Werkhof und Rotary

Hohenlimburg. (th) Noch ist es nur eine ziemlich leere und ziemlich große Halle, außerdem ziemlich kalt zu dieser Jahreszeit. Doch schon ziemlich bald soll diese Halle voll sein, voll mit Menschen, mit ihren Rufen und ihrem Lachen – und mit jeder Menge Sand. Der Werkhof und der Rotary-Club Hagen-Lenne möchten in der Obernahmer einen Ort der Begegnung für Flüchtlinge und Einheimische schaffen.

Arbeit und Freizeitgestaltung, beides soll für Flüchtlinge demnächst in der Obernahmerstraße 10 bis 12 in Hohenlimburg möglich sein. Für Ersteres stehen die angrenzenden Metallwerkstätten zur Verfügung, für Letzteres müssen erst noch Möglichkeiten geschaffen werden. Genau das möchte Ralph Osthoff, Geschäftsführer des Werkhofs, jetzt in Angriff nehmen, und in den Rotariern hat er die nötigen Unterstützer gefunden.

Wirkung  zeigen

„Von der Willkommenskultur zur gelungenen Integration“ überzugehen, das ist für Osthoff das Gebot der Stunde. „Dabei muss nicht alles perfekt sein, aber es muss Wirkung zeigen“. Und eine sehr wirkungsvolle Methode zur Integration ist Sport. So kam er auf die Idee, die leerstehenden Räumlichkeiten des Werkhofs in der Obernahmer zu einem Indoor-Sportfeld umzubauen.

Die Halle bietet dafür optimale Voraussetzungen. Sie bietet genug Platz und ist bereits fast vollständig leergeräumt. Nur eine kleine Mauer muss noch weg, dann kann der Aufbau auch schon beginnen. Dafür werden Netze benötigt, Tore, und die bereits erwähnte große Menge an Sand, denn Beachvolleyball und Beachsoccer sollen gespielt werden. Hierfür wiederum fehlt es dem Werkhof allerdings an den notwendigen finanziellen Mitteln.

Gesucht, gefunden

Und hier treten die Rotarier auf den Plan. Mehr oder weniger zufällig kam Osthoff mit Mitgliedern des Rotary-Clubs Hagen-Lenne ins Gespräch – beim Sortieren von Kleiderspenden im Keller der Diakonie – und berichtete von seiner Idee. Die Rotarier wiederum waren gerade auf der Suche nach einem nachhaltigen Projekt zur Integration von Flüchtlingen, das sie unterstützen können.

„Unser Interesse liegt in Projekten, die die Integration langfristig fördern“, erläutert Hans-Otto Franz, Präsident des Rotary-Clubs Hagen-Lenne. Osthoffs Plan kam da gerade recht, und schnell einigte man sich auf eine Zusammenarbeit. Beide bringen dabei ein, was sie können: Der Werkhof die Idee und die Halle, die Rotarier die finanziellen Mittel. Eine perfekte Symbiose.

Ehrenamtliche gesucht

Beide Seiten können außerdem auf ihr Netzwerk zurückgreifen, um die benötigten Helferinnen und Helfer zu finden, denn ohne ehrenamtliche Arbeit würde das Vorhaben wahrscheinlich scheitern. Zwar sollen die Flüchtlinge auch beim Aufbau schon mit eingebunden werden, doch vor allem wenn das Projekt wirklich „am Laufen“ ist, braucht es viel Unterstützung aus der Bevölkerung.

Die Flüchtlinge sollen auf keinen Fall unter sich bleiben, es geht ja gerade um Begegnung und Integration. Auch für die Hagener Bevölkerung soll das Angebot gelten, außerdem soll in der oberen Etage ein Café mit Billiard und Darts entstehen. Dafür braucht es Helferinnen und Helfer sowie ganz normale Gäste, die mit den Flüchtlingen ins Gespräch kommen, Freundschaften knüpfen und einen wahrhaften Ort der Begegnung ermöglichen. „Nebenbei“ soll übrigens auch eine unterschwellige Sprachförderung stattfinden.

Für Ehrenamtliche, die sich in irgendeiner Form an diesem Projekt beteiligen möchten, wird der Werkhof am Mittwoch, 9. Dezember 2015, um 17 Uhr einen Info-Abend in der Herrenstraße 17 veranstalten. Wer an diesem Abend nicht zu kommen vermag, aber trotzdem mithelfen möchte, kann sich unter Tel. 0177/2929113 informieren. „Integration kann gelingen“, ist sich Ralph Osthoff sicher, „aber man muss es rasch anpacken.“