Viele besondere Tage

Hagen. (san) Lauter besondere Tage bereicherten das Geschehen in dieser Woche, mal als Geburtstag, mal als Gedenk- oder als Narren-Stichtag.

Geburtstag der Sternengucker

So hatte die Volkssternwarte Hagen am Eugen-Richter-Turm am Montag ihren 60. Geburtstag. Es war der 9. November 1955, als die „Arbeitsgemeinschaft Volkssternwarte Hagen“ von Albert Schäfer, Paul Engmann und Wilm Langhorst gegründet wurde. Traf man sich anfangs im Verkaufspavillon neben dem Turm, so musste aufgrund der schnell wachsenden Mitgliederzahlen bald ein größerer Ort gefunden werden. Der damalige Oberbürgermeister Helmut Turck und Oberstadtdirektor Karl Jellinghaus verhalfen zum Grundstück nebenan. Im März 1962 wurde schließlich das Sternwartengebäude fertiggestellt.

Die beliebte Sternwarte verzeichnet im Jahr rund 6.000 Besucher. Absolut bewundernswert: Bis heute lebt die Einrichtung einzig vom ehrenamtlichen Mitarbeiterengagement.

Gedenken

Der 9. November ist aber auch ein Tag des Innehaltens. Die Stadt Hagen erinnerte am Montag mit einem Schweigemarsch an das Pogrom von 1938. In der verharmlosend als „Reichskristallnacht“ bezeichneten Nacht litt die jüdische Bevölkerung unter den massiven Übergriffen der Nationalsozialisten. Der Zug der Beteiligten führte vom Adolf-Nassau-Platz zur Synagoge an der Potthofstraße und weiter zum Rathaus. Rund 1.000 Schüler fanden sich zu einem Sternlauf ein.

Hagau!

Mittwoch: Der 11.11.. Die fünfte Jahreszeit wurde auch im Hagener Rathaus unter großem Besucherandrang begrüßt. Oberbürgermeister Erik Schulz und das Festkomitee Hagener Karneval hatten eigens zur Sessionseröffnung geladen. Das neue Prinzenpaar Marvin I. und Sarah I. genossen ihren ersten offiziellen Auftritt vor dem Narrenvolk. Zu Musik und Tanz, so auch mit den blauweißen Funken und der Tanzgarde von Grüß-Weiß Vorhalle, stimmten sich die Anwesenden auf die zahlreichen tollen Tage ein.

Fernuni-Jubel

Christdemokraten in NRW taten sie anfangs als „sozialistisches Teufelswerk“ ab, Johannes Rau, damaliger SPD-Wissenschaftsminister, war ihr Gründungsvater. In einem großen Festakt mit hohem Besuch aus Düsseldorf wurde am gestrigen Freitag das 40-jährige Bestehen der Hagener Fernuniversität gewürdigt. Sie ist mit ihren über 75.000 Studierenden Deutschlands größte Hochschule.

Eröffnet

Werke des aus der Eifel stammenden Künstlers Franziskus Wendel sind seit Donnerstag in einer neuen Ausstellung im Osthaus-Museum zu sehen. „Zeitnah“ heißt ihr Titel. In seinen Ölbildern spielt der Künstler mit dem Licht der Nacht in unscharfen Szenerien. Präsentiert werden Wendels aktuellste Bilder bis zum 10. Januar 2016.

Flüchtlinge

Neben den „Feiertagen“ steht natürlich das politische Leben nicht still, die drängenden Aufgaben rund um die Flüchtlingsversorgung gilt es anzugehen.

So koordiniert Klaus Gierke, seit vielen Jahren Leiter der Abteilung „Hilfe für Migranten und Wohnungsnotfälle“ im Fachbereich Jugend und Soziales, seit dieser Woche die Aufgaben um die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der Stadt. Oberbürgermeister Erik O. Schulz hatte eine Bündelung der Aufgaben der Flüchtlingsarbeit als zwingend angesehen, damit sich die Stadt Hagen für die zu erwartende weitere Zuwanderung strategisch aufstellen kann.

Zu den Aufgaben von Klaus Gierke und seinem Team werden unter anderem die Koordinierung der Notunterkünfte des Landes, die Akquise und Belegung kommunaler Unterkünfte, die Aufbereitung der Zuwanderungs- und Finanzdaten und die externe und interne Kommunikation gehören sowie die Bearbeitung von Anregungen und Beschwerden aus der Bürgerschaft.

„Die Tatsache, dass die Koordination der Flüchtlingsaufgaben in unserer Stadt jetzt im Fachbereich Jugend und Soziales angesiedelt ist, heißt nicht, dass bisher eine unzureichende oder gar schlechte Arbeit geleistet worden wäre – das Gegenteil ist vielmehr der Fall“, betont Oberbürgermeister Schulz ausdrücklich. „Ohne etwa die herausragende Arbeit, die unsere Feuerwehr insbesondere bei der Einrichtung und dem Betrieb der Notunterkünfte des Landes bisher schon geleistet hat und zukünftig fraglos weiter leisten muss, sowie ohne das Zutun vieler weiterer Verwaltungsbereiche hätten wir diese Mammutaufgabe gar nicht stemmen können. Gleichwohl“, so Schulz weiter, „haben wir über die Bewältigung der vielen kurzfristigen Herausforderungen hinaus festgestellt, dass es einer konzentrierten Bündelung bedarf, um bei der Vielzahl der beteiligten Kräfte sowie weiter zunehmenden Aufgaben denkbare Reibungsverluste möglichst zu verhindern.“