Was sich die Hagener für 2012 wünschen

Hagen. (tau) Neues Jahr, neues Glück. Große Wünsche, gute Vorsätze. Und was wollen die Hagener? In einer kleinen Umfrage haben wir mal eine Bestandsaufnahme der Träume für 2012 gemacht und waren über das Ergebnis doch etwas erstaunt. Denn eins zeichnet sich deutlich ab: So richtige konkrete Wünsche und feste Vorsätze äußerten nur wenige.

Egal ob jung oder alt – ein neues Haus, ein Lottogewinn, mehr Sport oder weniger rauchen gehörte nur sporadisch zu den Antworten, die wir bekamen. Stattdessen der sehr häufig und sehr ernsthaft geäußerte Wunsch nach Gesundheit für einen selbst und die Liebsten. Sie steht an erster Stelle bei den Hagenern: „Weil ich in diesem Jahr erlebt habe, wie schlimm es ist, wenn man krank ist und zum Stillstand gezwungen ist, das Leben einfach nicht wie gewohnt weiterleben kann,“ erklärt eine alleinstehende Bürokauffrau (46). Eine 54-jährige Buchhalterin betont: „Ich habe meinen Mann bis zu seinem Tode gepflegt und weiß, was Leiden ist. Deshalb weiß ich Gesundheit noch mehr zu schätzen.“

„Besondere Wünsche und Vorsätze? Habe ich nicht. Ich werde jeden Tag so nehmen, wie er ist, das beste daraus machen. Alles kann sich von Stunde zu Stunde ändern,“ sagt eine Frau, die mit ihrem kranken Vater zusammen lebt. „Durch seine Krankheit habe ich die letzten Jahre erkannt, dass es nichts nützt, dem hinterher zu jammern, was man verloren hat, sondern das zu genießen, was einem geblieben ist. Und das ist gar nicht so wenig, man muss es nur zu schätzen wissen.“

Wunschlos glücklich

Zufriedenheit und Vernunft klingen aus den Antworten vieler Befragter: „Dass es weiter so läuft wie das Jahr geendet hat,“ sagt ein junger Maurer.

„Ich bin wunschlos glücklich. Möge das neue Jahr genau so werden wie das alte: Ich war nicht ein einziges Mal krank, hatte nicht mal einen Schnupfen, keinen Unfall, kein Unglück; meine Kinder sind gesund und hatten Erfolg in der Schule – was will ich denn mehr?“ freut sich ein 55-jähriger Lehrer.

„Ich wünsche mir nichts. Und ich nehme mir auch nichts vor, bin sonst eh wieder enttäuscht, wenn es nicht funktioniert. Das habe ich jahrelang erlebt, als ich beispielsweise aufhören wollte zu rauchen, jetzt reicht‘s mir. Den Stress tu ich mir nicht mehr an,“ grinst eine 60-jährige Sekretärin.

Nachdenkliche Töne von einer Erzieherin (31): „Ich weiß ja gar nicht, was auf mich zukommt. Was passiert, passiert. Deshalb wünsche ich mich erst gar nichts. Außer eins: Mehr Zeit!“

Wunsch nach Zeit

Neben Gesundheit hat sich „Zeit“ als ein ganz großes Thema bei unserer Umfrage herauskristallisiert. Ein Hagener sagte uns, er habe einen solchen Stress, dass er gar keine Zeit habe, sich über seine Wünsche oder Ziele für 2012 überhaupt Gedanken zu machen.

„Mehr Zeit für mich und meinen Partner“, „Mehr Zeit mit meiner Familie“ antworteten viele bei unserer 2012-Umfrage. „Einfach Zeit für schöne Dinge!“ wünschte sich eine junge Frau. „Mehr Zeit fürs Training mit meiner Fußballmannschaft“, sagte ein 40-Jähriger. Und: „Zeit für mehr Spaziergänge!“ nannten gleich mehrere.

Als Grund für ihren Zeitmangel geben fast alle Befragten „zu viel Arbeit“ und „Überstunden“ an. Arbeit gehört wie erwartet zu den großen Themenbereichen. Erfolg im Job, ein höheres Gehalt oder eben ein kleineres Stundenvolumen wird als Wunsch genannt. Auch von einer 45-jährigen Firmenchefin: „Ich möchte im neuen Jahr lernen, ’nein’ zu sagen. Sowohl im dienstlichen wie auch privaten Bereich. Das wird langsam (über-)lebenswichtig!“ Und leise seufzend fügt sie hinzu: „Hab ich schon letztes Jahr gesagt Ob ich es diesmal schaffe ?“

Was Frauen wünschen

„Was ich mir fürs nächste Jahr wünsche? Endlich wieder einen richtigen Sommer! Acht Wochen Dauersonne, Wärme! Damit meine Knochen mal nicht mehr so weh tun!“ erklärte uns eine energische alte Dame. Und ihre Freundin ergänzte: „Also, ich würde mir ein friedliches Miteinander in der Familie wünschen. Das wär mal was “

Eine Verkäuferin (25) hofft, dass ihr Freund ihr 2012 den ersehnten Heiratsantrag macht. Eine 46-jährige Sozialarbeiterin wünscht sich, dass „ihre neue Liebe endlich mal funktioniert“. Und eine vierfache Mutter (40) wünscht sich „eine wunderbare Gelassenheit“ fürs kommende Jahr.

Männerträume

Wenn konkrete Wünsche genannt wurden, kamen sie übrigens ausschließlich von Männern: Ein PC-Techniker (40) hofft auf einen Traumurlaub am Meer mit der Frau, fünf Kilo weniger auf der Waage stehen auf dem Plan für einen Bürokaufmann (33), eine neue Fotokamera wünscht sich ein Industriekaufmann (32). „Ich möchte einen Porsche! Denn das hab ich mir geschworen: bevor ich 50 bin, will ich einen Porsche haben!“ begeistert sich ein 48-jähriger Bankangestellter. Und ergänzt schmunzelnd: „Na ja, wenn‘s 2012 noch nicht klappt, ist nicht so schlimm, ich hab ja noch ein Jahr Zeit “

Die diplomatischste und sicherlich wortschönste Antwort auf unsere Frage nach den Wünschen für 2012 gab uns übrigens ein 63-jähriger Landwirt: „Ich wünsche mir ein Jahr, von dem ich sagen kann, es möge noch viele Jahre dauern!“ – Dem haben wir auch nichts mehr hinzuzufügen. Bleibt nur noch eins: „Guten Rutsch!“