Von Pferdesport bis Zeitreisen: Verlockende Freilicht-Vielfalt

Im LWL-Freilichtmuseum Hagen sind täglich viele Werkstätten in Betrieb. (Foto: LWL)

Hagen. Im Freilichtmuseum in Hagen ging es am Karfreitag, 30. März, in die neue Saison. Der LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) zeigt in diesem Jahr drei Ausstellungen in der Selbecke, das archäologische Experiment mit einem keltischen Rennofen geht in seine zweite Phase.

„Das Hagener Freilichtmuseum unternimmt viel, um den Aufenthalt der Besucher so angenehm wie möglich zu gestalten“, sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-­Parzinger. „Besucher haben hohe Ansprüche an Museen. Der LWL kann als Träger einen Service bieten, der eine gleichbleibende Qualität sicherstellt.“

Besucherorientierung stehe auch weiterhin an oberster Stelle im LWL-Freilichtmuseum. Dazu würden häufig Untersuchungen durchgeführt, um die Erwartungen und Wünsche der Besucher zu erfassen. Deren Resultate setzt das Museum nach und nach um.

In diesem Jahr werden die Mitarbeiter mit einheitlicher Dienstkleidung in „Hagener Himmelblau“ ausgestattet, so dass die Besucher schnell erkennen, an wen sie sich mit ihren Fragen wenden können. Ein besonderes Lichtkonzept wurde während des Winters in einigen Werkstätten realisiert. Die neue Lichtführung weist dezent auf wichtige Werkzeuge und Arbeitsprozesse hin. „Die vielen Werkstätten, die täglich in Aktion sind, die Wechsel­ausstellungen und Sonderveranstaltungen bieten besondere Erlebnisse. Auf jeden Fall ist immer was los im LWL-Freilichtmuseum Hagen“, so Rüschoff-­Parzinger.

Ausstellungen

„Echt alt!“ wird es im Hagener Freilichtmuseum, wenn es in der Zeit vom 6. Mai bis zum 31. Oktober ausgegrabenes Mittelalter zeigt: In der Hauptausstellung der Saison sind westfälische Ausgrabungsfunde aus dem Mittelalter zu sehen.

„Diese außergewöhnlichen Exponate präsentieren gewissermaßen die Vorgeschichte zu den Werkstätten, Berufen und handwerklichen Tätigkeiten, die im LWL-Freilichtmuseum zu sehen sind“, so Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann.

Begleitet wird die Ausstellung während des Sommers durch Veranstaltungen zu diesem Thema. Als Höhepunkt ist unter dem Titel „Potgeiter, Bilderbakker & Co.“ ein Mittelalter-­Wochenende (21. und 22. Juli) mit authentischen Vorführungen von mittelalterlichem Handwerk bis hin zum Markttreiben geplant. Parallel dazu wird unser archäologisches Rennofenexperiment fortgesetzt.“

Die Fotoausstellung „Von Ketten und festen Verbindungen“ startete direkt zu Saisonbeginn am Karfreitag (30. März). Sie stammt aus dem Kettenschmiedemuseum Fröndenberg. Die historischen Fotos reflektieren die harten Arbeitsbedingungen der Kettenschmiede aus längst vergangenen Jahren.

Modern ist dagegen die Ausstellung der Jungen Cellinis. Die Wettbewerbssieger der Nachwuchsgoldschmiede sind in unterschiedlichen Ausbildungsjahren. Sie haben schmückende „Meeresfrüchte“ gestaltet. Vom 15. April bis 11. August sind die kreativen Objekte der Unterwasserwelt im Goldschmiedehaus zu sehen.

Jahresprogramm

Die erste Sonderveranstaltung der Saison, „umGARNen“, findet am Wochenende 14. und 15. April statt. Dabei dreht sich alles um Nadel und Faden. Handarbeit als Freizeitbeschäftigung fasziniert, entspannt und macht vielen Menschen Spaß. Dazu gibt es bei den Profis viel zu gucken.

Am 1. Mai folgt das Trecker-­Treffen. Wie in jedem Jahr knattern über 200 der alten Landmaschinen durch das gesamte Museum. Auch zu Pfingsten (20. Mai) bietet das Freilichtmuseum automobile Nostalgie beim Oldtimer-Treffen „Oldie-Cars & Coffee“. Mehrere hundert Autos von gestern und vorgestern wetteifern um die Gunst der Besucher.

Die Hobby-Modellbauer und Modellbegeisterten gehen am Sonntag (1. Juli) „Auf große Fahrt“, wenn viele Schiff-, Auto- und Flugzeugmodelle zu Wasser, zu Lande und in der Luft ihre Kreise ziehen. Auch die professionellen Modellbauer stellen sich und ihr Berufsbild vor.

Aktiv in den Sommmerferien

Beim Sommerferienprogramm gibt es jede Woche einen anderen Workshop. Beim bunten „Kinderfest“ am 19. August ist das Museum voll in Kinderhand. Das Thema Mittelalter wird auch hier in die Spiele und Aktionen einbezogen. Das Fest wird vom Förderkreis unterstützt. Im mittleren Bereich auf dem Rasenplatz vor dem Restaurant „Museumsterrassen“ findet am 5. August der Reitsporttag statt. Dann präsentiert das LWL-Freilichtmuseum zusammen mit einer Reitsport-Agentur Pferde, Kutschen, Showeinlagen und jede Menge Informationen rund um Pferde und Pferdesport.

Im Spätsommer wird es retrofuturistisch: Am 2. September treffen sich Steampunker zur „Zeitreise“ und zum Picknick mit Unterhaltungsprogramm im Museum. Die Besucher können dann die auffälligen, teils viktorianisch gekleideten Steampunker beobachten und fotografieren. Markttreiben, Lesungen, Tanz und Musik sowie seltsame technische Konstruktionen à la Jules Verne runden den Sonntag ab.

Am Erntedankwochenende (29. und 30. September) veranstaltet das LWL-Freilichtmuseum sein „Herbstfest“. Das Fest kombiniert zwei Märkte: einen Spezialitätenmarkt mit regionalen Köstlichkeiten und einen Handwerkermarkt mit Angeboten, Vorführungen und Mitmachaktionen. Neben Kürbisschnitzen, Hütehundvorführungen tritt auch eine Band im Biergarten auf.

Preise stabil

Die Eintrittspreise für das LWL-Freilichtmuseum bleiben in dieser Saison stabil, sie betragen für Erwachsene 7 Euro, für Kinder von sechs bis 18 Jahren 2 Euro (unter sechs Jahren ist der Eintritt frei) und für Familien 15 Euro. Die Jahreskarten, die in den 30 LWL- und LVR-Museen gelten, kosten 25 bzw. 35 Euro für Familien.

Mehr Informationen zum Jahresprogramm gibt es im Internet unter: www.lwl-­freilichtmuseum-hagen.de.