Was ändert sich 2013? – Teil 4

Hagen. (Red.) Auch rund ums Thema Auto, Zweirad und Mobilität müssen sich die Bürger 2013 deutschlandweit sowie im Ausland auf ein paar Neuerungen einstellen. In den Bereichen Recht und Versicherungen stehen für Reisende Änderungen an. Die Reform des Punktesystems kommt zwar erst im Februar 2014, der ADAC rät Autofahrern aber bereits in diesem Jahr Aufbauseminare zum Punkteabbau zu nutzen, da dies voraussichtlich ab 2014 nicht mehr möglich sein wird.

Hier ein Überblick der wichtigsten Änderungen:

Begrenzte Haltbarkeit

Ab 19. Januar 2013 hat der Führerschein nur noch eine Lebensdauer von 15 Jahren. Danach muss er umgetauscht werden – jedoch ohne dass etwa eine ärztliche Untersuchung fällig wird. Die Regelung betrifft nicht nur Führerschein-Neulinge: Zwar bleiben alte Dokumente bis 2033 grundsätzlich von der Tauschpflicht befreit. Doch selbst wer schon Jahrzehnte hinter dem Steuer sitzt, fällt automatisch unter die 15-Jahre-Regelung, wenn er neue Papiere beantragt hat und diese erst ab dem Stichtag erhält. So zum Beispiel, wenn nach einem Diebstahl einer neues Dokument beschafft werden muss oder der graue Lappen aus der vordigitalen Zeit gegen die moderne Ausführung getauscht werden soll.

Neue Klassen

Darüber hinaus freuen sich vor allem Teenies über die Führerschein-Reform: Die 80-km/h-Regelung für 125er Motorräder fällt weg, Einsteiger zwischen 16 und 17 Jahren dürfen künftig mit 48 PS starten (die Führerschein-Klasse „A1“ wurde hierzu erweitert). Neu ist die Führerschein-Klasse „A“ ab 16 Jahre: Sie gilt für zwei- und dreirädrige Kleinkrafträder sowie vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h, 50 Kubik bzw. vier Kilowatt Leistung. Diese Fahrzeuge fielen vorher in die Klassen „M“ und „S“. Die Klasse „A2“ ersetzt beschränkt die bisherige Klasse „A“. Sie gilt für alle Motorräder bis zu 35 Kilowatt und einem Leistungsgewicht von maximal 0,2 Kilowatt pro Kilogramm. Sie erweitert sich jedoch nicht nach zwei Jahren automatisch zur Klasse „A“. Dafür müssen eine theoretische und praktische Ausbildung nachgewiesen sowie eine praktische Prüfung absolviert werden. Wichtig: Für Inhaber der aktuellen beschränkten „A“-Fahrerlaubnis ändert sich nichts.

„Dreiräder“

Änderungen kommen auch auf Trike-Fans zu: Reichte für die motorisierten Dreiräder bislang der Pkw-Führerschein, werden die Gefährte ab dem 19. Januar Motorrädern gleichgestellt – für Trikes ist ein Mindestalter von 21 Jahren sowie ein Motorrad-Führerschein der Klasse „A“ erforderlich. Auch dürfen mit einem ab dem 19. Januar 2013 erworbenen Führerschein der Klasse „A“ an Motorrädern und Trikes keine Anhänger mitgeführt werden. Die neuen Bestimmungen gelten nur für Führerschein-Neulinge.

Benzinpreise in Echtzeit

Mehr Markttransparenz bei den Preisen für Benzin und Diesel und damit verbesserten Wettbewerb soll eine neue Stelle bringen, die zu Jahresbeginn 2013 beim Bundeskartellamt eingerichtet worden ist.

Die Preise, die die Tankstellen melden, werden in einer Datenbank erfasst und an private Anbieter von Vergleichsportalen übermittelt. Via Smartphone-App, Internet oder Navigationssystem können Autofahrer künftig die aktuellen Spritpreise abfragen und dann den Weg zur günstigsten Tankstelle in der Nähe einschlagen. Auf diese Weise günstiger zu tanken, wird jedoch frühestens im Sommer 2013 möglich sein, weil die Technik bis dahin auf sich warten lässt.

