"Use Kiärmes es NIE vüörbi"

Sind nun ganz entspannt, weil die Hasper Kirmes 2012 "steht", und ganz gespannt auf ihre liebste Zeit: Die Vertreter der Hagener Schausteller, Blau-Weiß Haspes und des Hasper Heimat- und Brauchtum-Vereins. Zusammen mit HHBV-Präsident und Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser laden sie zu den Kirmes-Veranstaltungen. (Foto: Schievelbusch)

Haspe. (san) An der Ennepe steht man in den Startlöchern: „Dat Jubiläum es vüörbi, use Kiärmes öwwer nie“ zitiert Kirmesbauer Udo Röhrig im lupenreinsten Hasper Platt das diesjährige Kirmesmotto. Und in diesem Sinne wird es nun Schlag auf Schlag gehen. Der Kirmeskommers am Samstag, 2. Juni 2012, ab 18 Uhr im UFO, das ist die Rundturnhalle an der Kölner Straße, eröffnet den Festreigen mit hochkarätiger Unterhaltung.

Mit Jörg Hammerschmidt aus Berlin hat man einem der besten Parodisten im Programm, Showtanz der Duisburger Gruppe Calypso“ verspricht Augenschmaus. Zum ersten Mal dabei ist die Big Band Brass on Spass“ aus Eschweiler. Gespannt sein darf das Publikum auf eine fliegende Kettensäge. Tatjana Dittmann versprüht Glamour und viel Charme. Und natürlich traditionell auf der ULK-Bühne: die Vorstellung des neuen Iämpeströters, 2012 ist es Frank Hesselmeier, sowie die Verleihung des ULK-Ordens des Hasper Heimat- und Brauchtum Vereins (HHBV). Die hohe Auszeichnung geht diesmal an Petra Bracht-Lohmberg. Nur wenige Karten können noch bei Lothar Weber unter lowehaspe@t-online.de geordert werden!

Nach Kommers zum Schieben

Gleich in der Woche drauf, nach dem Dämmerschoppen am Freitag, 8. Juni 2012, am Markanaheim, tragen die Wolkenschieber auf „ihrem“ Fest am Samstag, 9. Juni 2012, dafür Sorge, dass der Himmel über Haspe zur Kirmeszeit wolkenlos bleibt. Kuchen, Waffeln und Kaffee gibt’s ab 15 Uhr, Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser lädt um 16 Uhr zum traditionellen Kirmesanstich „…mit Wachholder und dem ganzen Programm“.

Ja, und dann heißt es für die Hasper Autofahrer auch schon: Halteverbote und Sperrungen beachten! Von Mittwoch, 13. Juni, an wird der Kreisel gesperrt, Busse werden umgeleitet. Bereits ab Montag, 11. Juni 2012, steht der Parkplatz an der Preußerstraße schon nicht mehr zur Verfügung. Wenn sich der 133. Hasper Kirmeszug am Samstag, 16. Juni 2012, 14.30 Uhr, von der Berliner Straße bis zur Schleife Jungfernbruch in Bewegung setzt, sollten zuvor rechtzeitig alle parkenden Pkw verschwunden sein. Das Abschleppen hat in den letzten Jahren leider zugenommen,“ weist HHBV-Präsident Dietmar Thieser auf die Konsequenzen hin.

Teure Bürokratie

Dass die Macher und Ausführenden des ältesten Hagener Volksfestes mit ihrer Planung so zeitig fertig sind, ist in diesem Jahr besonders zu würdigen. Der immense Auflagen- und Verordnungskatalog für derartige Umzüge ließ so manchen Verein rotieren. Seit der Katastrophe bei der Duisburger Love-Parade gelten Bestimmungen, die ihnen viel Bürokratie und vor allem nicht unerhebliche finanzielle Mehrkosten bereiten. Jedes Wagengestell, jeder Aufbau muss von Experten begutachtet werden, mitunter rund 200 Euro pro Wagen kommen da zusammen. „Aber wenn es eng wird, lässt der HHBV als Dachverein keinen im Regen stehen,“ bietet Thieser Hilfe an. „Wir als HHBV haben die Auswirkungen dieser Verordnungen unterschätzt und uns erst spät darum gekümmert,“ gesteht er. Auch die Hagener Schausteller pflichten bei, dass hier über das Ziel hinausgeschossen wurde: Es darf nicht sein, dass bei einer kleinen Fronleichnamsprozession beispielsweise die gleichen Maßstäbe wie bei der Love-Parade angelegt werden,“ so Schausteller-Chef Dirk Wagner, der wegen derartiger Volksfeste bereits im Landtag mitdiskutierte.

Aber letzlich haben die Hasper Kirmesleute alles im Griff, die Kooperation mit Stadt und Polizei sei lobenswert. Dann also nichts wie „Auf!“ in eine tolle fünfte Hasper Jahreszeit…