US-Geschäft: Heimische Unternehmen in Sorge

Gesprächsrunde zum Thema US-Geschäft
v.l.: Rainer Dango (Dango&Dienenthal), Thomas Mittag (Montanhydraulik), Ralf Stoffels, Kirsten Hentschel (Wirtschaftsabteilung Konsulat), General-Konsulin Fiona Evans, Rainer Schlautmann (Hauhinco), Cybèle Cochran (Visa-Abteilung Frankfurt), Michael Tönsmann (Hauhinco), Dr. Matthias Gierse und Michael Bösebeck (Wälzholz). (Foto: SIHK)

Hagen. Zu einem Gespräch und Erfahrungsaustausch von Unternehmern mit der neuen US-Generalkonsulin aus Düsseldorf, Fiona Evans, hatte die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) eingeladen. Gastgeber war die Hagener Firma C.D. Wälzholz, die seit 2001 ein Stahl-Service-Center in Cleveland betreibt.

Folgen des Handelskonflikts

SIHK-Präsident Ralf Stoffels, Inhaber der Ennepetaler Firma BIW, betonte, dass viele US-Hersteller im Rahmen des Handelskonflikts zusätzlich ihre Preise erhöht hätten. Zudem setzten immer mehr chinesische Unternehmen ihre Waren in Europa ab, da sie in den USA zollbedingt wesentlich teurer geworden seien. Deutsche Lieferanten und Produzenten hätten somit neben dem Fachkräftemangel gleich von drei Seiten neue Herausforderungen zu meistern und dies besonders in Südwestfalen, wo die Wirtschaft von mittelständischen und inhabergeführten sowie stark exportorientierten Industrieunternehmen geprägt sei. „Diese zunehmenden Unsicherheiten und Handelsbarrieren sind Gift für jedes weitere Engagement in den USA“, so Stoffels.

Deshalb sei es umso wichtiger, den Gesprächsfaden zwischen den jeweiligen Institutionen nicht abreißen zu lassen. Er bedankte sich bei Evans für die Bereitschaft, untereinander im Gespräch zu bleiben.

Auch US-Wirtschaft leidet

„Wir müssen die erhöhten US-Zölle auch an unsere amerikanischen Kunden weitergeben, so dass Präsident Trumps Politik insbesondere auch US-Firmen und Bürgern schadet“, so Dr. Matthias Gierse, Geschäftsführer bei C.D. Wälz­holz. Viele Stahlqualitäten und Vorprodukte in bestimmten Güten seien in den USA einfach nicht vorhanden, so dass auch Unternehmen in den USA auf den Import angewiesen seien.

Generalkonsulin Evans betonte die tiefe und historisch gewachsene Verbundenheit zwischen den USA und Europa, machte aber auch deutlich, dass die USA klare Erwartungen an Deutschland haben. Sie werde die Herausforderungen, mit denen sich gerade mittelständische Unternehmen konfrontiert sehen, an US-Botschafter Richard Grenell in Berlin weiterleiten, der gute Beziehungen zu Präsident Donald Trump habe. Zudem bot sie für potenzielle Investoren die breite Unterstützung beispielsweise durch das „SelectUSA“-Programm an.

Jeder zweite hiesige Job hängt vom Export ab

Im Kammerbezirk der SIHK zu Hagen exportieren ungefähr 300 Unternehmen in die USA, 50 haben eine Niederlassung und etwa 20 produzieren sogar vor Ort.

Nach den Niederlanden sind damit die USA Absatzmarkt Nummer zwei und beim Import nach Südwestfalen Nummer fünf. Jeder zweite Job in Südwestfalens Industrie hängt vom Export ab.