Uwe Will sucht Standort und Sponsor: Geburtstagsausstellung zeigt den jungen Luther

Hagen. (ME/AnS) Sein Markenzeichen ist sein Maleranzug. Und
darin scheint er tatsächlich nicht zu altern. Trotzdem oder gerade deswegen kann
sich Hagen freuen, dass die Sparkasse Hagen/Herdecke dem Hagener Künstler Uwe
Will anlässlich seines 75. Geburtstages eine erneute Jubiläumsausstellung
widmet.
Unter dem Titel „Uwe Will 75“ zeigt die Ausstellung einen persönlichen
Querschnitt der Kreativität Uwe Wills mit besonderen Schwerpunkten – dazun
gehört unter anderem eine Auswahl von Portraits unterschiedlichster
Persönlichkeiten.
Eine weitere Besonderheit im Zusammenhang mit der Ausstellung war die
Verleihung des Müller-Lamberty-Ringes an Uwe Will, mit dem er für seine
Verdienste um die Kunst geehrt wird. Damit wird eine fast vergessene Tradition
wiederbelebt, die eng mit der Geschichte der renommierten Künstlervereinigung
Hagenring verbunden ist.
Zwei Skulpturen
Die Ausstellung ist zu besichtigen noch bis einschließlich Freitag, 23.
Dezember 2016. Der Eintritt ist frei. Im Mittelpunkt stehen zwar hauptsächlich
Ölgemälde, gleichwohl sind aber auch zwei Skulpturen zu besichtigen, die Uwe
Will in jüngster Vergangenheit geschaffen hat: Friedrich Harkort und Martin
Luther.
Insbesondere der Reformator springt ins Auge – handelt es sich doch um die
Darstellung eines Luthers, wie man ihn eher nicht kennt: Die Skulptur zeigt den
großen Erneuerer in den Anfängen seines Tuns – in der Übergangsphase vom jungen
Mönch zum Professor in Wittenberg.
Idee von Erhard Schliebener
Die Idee zu dem ungewöhnlichen Werk stammt von Pfarrer i.R. Erhard
Schliebener. Der hatte einen Artikel mit dem Titel „Ein fragwürdiges Lutherbild“
gelesen, der bemängelte, dass Martin Luther oft nur als reifer und gesetzter
Mann dargestellt wird. Auch Schliebener beschäftigte sich mit dieser Thematik,
vermisste ebenso – gerade im Hinblick auf das kommende Reformationsjahr – die
„Darstellung in Augenhöhe“.
Er kopierte den Beitrag und gab ihn Uwe Will, der sich sofort begeistert
zeigte und – so kennt man ihn – gleich zur Tat schritt. „Ich wollte das Eisen
schmieden, solange es heiß war.“
Keine Helden-Darstellung
Wichtig war dem Künstler, alles Statische zu vermeiden. Nicht mächtig, nicht
mahnend sollte Luther wirken, sondern zitternd, zagend und lebendig.
Die Haltung der Hände, eine auf Herz gelegt, die andere leicht geöffnet nach
vorne ausgestreckt, sollen seine Ergebenheit und Bitte um Gottes Zuspruch
zeigen. Dazu passen die geschlossenen Augen.
Demütiger Mensch
Der Pfarrer ist begeistert von der Umsetzung, von der ausdrucksstarken
Skulptur, die Uwe Will geschaffen hat: „Da steht vor uns ein Mensch,
hingebungsvoll und demütig, entschlossen, einen schweren Weg zu gehen. Dieser
Mensch weiß von seinen leeren Händen, von seiner Ohnmacht. Er weiß: Ich bin
angewiesen auf das Gebet zu Gott und seinem Christus. Nur er kann mir beistehen
und die leeren Hände füllen.“ Erhard Schliebener ist sich sicher: „So kann die
Skulptur des Reformators gewiss auch die suchenden Menschen unserer Zeit
ansprechen und bewegen, sich ihm und seiner Botschaft zu nähern.“
Neuer Standort gesucht
Bis Freitag kann Wills neuestes Werk, das er im Übrigen in nur wenigen Wochen
anfertigte, noch im Sparkassen-Karree besichtigt werden.
Natürlich ist es erst ein Modell – weshalb ein Bronzeguss oder Ähnliches noch
folgen müsste. Hierfür sucht Uwe Will derzeit Sponsoren. Diese Suche wiederum
ist mit einer zweiten Suche verknüpft: Der Maler und Bildhauer bittet um
Vorschläge, wo „sein“ Luther in nächster Zeit einen endgültigen Platz finden
könnte. „Das alte Augustinerkloster in Erfurt wäre natürlich passend,“ nennt
Pfarrer Schliebener einen ehrgeizigen Wunschort.