Wenn der Schmerz den Alltag beherrscht – dann kann „Johannes“ helfen

Dr. Susanne Stehr-Zirngibl, Chefin der Schmerzklinik im Boeler St.-Johannes-Hospital, und Physiotherapeut Dietmar Müller stellten die neuen Räumlichkeiten sowie das Konzept der Tagesklinik vor. (Foto: Christina Schröer)

Hagen. (cs) Dass Chefärztin Dr. Susanne Stehr-Zirngibl die Schmerzklinik im Boeler St.-Johannes-Hospital erweitern durfte, wähend anderswo in Kliniken hauptsächlich gespart wird, freut die Anästhesistin und Ärztin für Intensivmedizin, Palliativmedizin und Chirotherapie besonders.

Denn da, wo der Schmerz den Alltag der Patienten beeinflusst und vor allem einschränkt, soll die Behandlung Abhilfe abschaffen. Das Ziel von Dr. Stehr-Zirngibl und ihrem Team ist die Hilfe zur Selbsthilfe, den Patienten Lebensqualität zurückgeben und womöglich eine Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen.

Tagesklinik

Seit Anfang dieses Jahres gehört der Abteilung für Schmerzmedizin, die sie gemeinsam mit Oberarzt Dr. Hofeditz leitet, auch eine Tagesklinik an – das bedeutet, dass die Therapie tagsüber zwischen 8 und 16 Uhr stattfindet und die Patienten abends zurück in ihr gewohntes Umfeld können.

„Dadurch, dass im Johannes-­Hospital Psychiatrie, Neurologie und die Innere Medizin eng verknüpft sind, ergibt sich ein sehr gutes Netz zur Behandlung von chronischen Krankheiten“, erklärt die Arztin.

Das Ziel im Blick

„Ich hab‘s im Rücken, nicht an der Klatsche“, ist ein Satz, den die Ärztin nicht selten hört. Dass chronische Schmerzen nach Jahren häufig nicht mehr einer konkreten medizinischen Ursache zugeordnet werden können, heißt aber noch lange nicht, dass Patienten sich die Schmerzen gar einbilden. „Natürlich können soziale Faktoren Einfluss auf die Schmerzintentsität nehmen. Beziehungen zu Freunden oder dem Partner wirken sich häufig positiv aus, Leistungsdruck oder Stress negativ“, erklärt Dr. Stehr-Zirngibl.

In der Schmerzklinik sollen Betroffene lernen, den Schmerz positiv zu bewerten und in gewissem Maße mit ihm zu leben. Dazu arbeiten Medziner, Physio- und Ergotherapeuten eng zusammen.

Erfahrungsbericht

Im Rahmen der Eröffnung kam mit Maria Magdalena Schmitz eine Patientin der ersten Stunde zu Wort. „Ich bin bisher sehr zufrieden, und glaube daran, dass mir hier wirklich geholfen werden kann“, sagt sie.

Schmitz ist über das Schmerzsymposium des Johannes-Hospitals auf die Schmerzklinik aufmerksam geworden und wurde letztlich von ihrem Hausarzt dorthin überwiesen. So oder per „Sichtungstermin“ können Patienten einen Platz in der Tagesklinik bekommen. Dazu anmelden können sich Betroffene unter Tel. 02331/ 696172.

Patienten mit chronischen Schmerzen können in Hagen seit dem 1. Januar 2018 in der neuen Tagesklinik für Schmerztherapie unter der Leitung von Dr. Susanne Stehr-Zirngibl im St.-Johannes-Hospital behandelt werden. Dem kleinen visuellen Rundgang über die Station folgt ein ausführlicher Bericht in der Samstagsausgabe des Hagener Wochenkuriers.

Posted by Wochenkurier on Mittwoch, 17. Januar 2018