Weg frei für die 1. Sekundarschule

Breckerfeld. (nic) Zumindest in Breckerfeld sind die St. Jacobus-Realschule und die danebenliegende städtische Hauptschule Auslaufmodelle – und geben damit den Weg frei für eine neue, bisher unerprobte, aber vielleicht zukunftsweisende Schulform: die Sekundarschule.

Knut-Michael Leimann, kommissarischer Leiter der St. Jacobus-Schule - Ev. Sekundarschule Breckerfeld (ESB), sieht in der Sekundarschule ein zukunftsträchtiges Schulmodell. (Foto: Nicole Stember)

Bereits nach den Sommerferien, am 23. August 2012, geht die Jacobus-Sekundarschule in Trägerschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen an den Start. Die Anmeldungen sind von Montag, 13. Februar bis Mittwoch, 15. Februar, in der Zeit von 8 bis 16 Uhr, in der St. Jacobus-Schule in Breckerfeld möglich. Mitzubringen sind die Grundschulempfehlung und die letzten beiden Zeugnisse.

Die Genehmigung für die Sekundarschule ist am letzten Wochenende gekommen“, freut sich Knut-Michael Leimann, kommissarischer Leiter der Ev. Sekundarschule. Die Stadt Breckerfeld gehört mit Wetter zu den wenigen Standorten in unmittelbarer Nähe zu Hagen, die mit der Sekundarschule starten dürfen. Damit die Schule den Betrieb aufnehmen kann, müssen mindestens drei Parallelklassen mit 25 Schülern pro Klasse eingerichtet werden, also mindestens 75 Schüler pro Jahrgangsstufe. Die Breckerfelder streben sogar eine Vierzügigkeit an.

Konzept

Charakteristisch für die Sekundarschule ist das gemeinsame Lernen in den Jahrgangsstufen 5 und 6, bekannt aus der Grundschule, in gemischten Klassenverbänden mit Binnendifferenzierung, das heißt individuellen Fördermöglichkeiten. Ab Klasse 6 beginnt die Wahlpflichtdifferenzierung. Die Breckerfelder Kinder haben die Möglichkeit, eine weitere Fremdsprache (zum Beispiel Französisch) oder Arbeitslehre (Technik und Hauswirtschaft) zu wählen. Erst ab der 7. Klasse findet der Unterricht schließlich in den drei bekannten Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium statt.

Eine weitere Fremdsprache wird ab Jahrgangsstufe 8 angeboten, um die Anschlussfähigkeit an das Abitur zu sichern. Eine gymnasiale Oberstufe gibt es, wie von der Gesamtschule bekannt, nicht an der Sekundarschule. Es bestehen derzeit aber Kooperationen mit dem Hildegardis-Gymnasium und dem Cuno-Berufskolleg in Hagen. Natürlich ist bei entsprechendem Abschluss auch der Besuch der gymnasialen Oberstufe an jedem anderen Gymnasium, an jeder anderen Gesamtschule und an weiteren Berufskollegs möglich“, bestätigt Knut-Michael Leimann.

Ziele

Die Eltern müssen sich nicht schon nach der 4. Klasse entscheiden, welchen Schulweg ihr Kind einschlägt“, führt Leimann die Vorteile einer Sekundarschule auf. Das Konzept der Breckerfelder sieht vor, länger gemeinsam zu lernen, aber Stärkere ebenso wie Schwächere zu fördern. Ein Wechsel zwischen den einzelnen Profilzügen sei bis zum Start der Klasse 9 möglich. Wenn sich ein Kind erst später entwickelt, muss es nicht gleich die Schule wechseln, um einen höheren Bildungsweg einzuschlagen. Bereits in Klasse 5 sollen schon spezielle Förderstunden in Deutsch und Mathe ansetzen.

Auf die Frage, ob in Klassenverbänden alle Kinder ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden könnten, gibt Leimann ebenfalls positiv Antwort: Das ist für uns kein Problem, da wir in unseren Realschulklassen längst Kinder mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung unterrichten.“ Einen weiteren Vorteil der Sekundarschule sieht Leimann darin, dass die Breckerfelder Kinder länger an den Schulstandort vor Ort gebunden bleiben. Bisher mussten die Kinder, die ein Gymnasium besuchen wollten, mit dem Bus bis nach Hagen fahren. Nun können sie erst einmal vor Ort den gymnasialen Weg einschlagen, zumindest bis zur 10. Klasse.

Der Ganztag

Die Ev. Sekundarschule in Breckerfeld läuft im gebundenen Ganztag. Der Unterricht beginnt um 7.35 Uhr. Er endet montags, mittwochs und donnerstags um 15.15 Uhr, freitags um 12.45 Uhr. Für alle Schüler gibt es eine betreute Mittagspause von in der Zeit von 12.45 Uhr bis 13.45 Uhr, in der in der Mensa eine warme Mahlzeit angeboten wird. Eine Mensa gibt es schon an der jetzigen Realschule, derzeit noch in verkleinerter Form, da ein Teil anderweitig genutzt wird. Für die Sekundarschule soll sie jedoch wieder vollständig als Mensa genutzt werden. Ebenso sollen Küchenbereich und Essensausgabe renoviert werden. Beide Gebäudekomplexe, Realschul- wie auch Hauptschul-Gebäude, stehen der Sekundarschule zur Verfügung. Als weitere Baumaßnahme stehe ein neuer Zuweg von der Real- zur Hauptschule an, der bereits mit der Stadt vereinbart worden sei.

Die Kinder, die sich derzeit noch in der Hauptschul- oder Realschullaufbahn befinden, können ganz normal ihren vorgesehenen Abschluss in Breckerfeld machen, unabhängig vom Sekundarschulstart.