Hagen. (AnS) Die Gitterstäbe teilweise verrostet, die Zwinger oder Käfige viel zu eng, kaum Platz für Bewegung: Maike Schmidt weiß um die Zustände in rumänischen Tierheimen, trotzdem ist sie jedes Mal aufs Neue entsetzt.

„Wir brauchen defintiv Hilfe“, erklärt die erste Vorsitzende des Hagener Vereins „Ein Blaulicht für vier Pfoten.“

Die Organisation kümmert sich um Tierheime und dessen Bewohner in Rumänien. Ganz frisch sind sie und ihr Team aus Rumänien zurück und wieder geschockt von den Zuständen dort.

Das Team um „Ein Blaulicht für vier Pfoten“ war kürzlich in Rumänien, um sich erneut ein Bild vor Ort zu machen. (Foto: Verein)

„Im ersten Heim in Campulung standen wir Helfer in Schlamm und Hundekot, da der Schnee durch die warme Witterung plötzlich geschmolzen war“, erzählt Maike Schmidt. Über 900 Tiere leben dort in Zwingern, teilweise sogar in Gitterboxen, aber auch in größeren Bereichen freilaufend. „Wir suchen hier neue Hunde für unserer Vermittlung in Deutschland. Und jedes Mal bricht es uns das Herz. Alleine die Entscheidung zu treffen, wen man in die Vermittlung mit aufnimmt und wen nicht, fühlt sich jedes Mal bitter böse an – manchmal eine Entscheidung zwischen Leben und Tod. Zudem ist es überhaupt schon schwer, für eine Handvoll Hunde ein neues Zuhause oder eine Pflegestelle zu finden. Man kann nicht 900 Tiere katalogisieren.“

Die Zustände in den Schutzstationen sind nach Angaben des Vereins erschreckend. Zu viele Hunde leben in zu kleinen Zwingern. (Foto: Verein)

Viele Hunde sind liebebedürftig, gegenüber Menschen freundlich. Aufgrund der Lebensumstände sind viele Vierbeiner aber dem Tierheimstress hilflos ausgesetzt, reagieren anderen Hunden gegenüber deshalb oft ablehnend.

Enge Zwinger

Über 100 Hunde fanden sich in Braila, einem weiteren Tierheim, das „Blaulicht für vier Pfoten“ betreut. Immer mehr Vierbeiner nimmt Partnerin Lina Serbu in ihrer Schutzstation auf, da öffentliche Heime die Tiere töten. Auch hier empfanden Maike Schmidt und ihr Team die Situation als fast unerträglich. Das Bild, das sie bereits in Bukarest erlebt haben, spiegelte sich hier: Zu viele Hunde in zu kleinen Zwingern, die sich gegenseitig drangsalierten.

Liebebedürftig und freundlich gegenüber Menschen sind die Hunde, die der Verein in Rumänien angetroffen hat. (Foto: Verein)

Unterstützer gesucht

„Eine Arbeit, die Hoffnung bringt und Hoffnung nimmt zu gleichen Teilen“, erklärt Maike Schmidt und ist sich bewusst, nicht jedes Tier retten zu können. Für einen Teil der Tiere sucht der Verein sogenannte Adoptanten, die einem Hund ein eigenes Zuhause geben, oder auch Pflegestellen, die bereit sind, welche aufzunehmen und gleichzeitig Spender, die finanziell unterstützen können. „Vielleicht gibt es auch Tierheime oder Tierhilfen, die bereits sind und Kapazitäten haben, Hunde zu übernehmen – ganz nach unserem Motto ‚Wir zusammen, im Einsatz für Tiere‘.“

Auf der Homepage www.einblaulichtfürvierpfoten.de sind auch die Tiere zu sehen, die ein neues Zuhause suchen. Kontakt zum Verein: Tel. 02337 / 4824340, E-Mail EinBlaulichtfuervierpfoten@web.de sowie über die sozialen Medien Facebook und Instagram.