Waffeln gegen Waffen am Red Hand Day

Hagen. (th) Seit über zehn Jahren gibt es die internationale Aktion „Red Hand Day“, mit der verschiedene Hilfsorganisationen gegen den Einsatz von Kindersoldaten protestieren. Immer am 12. Februar werden weltweit rote Hände gesammelt und wichtigen Politikern übergeben, um der Botschaft Ausdruck zu verleihen, dass Kinder nicht als Soldaten missbraucht werden dürfen. In Hagen unterstützt die lokale Arbeitsgruppe von Terre des hommes (Tdh) schon seit vielen Jahren regelmäßig dieses Projekt.

Weltweit 250.000 Kindersoldaten

Das Ziel der Kampagne ist in erster Linie, Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen und Informationen zu übermitteln. Denn immer noch gibt es schätzungsweise 250.000 Kindersoldaten weltweit. Mehrere Millionen sind in den letzten Jahrzehnten gestorben; die Überlebenden leiden an den psychischen und physischen Folgen. Oft werden Kindersoldaten direkt bei ihrer Rekrutierung gezwungen, ihre Familienangehörigen zu töten, um ihnen Gedanken an eine Rückkehr in ihr normales Leben auszutreiben. Um diese scheinbar unmögliche Rückkehr zur Normalität doch zu ermöglichen, zumindest bis zu einem gewissen Grad, fördert Terre des hommes die medizinische und psychologische Betreuung ehemaliger Kindersoldaten und finanziert Studien zu diesem Thema.

Das Problem der Kindersoldaten ist auch in Deutschland äußerst relevant, auch hier gibt es ehemalige Kindersoldaten. Die genaue Zahl ist schwierig zu erfassen. Aus Scham und aus politischen Gründen geben die Betroffenen oft nicht zu, dass sie in ihrer Vergangenheit als Soldaten missbraucht wurden. Nach deutschem Asylrecht gelten sie als Teil des Konflikts, nicht als Opfer, was den Erfolg von Asylanträgen negativ beeinflusst. Auch das Schwerpunkthema des „Red Hand Day“ 2015 – „Keine Waffen in Kinderhände – Waffenexporte stoppen!“ – hat in Deutschland hohe Relevanz, da die Bundesrepublik einer der weltweit größten Waffenexporteure ist.

„Waffeln gegen Waffen“

Passend zu diesem Schwerpunkt starteten Schülerinnen und Schüler des Albrecht-Dürer-Gymnasium in der Hagener Innenstadt die Aktion „Waffeln gegen Waffen“. Sie sammelten Spenden und vor allem „rote Hände“ und trugen das Thema in die Öffentlichkeit, nachdem sie sich schon schulintern intensiv damit befasst hatten. Terre des hommes hatte in einer Klasse des Gymnasiums die Botschaft des „Red Hand Days“ verbreitet und die Jugendlichen dieser Klasse trugen diese dann in die gesamte Schule weiter. Dass bei insgesamt ca. 500 Schülerinnen und Schüler am Ende 471 Hände gesammelt wurden und sich auch schulexterne Aktivitäten wie „Waffeln gegen Waffen“ daraus entwickelten, untermauert den Erfolg der von Tdh gefahrenen Strategie.

Die heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Cemile Giousouf betonte die Wichtigkeit des Engagements, da nur die Erzeugung von öffentlichem Interesse für derartige Themen schließlich die verantwortlichen Politiker zum Handeln bewegen würde. Sie selbst hatte sich schon am 12. Februar 2015 mit ihrem Handabdruck an der Kampagne im deutschen Bundestag beteiligt. Wer mehr über die Arbeit von Terre des hommes erfahren oder sich selbst engagieren möchte, findet entsprechende Infos unter www.tdh-hagen.de.