehen. Zum fünften Mal findet die Veranstaltung rund um das Thema „Energiesparendes Wohnen“ statt.

Der Energieverbrauch in unseren Wohnungen und Häusern hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Unabhängig von der Brennstoffart wird die verbrauchte Endenergie in Kilowattstunde (kWh) pro Quadratmeter im Jahr angegeben. Beispielsweise ergibt ein Liter Heizöl ca. zehn kWh. Vergleichbar ist das Verhältnis zu einem Kubikmeter Gas.
Wohnverhalten hat sich geändert
Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahrzehnten das Wohnverhalten deutlich geändert. In den Vorkriegsjahren wurden in den Wohnhäusern üblicherweise nur die „guten Stuben“ beheizt. Alle weiteren Räume blieben vergleichsweise kühl. In ländlichen Regionen wurde zugleich die Wärme der Stalltiere genutzt.
Auch wurden die zu beheizenden Wohnräume mit Einzelfeuerstätten beheizt. Somit ergab sich, bezogen auf die gesamte Wohnfläche, ein vergleichbar geringer Energieverbrauch trotz kaum vorhandener Dämmstoffe und unwirtschaftlicher Heiztechnik. Der Verbrauch um das Jahr 1900 lag bei etwa 180 kWh/qm Wohnfläche im Jahr. Als Hauptbrennstoff wurde Kohle verwandt. Da diese in den Nachkriegsjahren des Ersten und Zweiten Weltkrieges nur in begrenztem Umfang vorhanden war, reduzierte sich in dieser Zeit der durchschnittliche Energieverbrauch um 20 bis 30 kWh/qm jährlich.
Zentralheizungen und Isolierglasfenster
Ein deutlicher Energieanstieg ist in den 1960er Jahren zu verzeichnen. Inzwischen wurden Zentralheizungen eingeführt, welche die gesamte Wohnfläche temperieren. Der Heizkomfort stieg und die meisten Wohnräume wurden gleichmäßig beheizt. Da Dämmstoffe zu diesem Zeitpunkt kaum eingesetzt wurden, stieg der Endenergieverbrauch auf 260 kWh/qm im Jahr. Seit den 80er Jahren verringert sich jedoch der durchschnittliche Energieverbrauch konstant und deutlich. Ursache hierfür sind insbesondere die Weiterentwicklungen der Heiztechnik, zum Beispiel durch Niedertemperaturkesseln in den 80ern und Brennwertkessel in den 90ern, sowie Weiterentwicklung der Isolier- und Dämmstoffe. Zudem wurden nun Isolierglasfenster eingesetzt. Die Dämmung in den Dachflächen wurde mit rund zehn bis zwölf Zentimetern Stärke eingeführt.
Anforderungen steigen weiterhin
Seit Mitte der 90er Jahre steigen – verbunden mit der Wärmeschutzverordnung und den nachfolgenden Novellen der Energieeinsparverordnungen – die Anforderungen sowohl an den Neubau als auch an bestehende Gebäude stetig.
Zielsetzung entsprechend der rechtsverbindlichen Zusagen der Industriestaaten zum Klimaschutz im Jahr 1997 (Kyoto-Protokoll) ist es, den Ausstoß der Treibhausgase in den kommenden Jahren deutlich zu verringern. Die aktuellen Vorgaben gemäß Energieeinsparverordnung haben zur Folge, dass der Energieverbrauch in Neubauten aktuell nicht höher als 90 kWh/qm Wohnfläche im Jahr liegt.
Finanzielle Anreize durch Förderungen
Neben den gesetzlichen Mindestanforderungen werden seit Jahren durch unterschiedliche Fördertöpfe auch finanzielle Anreize für die Verbesserung der energetischen Qualität bestehender Gebäude und Neubauten gegeben. Hierzu zählen unter anderem die Mittel der Kreditanstalt für Wiederaufbau, bestehend aus zinsgüns­tigen Darlehen und/oder Zuschüssen sowie Landes- und Bundesmittel für die Nutzung regenerativer Energien. Dies führt dazu, dass die heute vielfach umgesetzten Maßnahmen die Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnungen überschreiten.
Einsparen durch Renovieren
Ein Endenergieverbrauch von 50 kWh/qm Wohnfläche im Neubau ist daher keine Seltenheit. Auch Altbauten lassen sich so energetisch auf einen Neubaustand bringen. Aufgrund weiter voranschreitender Entwicklungen, besonders im Bereich der Gebäudebeheizung, Lüftung und Klimatisierung sind weitere Einsparungen zu erwarten, so dass der durchschnittliche Endenergieverbrauch auch in den kommenden Jahren weiter sinken wird. Da die ausgewählten Maßnahmen an einem Gebäude neben den Umweltaspekten auch wirtschaftlichen Kriterien genügen müssen, ist die neutrale Beratung durch einen Fachmann wichtig. Dieser kann mit Unterstützung geeigneter Software das Einsparpotential ermitteln und Auskunft über die zu erwartenden Baukosten geben.
Experten geben Tipps
An den 5. Hagener Energiespartagen stehen die Fachleute an zwölf Ständen zur Verfügung und beraten zu Schwachstellen an Gebäuden, zum energieeffizienten Bauen, zur Nutzung von regenerativen Energien und zu den Finanzierungsmöglichkeiten.
Zusätzliche Themen bei der Messe im Sparkassen-Karree sind Einbruchschutz und altersgerechtes Wohnen.Messeprogramm
Freitag, 10. März

  • 15.00 Uhr
    „Energiesparen vom Keller bis zum Dach“: Dipl.-Ing. Torsten Heumann, Architekt, Wirtschafts- und Servicegesellschaft des Handwerks mbH
    Vortrag, kleiner Vortragsraum
  • 16.00 bis 17.00 Uhr
    Sprechstunde: Rechtsanwalt Werner Reinhardt, stellvertretender Vorsitzender Haus und Grund Hagen und Umgebung
    Beratungszimmer Kundenhalle
  • 17.00 Uhr
    „Riegel vor – Sicher ist sicherer!“: Thomas Roth, Kriminalprävention/Opferschutz, Polizei NRW/Hagen
    Vortrag, kleiner Vortragsraum

Samstag, 11. März

  • 10.30 Uhr
    „Riegel vor – Sicher ist sicherer!“: Thomas Roth, Kriminalprävention/Opferschutz, Polizei NRW/Hagen
    Vortrag, kleiner Vortragsraum
  • 11.30 bis 12.30 Uhr
    Sprechstunde: Klaus Völk, Geschäftsführer Haus und Grund Hagen und Umgebung
    Beratungszimmer Kundenhalle
  • 12.30 Uhr
    „Energiesparen vom Keller bis zum Dach“: Dipl.-Ing. Torsten Heumann, Architekt, Wirtschafts- und Servicegesellschaft des Handwerks mbH
    Vortrag, kleiner Vortragsraum