Wahlen, Übung, Müll

Hagen. (hc/AnS) Die SPD hat einen neuen Fraktionsvorsitzenden, eine Grüne bereitet Probleme, in Altenhagen gingen die Menschen auf die Straße und sammelten Müll, die Feuerwehr übte für den Ernstfall und der öffentliche Dienst streikte bei nasskalter Witterung, die dem Monat April wahrlich alle Ehre macht – das war die Hagener Woche im Überblick.

Rudel neuer SPD-Ratschef

Claus Rudel ist neuer Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Hagen. Der 49-Jährige wurde am Montag in der Fraktionssitzung mit 12:4 Stimmen bei einer Enthaltung zum Nachfolger von Mark Krippner gewählt.
„Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit als Erster unter Gleichen“, gibt der 49-Jährige gleich zu Beginn seiner Amtszeit einen Hinweis auf seinen zukünftigen Arbeitsstil.

Großübung am Arbeitsamt

Ein schreckliches Szenario bot sich am gestrigen Freitagnachmittag am Arbeitsamt in der Körnerstraße. Die Feuerwehr musste über 30 Verletzte aus dem Hochhaus retten. Zum Glück entpuppte sich das ganze Spektakel nur als Großübung. Denn die Feuerwehren sind nach Paragraph 32 des Gesetzes über den Brand und Katastrophenschutz zu solchen Übungen verpflichtet.

Die Feuerwehr Hagen wiederum nimmt Übungen gern zum Anlass, die bestehenden einsatztaktischen Konzepte zu überprüfen und aufgrund der gewonnenen Erfahrungen Verbesserungen für künftige Realeinsätze zu erzielen.
Zahlreiche Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr nahmen teil, weiterhin Teile der Berufsfeuerwehr, zwei Grundausbildungslehrgänge, ein Rettungsassistentenlehrgang, die Hagener Hilfsorganisationen sowie überörtliche Kräfte des Rettungsdienstes.

Erstmalig wurde in einem Gebäude der Hochhausklasse geübt, bei der eine Rettung über die Drehleiter meist nicht möglich ist.

Gericht bestätigt Fraktionsauschluss

Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat den Fraktionsausschluss der Grünen-Ratsfrau Barbara Hanning bestätigt. Das Vertrauensverhältnis sei nachhaltig gestört, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Vorstand des Kreisverbandes Bündnis 90/Die Grünen Hagen begrüßt, dass durch die Ablehnung der Klage von Barbara Hanning auf Wiederaufnahme in die Ratsfraktion endlich klare Verhältnisse geschaffen worden sind. Die volle Arbeitsfähigkeit der Grünen im Rat würde wiederhergestellt, wenn Barbara Hanning nun der Aufforderung der Fraktion nachkäme, ihr Mandat niederzulegen. Sie selbst will „als Solistin“ verbleiben.

Sauberkeitsaktion in Altenhagen

Auch an der Friedensstraße in Altenhagen waren die fleißigen Müllsammler unterwegs. (Foto: Caritas)
Auch an der Friedensstraße in Altenhagen waren die fleißigen Müllsammler unterwegs. (Foto: Caritas)

In Altenhagen fand eine bemerkenswerte Aktion statt, bei der sich viele engagierte Menschen getroffen haben, um den Stadtteil Altenhagen nicht nur etwas sauberer zu machen, sondern vor allem auch, um ein Zeichen zu setzen.

Denn viele (Alten-)Hagener sind nicht damit einverstanden, wie ihr Stadtteil zunehmend vermüllt. Zur Sammel- und Aufräumaktion hatten sich 15 Mitarbeiter der Sankt-Laurentius-Werkstätte, zehn Kinder der Friedenshauses Altenhagen, mehrere Mitarbeiter von Focus Altenhagen, sechs Bewohner der Flüchtlingsunterkunft Berghofstraße und Anwohner des Stadtteils zusammengefunden. Kurzfristig ließen sich auch noch ein paar durch die Warnwesten neugierig gewordene Anwohner zum Mitmachen aktivieren. Besonders schön war auch der inklusive Charakter der Aktion, da sich Teams aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammenfanden. Der HEB hatte der Aktion Müllbeutel und Handschuhe zur Verfügung gestellt und den eingesammelten Müll im Anschluss abgeholt: Rund 320 Kilo Müll wurden aufgesammelt.

Streik im Öffentlichen Dienst

Frieren mussten die Hagener vor allen Dingen am Mittwoch an den Bushaltestellen der Stadt. Der April machte, was er wollte und schickte mehr Regen-, Graupel- und Schneeschauer als Sonnenschein, der Öffentliche Dienst machte indes seiner schlechten Laune Luft: mit Warntreiks.

Betroffen waren etliche Pendler, die mancherorts in der Kälte lange auf eine Beförderungsmöglichkeit warten mussten. Nur ein Notfahrplan hielt den Verkehr aufrecht und auch so manche Mülltonne blieb ungeleert am Straßenrand stehen, einige Bürger standen überdies bei den Ämtern vor geschlossenen Türen.

Verdi fordert über sechs Prozent – Geld, das der Steuerzahler aufbringen muss. Die Tarifverhandlungen indes sind noch nicht abgeschlossen, weitere Streiks könnten also beizeiten drohen. Erneut könnten dann wieder insbesondere Rentner, Schüler und Eltern stark betroffen sein.