Verzweiflung am Karweg

Haspe. (san) Das Klirren der Gläser im Schrank ist unüberhörbar, die Häufchen des gerieselten Putzes auf dem Kellerboden unübersehbar – und auch Rainer Krimme kann seinen Unmut nicht länger verstecken. Seit einigen Jahren hat der Schwerlastverkehr durch die Tempo-30-Straße Am Karweg in Haspe dermaßen zugenommen, „dass unsere Lebensqualität immens beeinträchtigt ist“. Und da hat er auch die anderen Anwohner auf seiner Seite.

Mit der Baustelle für die Neugestaltung des Kreuzungsbereichs Haenel-/Voerder-/Leimstraße fing es wohl an. Besonders ortsansässigen Unternehmen ist die „Nebenstrecke“ zur B7 eine willkommene Alternative. Da scheppert der schotterbeladene Transporter durchs Schlagloch. Umso lauter donnert es, wenn er mit leerem Container und jenseits von Tempo 30 über den Asphalt brettert. Auch die immer zahlreicher werdenden 40-Tonner nehmen häufig nicht den Weg über die breite Kölner Straße. Stattdessen fahren sie von der Autobahn über die Grundschötteler Straße gleich geradeaus durchs Wohngebiet. Durchs Navi geleitet?

Straße kaputt

Die dicken Risse in der Fahrbahndecke sieht Anwohner Krimme durch die schweren Laster mit verursacht. Am Karweg aufgewachsen, vermutet er auch unterirdische Hohlräume. Ehemalige Umbauten im Keller des alten Hauses lassen vermuten, dass das Untergeschoss mal viel weiter in den Straßenraum reichte. „Bei Starkregen haben wir die Nässe im Haus,“ erzählt er. Die Putzschicht ist so brüchig und eigentlich nur noch an einigen Stellen vorhanden, dass die alten roten Ziegelsteine blank liegen.

Als Mieter macht er sich aber nicht allein der Bausubstanz wegen Sorgen. Der Lärm, vor allem morgens ab 5.30 Uhr und dann wieder gegen 20 Uhr, sei mittlerweile unerträglich. „Es hat zwar mal eine Blitzaktion gegen Raser gegeben, doch da hat man bisher keine Konsequenzen für diese Verkehrssitution raus gezogen“, ist auch Krimmes Ehefrau genervt.

Der Rentner hat im letzten Jahr viele Hebel in Bewegung setzen wollen, neben dem Ordnungsamt habe er die verschiedenen Parteien angeschrieben. „Lediglich von Hagen Aktiv kam einmal jemand vorbei. Mein Brief an unseren Oberbürgermeister ist wahrscheinlich auch im Mülleimer gelandet.“

Kämpferisch

Rainer Krimme fordert zur Wiederherstellung der Lebensqualität in seiner Straße nicht nur die strikte Überwachung der Geschwindigkeitseinhaltung, sondern auch ein Verbot für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen. Und dafür will er vehement kämpfen. Zu einigen ansässigen Unternehmen hat er bereits den persönlichen Kontakt gesucht: „Ein Spediteur hat auch ein Einsehen und fährt wieder über die B7.“

Die ab Montag, 10. August 2015, beginnenden Beeinträchtigungen auf der B7 (dann beginnt dort die Fahrbahnsanierung in Höhe der Rundturnhalle auf der Kölner Straße und endet auf der Enneper Straße) ruft bei den Anwohnern Am Karweg allerdings noch schlimmere Befürchtungen hervor.