Wer zerstörte Futterplätze?

Hagen. (anna) Rentner Heinz-Günter Döhler aus der Bergstraße hat viel Zeit, manchmal zu viel. Vor allen Dingen fehlen ihm Menschen „zum Quasseln“. Die berufstätige Tochter mit zwei Kindern hat wenig Zeit. Also suchte sich der 66-Jährige eine Beschäftigung.

Vor vier Jahren begann der ehemalige Bahnarbeiter seinen Balkon in ein Vogelparadies umzugestalten. Er verschaffte sich die entsprechende Fachliteratur und fütterte fortan die heimischen Singvögel. Er baute Futterhäuschen, Nisthilfen, Meisentöpfe und kaufte Drahtkörbe für das Nussfutter. „Im letzten Winter konnte ich Trauben von Meisen beobachten, wie sie sich über meine Leckereien hermachten“, berichtet Döhler. Doch die Nachbarn im Genossenschaftshaus nebenan beschwerten sich über den Dreck und Heinz-Günter Döhler wurde das Füttern auf dem Gelände untersagt.

Hinter dem Genossenschaftsgrundstück verläuft ein Weg von der Augusta- bis zur Konkordiastraße, der mit Bäumen eingefasst ist. Und die brachten den Rentner auf eine Idee. Er verlängerte eine Teleskopstange mit einem Besen und hievte die Futtersachen und Nistkästen in diese Bäume hinein. So konnte er fortan seine geliebten Piepmätze vom Balkon aus beobachten und hatte täglich etwas zu tun. Von seiner geringen Rente zweigt er gern die Kosten für die Vogelleckereien ab. „Im letzten Winter habe ich bestimmt viele gefiederte Freunde gerettet“, ist der 66-Jährige überzeugt, „dafür fressen meine Lieblinge im Sommer die Mücken.“

Zerstörer haben zugeschlagen

Doch der Rentner ist momentan reichlich verzweifelt. Zum dritten Mal in Folge haben Unbekannte zugeschlagen. Einmal entwendeten sie die Nistkästen, ein zweites Mal die Futterhäuschen und Drahtkörbe. Vor ein paar Tagen haben unbekannte Täter alles kurz und klein geschlagen. „Ich habe bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet“, berichtet Döhler, „aber viel bringen wird das sicherlich nicht. Doch es ist eine Sachbeschädigung und ich kann nicht ständig alles neu kaufen.“

Jetzt will Heinz-Günter Döhler eine Belohnung von 50 Euro für die Ergreifung des oder der Täter aussetzen. Er will endlich wieder in Frieden leben. Der Vogelfreund ist unter Telefon 182-987 erreichbar.