Verkehr auf Hagener Straße nicht zumutbar!

Boele. (ric) Lange geplant war die Ortsumgehung im Hagener Norden. Die vielbefahrene Hauptstraße mitten im Stadtteil Boele sollte entlastet, der Ortskern verkehrsberuhigt werden. Die Boeler mussten viel Geduld haben, um die lange Zeit der Bauarbeiten zu überstehen. Und auch die neue Verkehrsführung direkt im Ortskern verlangte so Manchem einiges ab – kaum einer, der sich nicht schon im „neuen Boele“ verfahren hat. Doch nun sollte eigentlich Ruhe einkehren ins schöne Boele. Für Anwohner der Hagener Straße kam es allerdings anders als geplant. Sie fühlen sich als Verlierer dieser Baumaßnahme.

Unzumutbar

Anwohner der Hagener Straße leiden unter den starken Geräuschen durch vorbeifahrende Busse. Bisher warten sie vergeblich auf eine Lösung. (Foto: Ricarda Becker)

Genauer: Die Bewohner der Hagener Straße, Ecke Denkmalstraße und Schwerter Straße haben eine enorme Belastung zu ertragen. Wurden Busse früher noch über die Denkmalstraße geschickt, nehmen sie jetzt den Weg durch den kleinen Teil der Hagener Straße. „Es ist einfach nur furchtbar laut“, sind sich die Anwohner einig. Zumal die Qualität der Straße stark zu wünschen übrig lässt: Schlaglöcher reihen sich aneinander, die Busse rumpeln im Minutentakt über sie hinweg. Zwar sind Erneuerungen schon lange versprochen, doch wann diese in die Tat umgesetzt werden, ist unklar.

Aber nicht nur die Lärmbelästigung durch die Busse kostet die Anwohner viele Nerven, auch die Taktung der Beförderungsmittel ist für die Bewohner nicht optimal: „Rechnet man die Einsatzwagen für Schüler hinzu, kommt man in den Stoßzeiten auf sage und schreibe 24 Busse, die unsere enge Straße stündlich passieren“, empören sich die Anwohner. Hinzu kommt: Die Zeiten sind so eng gelegt, dass die Busse nahezu zeitgleich kommen. „Hat sich auch nur ein Wagen etwas verspätet, ist gleich die gesamte Straße voller Busse!“ Zwar ist Boele eine der Hauptverkehrsadern des Busnetzes, bietet es doch direkte Verbindungen in die Innenstadt, nach Schwerte, Haspe, Breckerfeld, Gevelsberg und Hohenlimburg, doch dies kann die Hausbesitzer und Wohnungsmieter in ihrer derzeitigen Situation kaum trösten.

Allein gelassen

Sich einfach nur still ärgern, wollen die Boeler übrigens nicht: Schon vor einem Jahr besuchten die Anwohner der Hagener Straße 1-16 die Sitzung der Bezirksvertretung. Dort machten sie ihrem Ärger Luft, zeigten die Lärmbelästigung auf – und machten konstruktive Vorschläge zur Verbesserung ihrer Situation: Eine Tempobegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde wurde ebenso angeregt wie ein Lkw-Verbot mit entsprechender Beschilderung. „Die Bezirksvertretung nahm unsere Wünsche und Vorstellungen sehr ernst. Aber: Wann das Tempo-30-Gebot kommen soll, ist genauso unklar wie die Reparatur der Straße. Wir fühlen uns mittlerweile doch sehr im Stich gelassen“, sagt eine der alteingesessenen Familien.

Mitarbeiter der Stadt können dies übrigens sehr gut nachvollziehen. Doch derzeit, so heißt es, warte man noch auf die Freigabe finanzieller Mittel. Getan werden soll aber einiges an der Hagener Straße: Die Aneinanderreihung von Schlaglöchern sei kein akzeptabler Zustand.