Knöllchen

Falsches sowie zu langes Parken wird ab dem 1. April 2013 teurer. Parktickets waren bislang vielerorts teurer als Strafzettel – und so mancher Autofahrer riskierte deshalb aus „Spargründen“ lieber ein Knöllchen. Künftig kostet es 10 statt 5 Euro, wenn man – je nach Begebenheit – falsch, ohne gültigen Schein oder eingestellte Scheibe parkt oder die Zeit um bis zu 30 Minuten überzieht.

Partikelfilter für Dieselfahrzeuge: Förderbetrag reduziert sich

Die Förderung für die Nachrüstung von Partikelfiltern bei Dieselfahrzeugen ist bis 2013 verlängert, allerdings auch zum Jahreswechsel von 330 auf 260 Euro abgesenkt worden. Die Nachrüstung trägt nicht nur zum Umwelt- und Gesundheitsschutz bei, sondern wirkt sich auch positiv auf die Höhe der Kfz-Steuer aus. Zudem können nachgerüstete Dieselfahrzeuge eine bessere Feinstaub-Plakette bekommen, um in die Umweltzonen der Städte fahren zu können. Informationen zur Nachrüstung bietet das Kfz-Gewerbe oder auch zum Beispiel der Verkehrsclub Deutschland.

Freie Fahrt für Fernbusse

Zum 1. Januar 2013 ist die Liberalisierung des Deutschen Busmarktes in Kraft getreten. Fernbusse können auf wichtigen Routen erstmals mit der Deutschen Bahn konkurrieren: Denn auf allen Strecken, die länger als 50 Kilometer sind, dürfen Busgesellschaften nun parallel zu bestehenden Zugverbindungen regelmäßigen Linienverkehr anbieten. Hauptanreiz: Ein im Vergleich zur Bahn günstigerer Fahrpreis. Zielgruppe des neuen Angebots sind aber auch Autofahrer, die angesichts der Benzinpreise ihr Gefährt lieber stehen lassen möchten.

Elektroautos

Die Kfz-Steuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge einschließlich Brennstoffzellenfahrzeuge mit Erstzulassung ab 18. Mai 2011 wird von fünf auf zehn Jahre verlängert.

„Fahrräder“

„Pedelecs“ bis 25 km/h und 250 Watt fallen jetzt auch dann unter die Kategorie Fahrrad, wenn sie über eine Anfahrhilfe bis 6 km/h verfügen. (Ein Pedelec – „Pedal Electric Cycle“- ist ein Fahrrad, bei dem der Fahrer beim Trampeln von einem Elektroantrieb unterstützt wird. Dazu gehört eine elektronische Steuerung, die automatisch verhindert, dass der Motor auch ohne Treten und oberhalb einer gesetzlich festgelegten Geschwindigkeit von in der Regel 25 km/h Leistung abgibt.

Männer und Frauen – ein Preis

Ab diesem Jahr müssen Versicherungsunternehmen einheitliche Tarife für Männer und Frauen, sogenannte „Unisex-Tarife“, anbieten. Daher gibt es in den neuen Verträgen der Autoversicherungen keine entsprechenden Rabattmerkmale mehr.

„Schutzlos“

Gesetzliche Krankenversicherungen dürfen ab diesem Jahr keinen kostenlosen privaten Auslandskrankenschutz mehr anbieten.

Reisen & Co.

  • Österreich: Die österreichische Regierung plant laut österreichischem Kraftfahrverband ÖAMTC 2013 eine drastische Erhöhung der Strafrahmen für Bagatelldelikte.
  • Frankreich: Ab sofort ist reflektierende Kleidung für Motorradfahrer verpflichtend. Ab März müssen Autofahrer ohne gültigen Alkotester im Fahrzeug mit einem Bußgeld von 13 Euro rechnen.
  • Ein Gesetz zur Schlichtung im Luftverkehr wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2013 verabschiedet. Es soll Reisenden eine Streitschlichtung im außergerichtlichen Rahmen ermöglichen.
  • Bis zum nächsten Frühjahr wird außerdem eine Nachbesserung der Fluggastrechte angestrebt.

(Quellen: ADAC, Verbraucherberatung NRW)