Wer hat ein Herz fürs Rote Kreuz?

Vorhalle. (AnS) „Jeder kann helfen!“ – das Leitmotto des Deutschen Roten Kreuzes ist so einfach wie einprägsam. Anderen zu helfen ist ein Ziel, das sich auch der Ortsverein Vorhalle seit über 100 Jahren auf seine Fahnen geschrieben hat. Aber – wie so oft auch in anderen Vereinen: der Nachwuchs fehlt.

Klaus Meyer und Edgar Sobek (r.) sind Urgesteine im DRK Vorhalle. Jetzt wollen sie auch den Nachwuchs animieren, beim Ehrenamt mitzumachen.(Foto: Anja Schade)
Klaus Meyer und Edgar Sobek (r.) sind Urgesteine im DRK Vorhalle. Jetzt wollen sie auch den Nachwuchs animieren, beim Ehrenamt mitzumachen.(Foto: Anja Schade)

„57 aktive Mitglieder sind zur Zeit noch dabei“, erklären der erste Vorsitzende Klaus Meyer und Edgar Sobek, Beisitzer im Vorstand. Beide sind Urgesteine im Vorhaller DRK, seit 56 Jahren bzw. über 40 Jahren dabei. Die Bereitschaft und das Interesse sind zwar oft da: Die Funktion des Ehrenamts hat allerdings auch hier gelitten.

„Die Gesellschaft hat sich einfach verändert“, hat Edgar Sobek festgestellt. Alles ist schnelllebiger geworden, der Beruf und die Schule nehmen einen anderen Stellenwert ein. Auch die Familie wird zu solchen Aktivitäten nicht mehr mitgenommen. Viele Arbeitgeber seien nicht mehr so freigiebig wie es früher einmal war. Denn ein solches Amt verlangt Einsatz – und die kostet Zeit. Sobek hat wie auch Klaus Meyer einen Hauptteil seiner Freizeit der vergangenen Jahre im Ortsverein verbracht.

Mit Herzblut

Schöne Zeiten waren es und sind es noch. „Wir sind durch Freunde auf das DRK aufmerksam geworden“, erinnern sich die beiden Aktivisten. Sie kennen das Rote Kreuz von der Pike auf – mit Herzblut sind sie dabei, haben sich hochgearbeitet und es zu Führungsfunktionen gebracht.

Permanent auf Abruf sein – das kann durchaus eine Aufgabe der Mitglieder sein. „Wie oft haben wir im Stau auf der Autobahn als Hilfsdienst gearbeitet, Decken, Tee und Babynahrung verteilt.“ Bei Konzerten, heimischen Großveranstaltungen, Karnevalsumzügen oder Fußballspielen werden sie angefordert.

Manchmal steht auch der Zufall Pate: „Bei einem Brand in der Reichsbahnstraße vor einigen Jahren war unser Trupp zufällig anwesend. Durch die schnelle Hilfe konnte ein Baby gerettet werden.“ Solche Einsätze machen die DRKler stolz und sicher, das Richtige zu tun und ihre Zeit sinnvoll zu opfern.

Fundierte Ausbildung

Was bietet denn der Ortsverein jungen Menschen? „Auf jeden Fall eine fundierte kostenlose Ausbildung mit Schutzausrüstung und allem, was dazu gehört, und Einsätze an interessanten Orten“, macht Klaus Meyer Werbung.

Das DRK in Vorhalle ist aber nicht nur Sanitätsdienst, sondern es gehört beispielweise auch eine Kleiderkammer dazu, die mit XXL-Größen aufwartet. Hier ist auch Hilfe gefragt. Und die familiäre Atmosphäre wissen die Vorhaller ebenfalls zu schätzen.

Treffen auch für Kinder

Jeden Donnerstag treffen sich die Vorhaller ab 18.30 Uhr im vereinseigenen Haus in der Reichsbahnstraße 6, freitags sind die Kinder und Jugendlichen ab 17.30 Uhr an der Reihe. Die Jungen und Mädchen ab acht Jahren werden spielerisch und kindgerecht an das Thema „Erste Hilfe“ herangeführt. Wer Interesse hat, kann einfach mal vorbeikommen oder sich vorab per Mail unter DRK-Vorhalle@arcor.de oder Tel. 02331/ 305199 informieren.