Weltgästeführertag: Dreimal durch Hagen

Der Weltgästeführertag steht am Samstag auch in Hagen auf der Tagesordnung
Der Weltgästeführertag steht am Samstag auch in Hagen auf der Tagesordnung – mit drei Stadtspaziergängen, geleitet von Susanne Müller (l.), Bettina Amort-Kruse (r.) und Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff. (Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. Hagen war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine prosperierende und aufstrebende Industriestadt. In dieser Zeit des Oberbürgermeisters Cuno wirkte hier auch der Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus, Gründer des Folkwang-Museums, des ersten deutschen Museums für zeitgenössische Kunst.

Für sein Ziel, das gesellschaftliche Leben mittels Kunst umzugestalten, holte er internationale Künstler und vor allem Architekten nach Hagen, so etwa den belgischen Stardesigner Henry van de Velde und den ersten herausragenden deutschen Industriedesigner Peter Behrens.

Die Volmestadt entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Zentrum der künstlerischen und architektonischen Reformbewegung. Hagen gehörte zu den ersten Städten mit Bauten der frühen Moderne. Ein Beispiel hierfür ist das Krematorium in Delstern.

Wichtiger Förderer

Bereits 1908 lernte Osthaus den damals 25-jährigen Walter Gropius kennen und schätzen. Osthaus förderte in den darauf­folgenden Jahren intensiv die Karriere des jungen Architekten. Dies trug in besonderer Weise dazu bei, dass Gropius 1919 Gründungsdirektor des Staatlichen Bauhauses in Weimar wurde. Von Hagen gingen somit wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Jugendstils in Richtung „Neues Bauen“ und „Bauhaus“ aus.

Die Epoche zwischen der Zeit um 1900 (Jugendstil und Historismus) und dem Neuen Bauen der Weimarer Republik ist verbindendes Thema der Führungen, mit denen sich Hagen am diesjährigen Weltgästeführertag zum Motto „BAUeinHAUS“ am kommenden Samstag, 9. März, präsentiert.

Die Gästeführerinnen Susanne Müller, Bettina Amort-Kruse sowie Hagens Stadtheimatpfleger Michael Eckhoff führen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei verschiedenen, besonders prägnanten Stadtteilen entgeltfrei in die (Architektur-)­Geschichte dieser spannenden Ära ein.

Drei Hagen-Touren

Ab 10.30 Uhr, Treffpunkt: Hauptbahnhof, Berliner Platz, geht es mit Susanne Müller durch die Innenstadt.

Ab 14 Uhr mit Treffpunkt Hohenhof, Stirnband 10, stehen Karl Ernst Osthaus und der Hagener Impuls im Fokus. Es führt Bettina Amort-Kruse.

Und ab 15 Uhr möchte Michael Eckhoff prägnante Bauten aus der Zeit um 1900/1930 im Bereich Steinplatz, Berliner- und Tillmannsstraße in Haspe zeigen, Treffpunkt: Altes Stadtbad, Berliner Straße 114.

Weitere Veranstaltungen

Für weitere Informationen und Veranstaltungen zum Bauhausjubiläum in Hagen siehe auch bauhaus100.hagen-online.de.

Ein VHS-Vortrag von Michael Eckhoff, der in dieser Übersicht nicht enthalten ist, steht am heutigen Mittwoch, 6. März, ab 19 Uhr in der Stadtbüchereifiliale Hohenlimburg, Stennertstraße, auf der Agenda. Eckhoff spricht über die Hohenlimburger Architektur dieser Epoche.