Vier Städte-Tour entlang der B7

Am Hagener Hauptbahnhof versammelten sich die rund 30 Teilnehmer zur Fahrt mit dem innovativen Hybridbus entlang der Bundesstraße 7. (Foto: Stefan Scheler)

EN-Kreis/Hagen. (Sche) „Das war ein schönes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit“, zog Landrat Dr. Arnim Brux ein Fazit der Bereisung wichtiger Landmarken entlang der Bundesstraße 7 am Donnerstag, 23. August 2012: „Denn nur wenn wir an einem Strang ziehen, hat unser Antrag Aussicht auf Erfolg.“

Baudezernent Thomas Grothe (Zweiter von links) erklärte (von links) EN-Landrat Dr. Arnim Brux, Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm und Schwelms Bürgermeister Jochen Stobbe die Sanierungsgebiete am Hagener Hauptbahnhof. (Foto: Stefan Scheler)

Der Antrag geht an den Landesminister für Bauen, Wohnen, Verkehr und Stadtentwicklung, Michael Groschek. Damit fordern die beteiligten Städte Hagen, Gevelsberg, Ennepetal und Schwelm Fördermittel für Vorhaben an, welche die Infrastruktur und Gewerbesituation entlang der B7 als wichtiger Verkehrsachse der Region für die Zukunft verbessern und sichern sollen. Die aktuelle Förderphase läuft bis 2017, und bis dahin wollen die Beteiligten die wichtigsten Projekte umgesetzt haben. An der Fahrt, die in einem modernen Hybridbus der Hagener Straßenbahn vom Hauptbahnhof der Volmestadt bis zum Schwelmer Kreishaus führte, nahmen für Hagen Oberbürgermeister Jörg Dehm, für Gevelsberg Kämmerer und Beigeordneter Andreas Saßenscheidt, für Ennepetal Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen und für Schwelm das Oberhaupt der Kreisstadt, Jochen Stobbe, teil. Den EN-Kreis vertrat Landrat Dr. Arnim Brux. Die Teilnahme der ebenfalls von den B7-Planungen betroffenen Wuppertaler Verantwortlichen ist angesichts des anderen Regierungsbezirks im Moment noch nicht angedacht, da viele Genehmigungsverfahren über die Bezirksregierung in Arnsberg laufen. „In einem späteren Stadium werden wir – deren Bereitschaft vorausgesetzt – die Nachbarn aus Wuppertal bestimmt einbeziehen“, versicherte der Landrat beim an die Tour anschließenden Gespräch in den Räumen der Schwelmer Kreisverwaltung.

Am Hagener Hauptbahnhof wies Thomas Grothe, Baudezernent der Stadt Hagen, die Mitfahrer in die Lage der unschönen Industriebrachen hinter den Gleisanlagen hin. „Hier ist einiges zu tun“, referierte der Experte: „1,8 Kilometer Straße und 14 Hektar Fläche sind zu sanieren.“ Dabei ist eine Umfahrung hinter dem Hauptbahnhof, um den Graf-von-Galen-Ring vor der Station zu entlasten, ebenso wichtig wie die Bereinigung der Plessenstraße hinter den Bahnanlagen von Hinterlassenschaften aufgegebenen Gewerbes.

Am Ennepebogen in Gevelsberg zeigte Margit Hieber für die Stadtverwaltung, wie man das Gebiet planerisch aufwertet. (Foto: Stefan Scheler)

Weiter westlich auf der B7 besichtigte man die Fläche des ehemaligen Batterieherstellers Varta, wo nun eine große Freifläche auf weitere Nutzung wartet. Hier läuft der Fahrweg der S-Bahn entlang, und die Ennepe plätschert zwischen ihren Uferstützmauern. „Es ist zu berücksichtigen, dass von der Eisenbahn ein Gleis zur Spedition Schmitz abzweigt“, umriss Thomas Grothe die Lage: „Das bedeutet, dass für Vorhaben zur Neunutzung des Geländes die bahneigene Grundstücksverwaltung einzubeziehen ist.“ Außerdem sei die US-Firma Hawker Rechtsnachfolger der Varta, was einen intensiven Schriftverkehr über den Atlantik erfordere. Dem Naturschutz wolle man unter Umständen mit Vogel-Nistkästen in den Flussbegrenzungen Rechnung tragen.

Um die Ennepe ging es auch im angrenzenden Gevelsberg, wo Margit Hieber von der Stadtverwaltung den neu gestalteten Ennepebogen vorstellte. „Erholungsräume und Gastronomie werten das Gelände weiter auf“, kündigte sie an.

Durch den Kruiner Tunnel fuhr der wegen seines Dieselgenerators gar nicht so leise Elektrobus weiter nach Ennepetal. Unweit der Kluterthöhle zeigte für die Stadtverwaltung Ulrich Höhl die Flächen im Milsper Ortskern auf, die zu einem schöneren und zweckmäßigeren Stadtbild umzustrukturieren sind.

In Schwelm widmete sich Egbert Lethmate von der Stadtentwicklung Schwelm schwerpunktmäßig dem Bereich Loh mit der Strecke der ehemals Rheinisch-Märkischen Eisenbahn, wo aufgegebene Gleisanlagen noch heute Industrieflächen durchschneiden. Auf der Brücke über das tote Gleis an der Haßlinghauser Straße betonte er die Wichtigkeit eines engen Schulterschlusses mit der Bahnverwaltung.

Bei einem kleinen Imbiss im Kreishaus ging die Bereisung der Projektflächen entlang der B7 dann zu Ende, nicht bevor der Oberbürgermeister und die Bürgermeister der beteiligten Städte in einem feierlichen Akt die Urkunde unterschrieben hatten, mit der sie die Fördergelder zur Realisierung der Vorhaben bei der Landesregierung beantragen. Alle Mitfahrer hatten neben den planerischen Fakten einiges über ihre Heimatstädte erfahren.