Weihnachtsbaum-Königin eröffnet die Saison 2018

Dies ist der offiziell erste in Deutschland gefällte Weihnachtsbaum 2018: Auf Gut Kuhweide in Hagen strahlt Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank. Neben ihr steht Eberhard Hennecke, Vorsitzender des Fachverbands Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Garten NRW; er hat einfach gekonnt gesägt. (Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. (ce) Das Jahres-Motto für Weihnachtsbäume lautet „Aus der Region – für die Region“. Ein kleiner Hagener Nadelbaum ist soeben geadelt worden als der offiziell erste Weihnachtsbaum in ganz Deutschland, der im Jahr 2018 gefällt wurde. Mit ihm beginnt die Saison.
Unter den Augen der aus Karlsruhe angereisten Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank setzte Eberhard Hennecke, Vorsitzender des Fachverbands Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im NRW-Landesverband Gartenbau, am Donnerstag, 8. November, um 11.30 Uhr gekonnt die Säge an.

Hervorragende Wahl

Die offizielle Eröffnung der Weihnachtsmarktsaison für ganz Deutschland findet jedes Jahr mit viel Fach- und Regionalprominenz in einem anderen Bundesland auf einem Vorzeige-Betrieb statt. Dieses Jahr war Nordrhein-Westfalen an der Reihe. Die Wahl fiel auf Hagen, genauer eben auf Gut Kuhweide im Hagener Süden. Traute und Dirk Heimhard sorgten als Gastgeber für einen stimmungsvollen Rahmen.
„Hagen ist eine sehr gute Wahl“, versichert Bürgermeister Horst Wisotzki. „Unsere Stadt vereint auf ideale Weise eng die Weihnachtsbaum-Erzeuger im Sauerland und die Weihnachtsbaum-Käufer in den Ballungszentren des Ruhrgebiets. Und das Hagener Gut Kuhweide selbst ist ein vorbildlicher Betrieb.“

Der ideale Baum: Wie sieht er aus?

Der deutsche Weihnachtsbaum: Er steht da als wichtigstes Symbol für Tradition, für Familie, für Ruhe und Gemütlichkeit in den dunkelsten Tagen des Jahres. Sein Anbau und seine Vermarktung sind ein starker Wirtschaftszweig.
Neun Millionen Bäume werden auf 15.00 Hektar allein in NRW angebaut. Jeder dritte deutsche Weihnachtsbaum kommt aus dem Sauerland. Rund acht Jahre stehen die Bäume in den Kulturen und werden gehegt und gepflegt und gezielt gedüngt und geschnitten bis zur Fällung.
Der ideale Baum ist symmetrisch, farbig gleichmäßig und formschön gewachsen. Besonders beliebt bleibt die Nordmanntanne, gefolgt von Blau- und Rotfichte und der Nobilistanne. Der Trend geht zu eher kleineren Bäumen zwischen 1,50 und 1,75 Metern.
Makellos sollen sie sein. Und am liebsten aus einem Betrieb vor Ort. Regionalität und Nachhaltigkeit stehen ganz oben auf der Wunschliste. Zu einem besonders geschätzten Vorweihnachtserlebnis gilt immer mehr das eigenhändige Schlagen oder zumindest der Kauf des Baums direkt vor Ort beim Erzeuger.

Rekord-Trockenheit

„Die Anbauer stehen jedes Jahr vor großen Herausforderungen“, sagt Karl Werring, Präsident der Landwirtschaftskammer NRW. „In diesem Jahr war es die Trockenheit. Es ist noch einmal gut gegangen: Die Bäume und auch das Schnittgrün sind tadellos gediehen. Die Natur hilft sich selbst. Verluste gab es nur auf sehr sandigen, wasserarmen Böden und in noch ganz jungen Kulturen. Spätfrost und Hagel blieben zum Glück ganz aus.“
Dennoch werden die Preise für die voraussichtlich 27 Millionen benötigten Bäume geringfügig steigen. Zwischen 50 Cent und einem Euro pro laufenden Meter werden die Verbraucher mehr zahlen müssen als im Vorjahr, denn auch die Kosten der Erzeuger steigen.

Weihnachtsbäume helfen Kindern

Seit 2013 läuft die Aktion „Weihnachtsbäume helfen Kindern“ des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger. Über 80.000 Euro wurden bisher gesammelt und an verschiedene SOS-Kinderdörfer übergeben.
Wer einen Weihnachtsbaum mit dem dafür entwickelten Etikett kauft, beteiligt sich dadurch mit jeweils einem Euro an der Spendenaktion. Bei der Saisoneröffnung auf Gut Kuhweide konnten die Weihnachtsbaum-Anbauer einen symbolischen Scheck über 7.800 Euro an Josephine Vossen und Ute Friedrich als Vertreterinnen des Lüdenscheider SOS-Kinderdorfes Sauerland übergeben. Das Geld soll vor allem im Freizeit- und Kreativbereich der Kinder verwendet werden.