Vier neue Feuervögel

Hagen. Phoenix Hagen konnte den Kader der vergangenen Saison weitestgehend zusammenhalten. Mit Davin White, Adam Hess und Abe Lodwick verließen „nur“ drei Leistungsträger den Klub. Das Trio wird ersetzt von Henry Dugat, Keith Ramsey und Nikita Khartchenkov. Neu im Kader ist zudem Nachwuchsmann Ruben Dahmen, der in Doppellizenz auch für den Regionalligisten Noma Iserlohn Kangaroos aufläuft.

Er ist der neue Regisseur der Hagener Feuervögel. US-Guard Henry Dugat ist vom siebenfachen schwedischen Meister LF Basket an die Volme gekommen. (Foto: Jörg Laube)
Er ist der neue Regisseur der Hagener Feuervögel. US-Guard Henry Dugat ist vom siebenfachen schwedischen Meister LF Basket an die Volme gekommen. (Foto: Jörg Laube)

Herny Dugat: Der neue Regisseur

Regie führt künftig US-Guard Henry Dugat. Der 26-Jährige kommt vom siebenfachen schwedischen Meister LF Basket. Aufmerksam geworden waren die Feuervögel bereits im Januar 2012 auf Dugat. „Als wir damals Davin White beobachtet haben, ist er uns auch aufgefallen. Beide haben in Mexiko im selben Team gespielt“, erzählt Trainer Ingo Freyer. Der Club hieß Halcones UV Xalapa und war, unterbrochen von einem Intermezzo in Venezuela, bereits Dugats zweite Station in Mexiko. Über Fuerza Regia Monterrey (ebenfalls Mexiko) wechselte der 1,83-Meter-Mann 2012 nach Schweden, wo er zum herausragenden Spieler von LF Basket avancierte. Er erzielte durchschnittlich 20,4 Punkte, holte sich 5,8 Rebounds und verteilte 4,8 Assists.

„Ich denke, dass Henry Dugat sehr gut zu uns passt. Er ist ein hungriger Spieler, der etwas erreichen möchte und in Hagen den nächsten Schritt gehen will“, sagt Ingo Freyer. „Er bietet offensiv das komplette Programm als Schütze, im Eins-gegen-Eins, beim Zug zum Korb und beim Passen. Defensiv hat er bisher überall sehr gut ausgesehen. Wir werden sehen, ob er das in einer stärkeren Liga auch umsetzen kann.“

Schnell, mannschaftsdienlich und unglaublich willensstark: Center Keith Ramsey hat Trainerstab, aber auch das Publikum in der Vorbereitung begeistert. (Foto: Jörg Laube)
Schnell, mannschaftsdienlich und unglaublich willensstark: Center Keith Ramsey hat Trainerstab, aber auch das Publikum in der Vorbereitung begeistert. (Foto: Jörg Laube)

Keith Ramsey: Der Willensstarke

Für Center Keith Ramsey, am College von Missouri ausgebildet, ist Hagen bereits die vierte Station jenseits des großen Teichs. Der 2,05-Meter-Mann schnürte zuvor in Spanien, Schweden und Israel die Basketballstiefel. Von Ironi Ramat Gan wechselte er nun in die Basketball-Bundesliga. „Keith Ramsey hat überall etwas bewegt und hatte immer auffällige Statistiken“, sagt Ingo Freyer. Ramseys ganz großen Stärken sieht er beim Rebound und in der Verteidigung: „Darüber definiert er sich, da ist er immens willensstark.“

In Schweden spielte Keith Ramsey auch gegen Dino Gregory, der seit 2012 ein Feuervogel ist. Die Auftritte des beweglichen Centers im Trikot von LF Basket waren für Ingo Freyer erkenntnisreich. „Das hilft natürlich bei der Einschätzung eines Spielers. Wir wissen, was Dino hier in der letzten Saison geleistet hat.“ Dass Ramsey ins Hagener Konzept passt, zweifelt der Hagener Trainer nicht an: „Er kennt das schnelle Spiel schon vom College, ist sehr athletisch und kämpft um jeden Ball. Zudem spielt Keith Ramsey sehr mannschaftsdienlich.“

