Von Wetter über LA nach Bangkok und zurück

Wetter. Annina Sinn berichtete unlängst im Rahmen einer Sonderveranstaltung in der Ruhrkirche in Wetter über ihren fünfmonatigen Aufenthalt in den USA und Thailand. So war es ihr langgehegter Wunsch, mit der internationalen christlichen Organisation „Jugend mit einer Mission“ ferne Länder zu bereisen und durch Schulung und karitatives Engagement eine prägende Zeit zu erleben.

Zunächst ging es für Annina nach Los Angeles, wo sie auf ihre Zeit in Thailand vorbereitet wurde, gemeinsam mit 12 weiteren jungen Frauen und Männern aus verschiedenen Nationen. In dieser Anfangszeit ihrer Reise erlebte Annina Sinn auch den Hollywood-Effekt: Traumfabrik und menschliche Realität auf dem berühmten Walk of Fame. Auch hier, im „reichen Westen“, waren Obdachlose und Filmstars sowie Touristen gleichermaßen anzutreffen. In dieser Zeit hat Annina das Thema Großzügigkeit für sich entdeckt, wertvolle Freundschaften sind entstanden und insbesondere die Gemeinschaft mit anderen jungen Menschen begleiteten und prägten sie.

Dann ging es nach Thailand. Ein Land mit 70 Millionen Einwohnern, 94 Prozent Buddhisten, einem ausgeprägten (Sex-)Tourismus und einem sehr heißen, tropischen Klima, das ohne Klimaanlage für einen Westeuropäer nur schwer zu ertragen ist.

Auf ihrer Reise lernte Annina auf drei Stationen vor allen Dingen die Lebensumstände von allein aufwachsenden Kindern kennen. Im Norden des Landes in Chiang Mai war sie auf einer Farm, wo Ex-Gefangene eine Arbeit gefunden hatten. Aber auch das örtliche Jugendgefängnis, wo junge Männer zwischen 13 und 19 Jahren wegen Drogen, Mord oder Vergewaltigung einsaßen, wurde besucht. Höhepunkt für sie war eine christliche Taufe mit insgesamt 15 jungen Männern aus dem Gefängnis.

Nur mit Moskitonetz

Anschließend führte die Reise nach Chiang Rai zu entlegenen Bergdörfern, wo das Moskitonetz zum besten Freund wurde. Hier durfte sie mit ihren Begleitern ein Reisfeld bestellen, was eine wirklich schlammige Angelegenheit ist, sowie Kinder in Englisch unterrichten – für Annina mit die herausfordernste Zeit. Europäische Standards wie Klimaanlage, WLAN, sowie Hygienestandards unterscheiden sich deutlich von unseren.

Letzte Station war die Millionenmetropole Bangkok mit ihren schillernden Kontrasten – laut, dreckig, stickig und heiß. Hier war Annina schwerpunktmäßig in einem betreuten Wohnheim für Jugendliche im Einsatz.

„Wichtig geworden ist mir der Umgang mit anderen Menschen aus anderen Kulturen, Dankbarkeit für das Leben in Deutschland, das eigene Leben zu reflektieren und im Glauben erwachsener zu werden“, resümierte Annina Sinn ihre ganz andere Reise von Wetter über Los Angeles nach Thailand und zurück.