Vom Entlein zum Schwan

Dr. Ingo Kuhfuß, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am St. Josefs-Hospital, informiert am Mittwoch, 2. März, im Sparkassen-Karree über die Möglichkeiten ästhetischer Chirurgie. (Foto: ric)

Hagen. (ric) Ein flacher Bauch, schlanke Hüften, ein faltenfreies Gesicht, perfekte Proportionen: Der Traum von ewiger Schönheit ist allgegenwärtig. Doch wer hat schon das körperliche Ideal?

Etliche Menschen sind mit ihrem Körper unzufrieden. Für nahezu jeden körperlichen Makel scheinen Schönheitsoperationen die einfache, schnelle Lösung zu sein. Fernsehsendungen und Magazine verkünden sie seit einigen Jahren als scheinbar gefahrlose Möglichkeit. Und seit der Jahrtausendwende entscheiden sich immer mehr Menschen für einen operativen Eingriff der Schönheit zuliebe: Falten werden unterspritzt, Bauchdecken gestrafft, Fett wird abgesaugt, Nasen verlieren ihren störenden Höcker. Allein in Deutschland werden pro Jahr gut eine Million Schönheitsoperationen durchgeführt – der Anteil der Männer steigt übrigens stetig.

Vortrag im Sparkassen-Karree

„Schönheitsoperationen sind salonfähig geworden“, meint auch Dr. Ingo Kuhfuß, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie im St. Josefs-Hospital. Im Rahmen des Gesundheitsforums, das vom Hagener Gesundheitsamt organisiert wird, spricht der Mediziner am Mittwoch, 2. März, ab 16 Uhr im Sparkassen-Karree unter dem Motto „Seriöse Schönheitschirurgie – geht so was?“.

Der erfahrene Arzt möchte in seinem Vortrag erklären, welche Möglichkeiten in der heutigen Schönheitschirurgie existieren. Schließlich gab es in den letzten Jahren eine Menge neuer Entwicklungen: Mittlerweile ist es sogar möglich, Körperfett durch Ultraschall zu reduzieren. „Doch es gibt auch Grenzen“, weiß Kuhfuß. „Nicht jeder Wunsch eines Patienten ist auch in der Realität durchführbar. Und natürlich müssen auch anatomische Voraussetzungen beachtet werden. Das kann schnell ernüchternd sein.“

Wer sich operativ verschönern lassen möchte, sollte sich vorher ausgiebig informieren. Schließlich sind die Operationen keinesfalls ungefährlich: „Ärzte müssen vor jedem Eingriff schonungslos über Risiken aufklären“, weiß der Mediziner. „Es drohen unter Umständen gravierende Folgen, zumindest aber kurzfristige Einschränkungen im Alltag und Berufsleben.“ Je nach Eingriff wartet eine umfassende Nachsorge auf die Patienten: „Nach Fettabsaugungen muss beispielsweise Kompressionswäsche getragen werden“, erläutert der Chefarzt.

Schönheit auf eigene Kosten

Und da Schönheitsoperationen von den Patienten selbst bezahlt werden müssen, gibt es keine Krankschreibung – für die Erholung nach dem Eingriff muss der normale Urlaub herhalten. „Die Krankenkassen kommen nur für die Kosten auf, wenn die Operation medizinisch notwendig ist. Dies ist zum Beispiel in der plastischen Hand- oder Verbrennungschirurgie der Fall.“

Und auch die rekonstruierende Chirurgie zählt zu den Bereichen, die von den Krankenkassen getragen werden. „Hierzu zählen unter anderem Eingriffe nach Unfällen und Krebserkrankungen“, erzählt Kuhfuß. „Aber auch nach massiven Gewichtsverlusten ist solch eine Operation medizinisch notwendig.“ Für diese Rekonstruktionen reisen die Patienten sogar aus Hamburg oder Fulda extra ins Altenhagener Krankenhaus.

Vertrauen zum Arzt ist wichtig

Entscheidend für den Erfolg eines Eingriffs ist die Qualifikation des behandelnden Arztes. Noch ist die Rechtslage nur unzureichend differenziert – „Ästhetischer Chirurg“ kann sich derzeit noch jeder Arzt nennen. Dr. Ingo Kuhfuß rät deshalb dazu, nach den Qualifikationen des Mediziners zu fragen: „Optimal ist eine zusätzliche Ausbildung zum Facharzt für plastische Chirurgie. Außerdem sollten die Patienten ihrem Arzt absolut vertrauen.“

Dem kann auch Richard Matzke vom Gesundheitsforum nur zustimmen: „Unser Ziel ist es, Interessierte bei unseren Vortragsveranstaltungen möglichst umfassend zu informieren. Nur so kann auch eine Vertrauensbasis entstehen. Deshalb bieten wir im Forum grundsätzlich Themen, die für viele Hagener Bürger wichtig sind.“ Am 8. Juni referiert das Westdeutsche Schwindelzentrum, am 21. September, dem deutschen Lungentag, beraten Ärzte der Klinik am Ambrock. Und am 2. November dreht sich alles um Rheuma. Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen frei.