Flügelspieler Nikita Khartchenkov kommt vom Nürnberger BC nach Hagen. Der 26-jährige Deutsche mit russischen Wurzeln hat in Hagen einen Vertrag bis 2015 unterschrieben. (Foto: Jörg Laube)
Flügelspieler Nikita Khartchenkov kommt vom Nürnberger BC nach Hagen. Der 26-jährige Deutsche mit russischen Wurzeln hat in Hagen einen Vertrag bis 2015 unterschrieben. (Foto: Jörg Laube)

Nikita Khartchenkov: Der Langersehnte

Vom Nürnberger BC kam Flügelspieler Nikita Khartchenkov. Der 26-jährige Deutsche mit russischen Wurzeln hat bei den Feuervögeln einen Vertrag bis 2015 unterschreiben. „Mit Nikita hatten wir uns schon seit einiger Zeit beschäftigt“, sagt Hagens Geschäftsführer Oliver Herkelmann. „Auch vor der letzten Saison waren die Überlegungen sehr konkret. Umso mehr freuen wir uns, dass die Sache jetzt geklappt hat.“ Khartchenkov, der die Jugend-Nationalteams durchlaufen hat und 2008/2009 auch zum Kader der A2-Nationalmannschaft gehörte, kennt sich gut aus im deutschen Basketball: Er spielte bereits für mehrere Beko-BBL- und ProA-Teams.

Im deutschen Oberhaus war der 2,01 m große Forward für die New Yorker Phantoms Braunschweig, den Mitteldeutschen BC und die Düsseldorf Giants aktiv. In der ProA spielte er für Chemnitz, Freiburg, Leipzig und Nürnberg. Hinzu kommt ein einjähriges Intermezzo beim rumänischen Erstligisten CSU Sibiu. „Er hat eigentlich überall eine herausragende Dreierquote gehabt. Und zuletzt in Nürnberg hat er bei einem guten ProA-Team ebenfalls überzeugt“, so Herkelmann. Für den NBC erzielte Nikita Khartchenkov im Schnitt 15,5 Punkte (39,7 Prozent Dreier), sammelte 4,0 Rebounds uns spielte 1,9 Assists.

Ein echtes Eigengewächs gehört jetzt zum Bundesliga-Kader: Ruben Dahmen zeigte bereits im NBBL-Team der Feuervögel, was in ihm steckt. (Foto: Jörg Laube)
Ein echtes Eigengewächs gehört jetzt zum Bundesliga-Kader: Ruben Dahmen zeigte bereits im NBBL-Team der Feuervögel, was in ihm steckt. (Foto: Jörg Laube)

Ruben Dahmen: Der mit der Doppellizenz

Neu im Kader ist zudem Guard Ruben Dahmen, der in den vergangenen Jahren mit seinen Einsätzen im NBBL-Team von Phoenix die Bundesliga-Trainer auf sich aufmersam gemacht hat. Mit einer Doppellizenz startet der 19 Jahre alte Nachwuchsspieler sowohl für die Feuervögel, als auch für seinen Heimatverein, den Regionalligisten Noma Iserlohn Kangaroos. „Die Gelegenheit, bei seinen zwei ’Heimatvereinen’ zu trainieren und zu spielen, hat man nicht sehr oft“, sagt Ruben Dahmen. Deshalb hat er sich auch entschieden, trotz seines angestrebten Studiums zunächst einmal in seiner Heimatregion zu bleiben. „Die Entscheidung ist mir leicht gefallen, denn das Kooperationskonzept zwischen Phoenix Hagen und Noma Iserlohn ist sehr gut strukturiert und von meinen Coaches Grothe und Freyer kann ich noch sehr viel lernen.“

Er ist ehrgeizig. Natürlich möchte er zunehmend Spielzeit in der Bundesliga bekommen. Cheftrainer Ingo Freyer hätte den Nachwuchs-Guard nicht nominiert, wenn er ihm den großen Wurf nicht zutrauen würde.