Wenn ein guter Freund stirbt

Nichts ist unendlich: Auch Freunde fürs Leben gehen irgendwann. Der Tod eines Freundes macht nachdenklich. Doch wie geht man mit so einem Verlust um? (Foto: G. Stoverock)

Nichts ist unendlich: Auch Freunde fürs Leben gehen irgendwann. Der Tod eines Freundes macht nachdenklich. Doch wie geht man mit so einem Verlust um? (Foto: G. Stoverock)

Hagen. Der Tod eines nahen Familienangehörigen ist eine extreme Zäsur im Leben. Das gilt allerdings auch für den Tod eines guten oder des besten Freundes. „Guten Freunden erzählt man von klein auf Dinge, die man in der Familie vielleicht nicht ansprechen würde.
Verstirbt ein langjähriger Freund, verliert man häufig einen seiner wichtigsten Ansprechpartner für wichtige persönliche Themen – ein Zustand, der nur schwer zu fassen ist“, sagt der Vorsitzende des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl.
Unvorbereitet verlassen
Ein Patentrezept für den Umgang mit dem Tod eines guten Freundes gibt es nicht. Im Gegensatz zu Familien­angehörigen, zu denen man oft guten Kontakt hat und von denen man sich zum Beispiel im Krankheitsfall häufig noch verabschieden kann, ereilen einen Todesfälle im Freundeskreis – zumal, wenn man sich noch zu den jüngeren ­Semestern zählen darf – in den meisten Fällen unvorbereitet. Schließlich verlassen Freunde mit den Jahren häufig ihren Heimatort, haben eine eigene Familie und man hört vielleicht nur sporadisch voneinander. Das Gefühl der Verbundenheit bleibt aber ein Leben lang.
Bis zu dem Tag, an dem einen eine letzte, furchtbare Nachricht ereilt. „Hier einen Rat zu erteilen ist schwer. Es gibt aber Möglichkeiten, sich angemessen von einem guten Freund zu verabschieden“, erklärt Stahl. So sei zum Beispiel der persönliche Abschied am offenen Sarg oder überhaupt am Sarg sowie die Organisation einer kleinen Trauerfeier am Grab des Verstorbenen gemeinsam mit den alten Freunden eine Möglichkeit, still Lebewohl zu sagen.
„Hierzu kann man natürlich auch den oder die Hinterbliebenen des Freundes oder der Freundin einladen, um der Trauer noch einmal persönlich Ausdruck zu verleihen“, so Stahl. Auch sei ein gemeinsamer Abend in einem Restaurant oder einem Pub eine schöne Idee: Dort können alte Geschichten erzählt, Fotos von gemeinsamen Erlebnissen gesichtet und gleichzeitig Kontakte wieder aufgefrischt werden. In jedem Fall kann der Tod eines Freundes immer auch eine Mahnung sein, das Leben wieder etwas leichter zu nehmen und es wieder mehr – auch gemeinsam mit alten Freunden – zu genießen.
Wenn die Trauer zusammenführt
Häufig ist es diese Zeit mit Freunden, die einen so manche Sorge vergessen lässt und die ein oder andere lustige Anekdote wieder in Erinnerung ruft. „Kommt es dann eines Tages wider erwarten zum Trauerfall, so bleibt die Erinnerung an die bereichernde Freundschaft, die man Zeit seines Lebens genossen und gepflegt hat“, erklärt Stahl. Dann könne es gut tun, mit den Hinterbliebenen des Verstorbenen in Kontakt zu bleiben – schließlich kannte man den Freund und seine individuellen Eigenarten oft extrem gut und kann viele Geschichten erzählen, die ihn für einen kurzen Moment gedanklich wieder ins Leben zurückholen.Mehr Informationen zum Thema gibt es auch unter www.bundesverband-bestattungsbedarf.de. (DS)