Wein-Erlös aus Hagen hilft Aids-Waisen

Die Eltern dieser Kinder sind an Aids verstorben. Würde es nicht das St.-John’s-Center geben, würde sich niemand um sie kümmern. Dafür ist man dringend auf Spenden aus der „Ersten Welt“ angewiesen, zum Beispiel aus Hagen. (Foto: Fasel)

Hagen. (ME/ anna) Vor dem evangelischen Gemeindehaus der Markuskirche auf dem Ischeland werden sich in wenigen Tagen wieder etliche Rebensaftfreunde oder Feinschmecker mit großer Lust und Laune einfinden. Denn die evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde lädt erneut unter dem Motto „Trinken, Essen, Spaß, Musik“ zum großen Weinfest ein.

Das Weinfest am Markus-Gemeindehaus – postalisch: Rheinstraße 27 – hat inzwischen schon eine gewisse Tradition: Am kommenden Samstag, 16. Juni 2012, steht es bereits zum 7. Mal auf dem Terminkalender. Die erste Flasche Wein, geliefert von einem Pfälzer Winzerverein, wird um 16 Uhr entkorkt.

Tieferer Sinn

Wenngleich das Motto „Trinken, Essen, Spaß, Musik“ heißt, so wird doch nicht „einfach nur“ Party gemacht. Die Veranstaltung birgt einen tieferen Sinn: Der Erlös kommt den Kindern des von katholischen Schwestern geleiteten Aids-Waisenhauses „St. John’s Care Center“ im südafrikanischen Städtchen Barberton zu Gute. Die Eltern dieser Kinder sind an Aids verstorben. Würde es nicht das St.-John’s-Center geben, würde sich niemand um die Dötze kümmern. Obendrein gibt es kaum staatliche Unterstützung – man ist deshalb auf Spenden aus der „Ersten Welt“ angewiesen.

Das Aids-Waisenhaus betreut Kinder im Alter von 1 bis 15 Jahren. Das Durchschnittsalter beträgt sieben Jahre. Die meisten Kinder sind HIV-positiv“, weiß Ulrike Fasel. In Südafrika leben mehr Menschen, die an Aids erkrankt sind, als in jedem anderen Land der Welt. Schätzungsweise sind es 5,6 Millionen Südafrikaner, die infiziert sind. Jährlich sterben 400.000 Menschen in diesem Land.

„Uns geht es gut. Deshalb wollen wir mit Menschen teilen, denen es nicht so gut geht!“ Mit diesen Worten beschreibt Ulrike Fasel ein weiteres Motto des Weinfestes der Markus-Kirchengemeinde. Und deshalb wollen sich am Samstag zahlreiche Gemeindemitglieder, Freunde und Nachbarn wieder rings um das Ischeländer Wahrzeichen treffen, um bis tief in den Abend hinein Pfälzer Wein zu genießen, ins Gespräch zu kommen – und mit all’ dem Gutes zu tun.

Tolle Idee

Reinerlöse in Höhe von 1.500 Euro und mehr waren in der Vergangenheit keine Seltenheit. Und das Schöne: das Geld ging nahezu 1:1 direkt ans Waisenhaus. Dafür hat bislang immer die Stadtkirchengemeinde gesorgt. „Eine tolle Idee, die Freude und Verantwortung miteinander verbindet“, betont Ulrike Fasel.

Die Idee zum Weinfest stammt von der Familie Fasel aus der Siegstraße, die mit der Projektgruppe, Freunden und Verwandten die ganze Organisation gestemmt hat und immer noch stemmt: Vom Wein über die Waffel- und Schmalzstullen-Produktion bis hin zum Auf- und Abbau von Zelten, Kühlschränken und Biertischen.

Große Anerkennung

In all den Jahren waren immer wieder diverse Pfarrer aktiv ins Geschehen zugunsten des St. John’s-Aids-Waisenhauses eingebunden. Sie haben in den Gottesdiensten gesammelt und auf Geburtstagen um Spenden gebeten. Sogar auf Abi-Feiern ging der „Hut“ herum. Obendrein wurden Kochbücher liebevoll gebastelt und mit Leidenschaft verkauft, um zusätzliche Euro aufs Konto zu bekommen. Ulrike Fasel schätzt, dass mittlerweile aus Hagen seit 2003 etwa 55.000 Euro nach Barberton überwiesen werden konnten. Die Anerkennung ist inzwischen so hoch, dass diese Initiative sogar zu den offiziellen NRW-Projekten zählt.

Neben Ulrike Fasel und unterscheidlichen Pfarren waren es vornehmlich Karsten und Ute Ecks, Jan Fasel, Heike Hasenberg, Burkhard Huwald, Noelia Landro, Otfried Michel, Ulrike Wegner und Mechthild Würbel, die sich auf dem Ischeland in den letzten Jahren mächtig ins Zeug gelegt haben. Am Samstag hoffen sie allesamt wieder auf viele Gäste und Freunde, damit sich am Ende des kommenden Wochenendes erneut mindestens 1500 Euro im „Klingelbeutel“ befinden…