Und wieder „eine Stunde mehr“

Hagen. (Red./tau) In der Nacht zum morgigen Sonntag, 25. Oktober 2015, um 3 Uhr werden die Uhren in Deutschland um eine Stunde zurückgestellt. Auch wenn der Wechsel zur Winterzeit eine Stunde mehr Schlaf bedeutet, tun sich manche Menschen schwer mit der Anpassung: Vier von zehn Bundesbürgern haben damit Probleme – 46 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer.

Bei sensiblen Menschen besteht bekanntlich das Risiko, dass die Zeitumstellung die „innere Uhr“ aus dem Takt bringt. Für die Mehrheit ist der Wechsel zur Sommerzeit zwar belastender, weil dabei eine Stunde „verloren“ geht. Aber auch im Winter kostet die Umstellung Energie. Der Körper muss sich innerhalb von kurzer Zeit anpassen. Hormonhaushalt und Stoffwechsel können darunter leiden. Wir können zwar eine Stunde länger schlafen, das Zeitgefühl signalisiert aber zur gewohnten Zeit, dass der Tag anbricht. Die Umstellung wirkt sich daher wie ein Mini-Jet-Lag auf den Körper aus.

Langfristig  nicht gefährlich

Es kann zu Müdigkeit, Schlafstörungen, Gereiztheit, Appetitlosigkeit und Konzentrationsschwächen kommen. In manchen Fällen zählen auch Verdauungsprobleme zu den Symptomen. Allerdings hat die Wissenschaft bisher keine langfristigen gesundheitlichen Folgen nachgewiesen. In aller Regel pendelt sich der Biorhythmus nach wenigen Tagen ein. In Extremfällen halten die Beschwerden bis zu drei Wochen an.

Vorsicht ist insbesondere im Straßenverkehr geboten: Weil viele Autofahrer an Müdigkeit leiden und bei ungewohnten Lichtverhältnissen unterwegs sind, ist das Unfallrisiko an den folgenden Tagen höher als sonst. Auch, wenn die Beschwerden nicht bedrohlich sind – lästig sind sie allemal.

Und die Kinder?

Kinder haben oftmals mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Sie sind in den Tagen darauf quengelig, müde oder in der Schule unkonzentriert.

Hier ein paar Tipps:

  • Fangen Sie ruhig schon einige Tage vorher an, Ihr Kind an die Winterzeit zu gewöhnen. Jeden Tag etwa zehn bis fünfzehn Minuten später Abendbrot essen und die Kinder dementsprechend später ins Bett bringen. Die paar Minuten machen beim Tagesrhythmus der Kinder schon eine Menge aus.
  • Verbringen Sie mit Ihren Kindern tagsüber möglichst viel Zeit im Freien. Bei einem Ausflug auf den Spielplatz oder beim Kastaniensammeln am Nachmittag wirkt der Tag für die Kinder länger. Sonnenlicht hemmt die Produktion des „Schlafhormons“ Melatonin, und mit dem getankten Tageslicht passt sich der Körper leichter an die Winterzeit an.
  • Werden Kinder wegen der Zeitumstellung abends früher müde, so sorgen Sie für ein hell erleuchtetes Kinderzimmer. Dann bleiben die Kinder abends länger wach.
  • Sollte Ihr Kind Montagmorgen doch eine Stunde früher aufwachen, dann lassen Sie den Morgen ruhig angehen. Die Jalousien unten lassen, gedämmtes Licht und mehr Zeit beim Frühstück helfen dem Kind, sich an die Winterzeit zu gewöhnen.

Sinnlos

Die Zeitumstellung halten fast drei Viertel der Menschen in Nordrhein-Westfalen für sinnlos. Laut einer aktuellen Umfrage würde die Mehrheit von 72 Prozent sie abschaffen. Die Diskussion über eine mögliche Abschaffung der Sommerzeit wird seit einigen Jahren geführt. Die Gründe für die Einführung gelten heute als überholt, Energie werde laut Experten-Meinung kaum gespart.

(Mit Infos von: DAK, KKH)