Wer knabbert da an meinem Buchsbaum?

Der Buchsbaumzünsler: Gefräßiger Schädling im Garten. (Foto: Verband Wohneigentum NRW)

Hagen. (Red./tau) Der Buchsbaum ist aus heimischen Gärten kaum noch wegzudenken. Ob als Strauch, als Hecke zur Beetumrandung oder als dekorative, oft kreativ beschnittene Einzelpflanze: der Buchsbaum erfreut sich großer Beliebtheit. Umso schlimmer trifft es Pflanzenfreunde, wenn der Buchsbaumzünsler zum ungebetenen Gast im Garten wird.

In NRW ist der Schädling derzeit kräftig auf dem Vormarsch. Der Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen gibt Tipps im Umgang mit dem gefräßigen Eindringling.

Gefräßiger Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler stammt aus Ostasien und wurde erstmals 2006 in Deutschland nachgewiesen. Er gilt als bedeutendster Schadenserreger an Buchsbäumen – neben dem Buchsbaumtriebsterben, einer Pilzerkrankung.

Fraß-Schäden entstehen zunächst an den Blättern im Inneren der Pflanze. Später fressen die Raupen auch an der Rinde der dünnen bis mittleren Zweige. Ein Befall kann zum Absterben der gesamten Pflanze führen. Drei oder vier Raupen können ein kleineres Buchsbäumchen in kürzester Zeit komplett abnagen.

Aussehen

Die Larven (Raupen) werden bis zu 5 cm lang. Sie sind grün mit schwarzen Punkten und Streifen sowie einem schwarzem Kopf. Der bis zu 4 cm große Falter (Schmetterling) ist meist weiß mit dunklem Rand, seltener auch ganz schwarz. Er lebt an der Blattunterseite anderer Gartengehölze.

Fraß-Tätigkeit

Die Überwinterung findet als Raupe im Gespinst statt. Der Raupenfraß beginnt bei konstanten Temperaturen ab etwa 10° bis 12° C im inneren und unteren Bereich der Pflanzen. In milden Jahren kann das bereits ab Mitte März der Fall sein, in geschützten oder klimatisch milden Lagen auch früher.

Während der Überwinterung der Raupen und zu Beginn der Fraß-Tätigkeit habenZ diese eine Größe von etwa 5 mm.

Mehrere Generationen

In der Regel entwickeln sich zwei bis drei Generationen im Jahr. Das heißt: Hat ein befallender Baum es geschafft, einen Befall zu überleben, kann er möglicherweile durch eine zweite oder dritte Generation der Schädlinge doch noch vernichtet werden.

Entwicklung

Insgesamt durchläuft der Buchsbaumzünsler bis zu sieben Larvenstadien in drei bis zehn Wochen, je nach Witterung. Die anschließende Zeit der Verpuppung beträgt dann etwa sieben Tage.

Der aus der Verpuppung hervorgehende, nachtaktive Falter hat eine Lebensdauer von rund acht Tagen.

Ein weiblicher Falter legt bis zu 150 Eier auf den Blattunterseiten ab. Erste Larven schlüpfen unter guten Bedingungen schon nach etwa drei Tagen. Wer den Tieren auf den Pelz rücken will, muss Kontrollen auf Larven bereits 12 Tage nach Falterflug durchführen.

Mit Falterflügen muss man etwa Anfang Juni, im August und im September rechnen.

Bekämpfung

Fachleute meinen, eine Bekämpfung des Schädlings sei so gut wie unmöglich.

Um möglichst effektiv gegen den Buchsbaumzünsler vorzugehen, sollten betroffene Gartenbesitzer ihre Buchsbäume einer regelmäßigen und intensiven Kontrolle unterziehen.

Die umweltverträglichste Variante ist ein Absammeln der Raupen und Gespinste: Abgesammelte Raupen vernichten, nicht über Kompost oder grüne Tonne entsorgen, sondern am besten – wichtig: luftdicht verpackt – im Restmüll.

Ist das Absammeln nicht oder nicht ausreichend möglich, kann man es mit einem Mittel auf Bacillus-Thuringiensis-Basis versuchen. Bei der Ausbringung auf eine gleichmäßige Benetzung der gesamten Pflanze zu achten. Das Gehölz-

innere muss unbedingt mitbehandelt werden. Und: Die Raupen müssen mit dem Mittel in Kontakt kommen.

Pheromonfallen

Pheromonfallen, die die männlichen Falter anlocken, eignen sich nur zur Kontrolle des Falterfluges. Eine ausreichende Bekämpfung findet dabei nicht statt. Zeigen sich erste Falter, kann nach etwa 12 Tagen mit den ersten Raupen gerechnet werden. Es empfiehlt sich, die Pheromonfallen bis etwa Mitte Oktober anzubringen.

Weitere Tipps

Auf verschiedenste Art und Weise haben Gärtner bereits versucht, die Schädlinge zu vernichten. Hier ein paar Tipps, was man bei den am häufigsten praktizierten Maßnahmen unbedingt beachten sollte:

  • Beim Einsatz von Laubbläsern zum Herausblasen der Raupen kann eine Verbreitung der Sporen erfolgen, wenn die Pflanze befallen ist.
  • Beim Einsatz eines Hochdruckreinigers können die Pflanzen durch zu hohen Druck beschädigt werden. Es muss gewährleistet sein, dass die Pflanzen rasch abtrocknen.
  • Bei einem hohen Einsatz von Bacillus-Thuringiensis-Präparaten kann es zu Resistenzen kommen. Ein Wirkstoffwechsel mit Mitteln auf Pyre­thrin-Basis oder Azadirachtin-Basis ist zu empfehlen.

Weitere Tipps gibt der Verband auf Anfrage per Mail: info@­wohneigentum.nrw