Vier Tonnen Lebensmittel für Suppenküche

Luden jetzt über vier Tonnen Lebensmittel bei der Suppenküche ab (v.l.): Andreas Schulte von der Firma Baumeister, Dirk Tiedemann, Inhaber des Tante-Emma-Ladens in der Malmkestraße, und Containerdienst-Chef Thomas Gubisch übergaben die Lebensmittel an Jens Haasen (r.) vom Vorstand der Suppenküche. (Foto: Anna Linne)

Boele. (anna) Thomas Gubisch, Containerdienst-Chef aus Boele, hatte die Idee zu dieser ungewöhnlichen Aktion: Anstelle von oft unnützen Weihnachtsgeschenken wollte Gubisch in diesem Jahr an die Ärmsten der Armen denken und einen Container voller Lebensmittel für die Suppenküche sammeln (der wochenkurier berichtete). Mit ins Boot stiegen sofort Andreas Schulte von Elektro Baumeister, Getränke Honsberg und der Inhaber des Tante-Emma-Ladens an der Malmkestraße 1, Dirk Tiedemann. Jeder von ihnen spendete spontan mehrere hundert Euro für Lebensmittel oder Getränke.

Zusammen mit dem wochenkurier suchte der Container-Dienst-Chef jede Menge Spender, die seiner Idee noch mehr Substanz verleihen sollten. Nach dem Artikel im wk meldeten sich viele Firmen und viele Privatpersonen bei Thomas Gubisch und Dirk Tiedemann. Jede einzelne Spende hat Gubisch mit dem Container abgeholt. Kleine Spenden von Einzelpersonen wurden im Tante-Emma-Laden an der Malmkestraße 1 abgegeben.

Am Freitag, 16. Dezember 2011 wurden die Lebensmittel offiziell an die Suppenküche übergeben. Weit über vier Tonnen Lebensmittel luden Thomas Gubisch und seine Leute vor der Suppenküche ab. Jens Haasen vom Vorstand der Suppenküche war begeistert und half, die vielen Spenden in den Räumen der Suppenküche unterzubringen, was nicht einfach zu bewerkstelligen war.

100 Gurkengläser

1500 Dosen, 200 Kilo Kartoffeln, 20 Kilo Kohl und ebenso viele Möhren, 20 Kilo Sellerie, 100 Gurken- und Würstchengläser mussten unterbracht werden. 100 Kilo Mehl, 100 Kilo Zucker und ebenso viele Nudeln, 120 Liter Milch, 36 Pfund Kaffee und Kondensmilch, unzählige Wasserkästen und Pakete mit Puddingpulver, Süßigkeiten und vieles mehr lagern nun in der Suppenküche und warten auf ihre Verwertung. „Wir konnten sogar Bratenfleisch und Gehacktes dazu kaufen“, freut sich Dirk Tiedemann vom Tanta-Emma-Laden. „Das wird eine Zeitlang reichen“, freut sich Jens Haasen, der es begrüßen würde, wenn es in Hagen noch weitere Einrichtungen dieser Art gäbe. „Der Bedarf ist auf jeden Fall vorhanden“, weiß Haasen aus Erfahrung.

Mehr als vier Tonnen Lebensmittel wurden jetzt vom Container in die Suppenküche verladen. Container-Chef Thomas Gubisch hatte die Idee zu der Sammelaktion. Seine Leute entluden eine Stunde lang Container und zwei Kastenwagen. (Foto: Anna Linne)

Für Thomas Gubisch ist klar, dass er diese Aktion, an der sich viele Firmen und Privatpersonen beteiligt haben, wiederholen möchte, denn es lebten immer mehr arme Menschen, die kaum Geld für ein Mittagessen haben.

Suppenküche

Durch die steigende Armut verzeichnet die Suppenküche am Märkischen Ring 101 jedes Jahr mehr Gäste. Im Jahr werden 55.000 bis 60.000 Mittagessen zubereitet, 7.000 Brote portioniert und über 30.000 ,Lunchpakete‘ gefertigt sowie 500 Pakete Kaffee gekauft.

Die Suppenküche benötigt 50.000 Euro jährlich für Lebensmittel, etwa 12.000 Euro für Miete, Energie und Nebenkosten und 14.000 Euro für die vielen Dinge, die zusätzlich erforderlich sind: vom Toilettenpapier bis zu den Versicherungen. In diesen Tagen konnte mit Hilfe einiger Sponsoren ein geeigneter Kleintransporter angeschafft werden, mit dem die Lebensmittelspenden abgeholt werden können.

Große Aufgabe

70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewältigen in fünf Teams ehrenamtlich die große Aufgabe, Hunger zu stillen und Gastfreundschaft zu zeigen. Viermal pro Woche beginnt die Arbeit gegen 8.30 Uhr mit dem Kartoffelschälen, Gemüseputzen und Brotschneiden. Gegen 10 Uhr, zur Kaffeepause, kocht der Eintopf seiner Fertigstellung entgegen. Von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr werden durchschnittlich 200 bis 250 Portionen zu den Gästen getragen. Dann wird aufgeräumt, und ab 14 Uhr ist die Arbeit geschafft. Zwischendurch gibt es Gelegenheit zu manchem guten Wort. Dienstags wird zwischen 8.30 und 11.30 Uhr ein Frühstück serviert.

Am besten lernt man die Arbeit kennen, indem man an einem Vormittag mit den Ehrenamtlichen gemeinsam Essen vorbereitet und serviert.

Wer mehr wissen oder spenden will, kann sich unter Telefon 0 23 31 / 2 04 27 27 oder 0 23 31 / 3 44 00 95 bei der Suppenküche melden.