Weltkulturerbe Hohenhof?

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Hagen. (ME) Eine aktuelle „Osthaus-Meldung“ lässt aufhorchen. Sie betrifft den „Hohenhof“. Die 1906 bis 1908 errichtete Villa am Stirnband, geplant vom seinerzeitigen belgischen Star-Designer Henry van de Velde, wurde jetzt als ein möglicher Kandidat für das Weltkulturerbe der UNESCO ins Spiel gebracht. In Deutschland gibt es bislang rund drei Dutzend Welterbe-Stätten, darunter befinden sich bekanntlich die Kathedralen von Köln, Hildesheim und Aachen, die Zeche Zollverein in Essen, das Rathaus von Bremen, einige Schlösser und Burgen (zum Beispiel die Wartburg) und auch zwei Schulgebäude („Bauhaus“) in Weimar, die ebenfalls von van de Velde geplant worden sind.

Auffallend: Bislang existiert nicht eine einzige Weltkulturerbe-Stätte in Westfalen. Zwar werden immer wieder Vorschläge unterbreitet – so wurden unter anderem bereits die Externsteine, das Schloss Nordkirchen, die Abtei Corvey, das Rathaus zu Münster und die Schiffshebewerke in Waltrop angedacht -, aber zu konkreteren Überlegungen hat dies noch nicht geführt. Nun also wird auch der Hohenhof ins Spiel gebracht.

Dabei stammt die Idee keineswegs von einem hiesigen Lokalpatrioten, sondern von einem renommierten Professor: von Roland Günter. Professor Günter kennt das Ruhrgebiet und das hier befindliche industrielle Erbe wie kaum ein zweiter Bürger. In zahlreichen Veröffentlichungen hat er sich zur Geschichte der Region geäußert. In Oberhausen konnte er maßgeblich zur Rettung einer der historisch bedeutsamsten Arbeitersiedlungen Deutschlands („Eisenheim“) beitragen. Roland Günter ist also kein Spinner, sondern jemand, der weiß, wovon er spricht, wenn er im Hohenhof ein „europäisches Juwel“ sieht.