Wärme, wo sonst soziale Kälte herrscht: Die Bahnhofsmission Hagen

Hagen. (as) Für ihr Projekt „Einsatz zeigen – Jede Unterstützung hilft bedürftigen Menschen“ wurde die Bahnhofsmission Hagen mit dem Innovationspreis der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe ausgezeichnet.

Die Sparda-Bank fördert diesen Preis. Deshalb überreichte Michael Lehr, Filialleiter der Hagener Sparda-Bank, jetzt einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro an das Team der Bahnhofsmission Hagen.
Sie haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen. Sie reichen stützende Hände beim Ein- und Aussteigen. Sie helfen, wenn sich Reisende im Bahnhof nicht zurecht finden. Manchmal begleiten sie Kinder oder Menschen, die nicht mehr allein reisen können, zu Zielen in anderen Städten. Das Team der Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission Hagen spendet Wärme, wo oft soziale Kälte herrscht. „Wir sind Anlaufstelle für Menschen, die in Hagen stranden“, sagt Eduard Mandt, Helfer der Bahnhofsmission. „Wir sind so etwas wie Kirche vor Ort“, sagt Bahnhofsmissionsleiterin Ilona Ladwig-Henning. „Wir praktizieren Nächstenliebe – ohne auf Religion oder Herkunft zu gucken.“
Für diese Nächstenliebe wurde die Bahnhofsmission jetzt ausgezeichnet. Genauer gesagt: Sie wurde ausgezeichnet für ein Projekt, das diese Art der Nächstenliebe für andere erlebbar macht. Ulrich Kramm, ebenfalls Helfer der Bahnhofsmission, hat es ersonnen. „Einsatz zeigen“ heißt es. Hagener Persönlichkeiten unterstützen dabei an jeweils einem Tag die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Bahnhofsmission. Dabei lernen sie die Arbeit im Innendienst genauso kennen, wie den Dienst am Bahnsteig.
Viele Tassen Menschlichkeit
Werner Hahn, scheidender Leiter des Lutz, hat seine Schicht schon geleistet. Horst Wisotzki, Sozialdemokrat und Bürgermeister, servierte bereits Kaffee in der Bahnhofsmission und half Menschen in oder aus dem Zug.
Superintendentin Verena Schmidt bereitet sich gerade auf ihren Einsatz neben den Gleisen vor. Hermann Backhaus, Vorstandsvorsitzender der Märkischen Bank, will sich ebenfalls engagieren. Und auch Michael Lehr, Filialleiter der Sparda-Bank in Hagen, hat sich spontan bereit erklärt, in Kürze einen Tag lang die Weste der Bahnhofsmission überzustreifen.
Als ehemalige Eisenbahner-Spar- und -Darlehnskasse fühlt sich das Team der Sparda-Bank der Bahnhofsmission ohnehin verpflichtet. „Ich war sehr froh, dass der Innovationspreis an die Bahnhofsmission ging“, sagt Heinz-Gerd Stroecks, Repräsentant Ehrenamt der Sparda-Bank West.
Für das ehrenamtliche Team in Hagen bedeutet der Preis und der damit verbundene Scheck viel. Denn die Bahnhofsmission finanziert sich fast zu 100 Prozent aus Spendenmitteln.
Jede Tasse Menschlichkeit, die in den Räumen auf dem Bahnsteig 8/10 ausgeschenkt wird, wird von hilfsbereiten, warmherzigen Menschen bereit gestellt. „Die Hagener können stolz sein auf sich und ihre Stadt“, sagt Ilona Ladwig-Henning. „Das ehrenamtliche Engagement und die Spendenbereitschaft in Hagen sind vorbildlich.“ So darf es ihrer Ansicht nach weitergehen. Denn: „Wir können immer wieder und an vielen Stellen helfende Hände gebrauchen.“