„West of Africa“

Hagen. (lz) Wollten Sie schon immer mal Bürgermeister auf den Kanarischen Inseln werden und mit Entdeckergeist und strategischem Denken zum Erfolg kommen? Dann ist „West of Africa“ vom Hagener Spiele-Erfinder Martin Schlegel genau das Richtige.

Geschichte spielerisch erleben

Im März erschien das Spiel des  69-Jährigen, das ursprünglich unter dem Titel „Lancelotto Malocello“ veröffentlicht werden sollte. Denn Malocello gilt als jener Kaufmann und Seefahrer, der die Kanaren 1312 wieder entdeckte. Um den Titel des Strategiespiels, das von zwei bis fünf Abenteurern gespielt werden kann, internationaler zu gestalten, wurde aus „Lancelotto Malocello“ dann „West of Africa“.

Auf dem Spielbrett sind die westlichen Kanarischen Inseln La Palma, La Gomera, El Hierro, die mittleren Inseln Tenerife und Gran Canaria sowie die östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura verzeichnet. Seeverbindungslinien vereinen die drei Regionen und sind jeweils durch einen Hafen gekennzeichnet. Jede Insel besitzt einzelne Felder zum Anbau von drei wichtigen Gütern: Trauben, Weizen und Rohrzucker.

Anbauen, Ernten, Siedlung gründen

Doch was genau ist die Aufgabe in „West of Africa“? „Durch das Bearbeiten von Äckern, das Ernten, Transportieren und Verkaufen von Gütern erhält der Spieler mehr und mehr Einfluss und kann zum Beispiel eine Siedlung gründen“, erklärt Martin Schlegel. „Doch der Spieler gerät immer wieder in ein Dilemma, denn die Auswahl der Aktionen ist groß und je mehr ein Spieler anstrebt, desto mehr kann er ins Hintertreffen geraten“, fügt er an.

Spielregeln

Diese logische Konsequenz ergibt sich daraus, dass jeweils drei bis fünf Karten gewählt werden können, die wiederum Zahlen enthalten. Zählt man diese zusammen, so bestimmt man die Reihenfolge der Spieler: Der Spieler mit den meisten Aktionskarten und den höchsten Punkten ist als letztes am Zug. In dieser Zeit können andere Spieler selbstverständlich bereits geplante Spielzüge durchkreuzen. Acht Plättchen mit insgesamt drei verschiedenen Gütern (Trauben, Weizen, Rohrzucker) stehen für Anbau, Ernte und Verkauf zur Verfügung.

Jeder Spieler vollzieht seine Spielzüge durch drei Figuren, die sogenannten „Arbeiter“. Oberstes Ziel ist es, mit möglichst vielen Siegpunkten und gleichzeitig einer Menge Geldpunkten zum „Alcalde“ (Bürgermeister) einer Insel aufzusteigen.

Entstehungsphasen

„West Africa bietet viele Überraschungsmomente“, beteuert der Spiele-Erfinder. Und wie lange dauert die Entwicklung eines solchen Spiels? „Um wirklich ein passendes Konzept zu entwickeln, dauert es mindestens ein halbes Jahr“, so Martin Schlegel. „In diesem Fall habe ich bereits 2007 mit der Planung angefangen, doch es gab immer wieder Schwachstellen. Lösungen kamen dann durch Veranstaltungen wie die Ratinger Spieletage. Und am Ende bin ich durch den Hippodice-Wettbewerb doch noch zur Veröffentlichung gekommen.“

Beim Hippodice-Wettbewerb, bei dem jedes Jahr Protoypen vorgestellt wurden, landete das Spiel, damals noch unter dem Namen „Lancelotto Malcello“ bekannt, auf Platz 1. Der Blackfire-Verlag griff zu und entwickelte zusammen mit Schlegel die weitere Umsetzung dieses strategischen Brettspiels.

Mit Köpfchen und Spaß

„Am Ende geht es um den Spaß und gute Unterhaltung“, meint Schlegel. Als jahrzehntelanger Schach-Spieler – schon 1960 trat er einem Schachverein bei – weiß der Spiele-Erfinder, wovon er spricht. „Beim Schach sitzt man oft fünf Stunden stumm und niemand redet ein Wort. Meine Spiele sollen Spaß machen“, erklärt er.

Ein Strategiespiel mit Glückskomponenten also. Die Regeln bei „West of Africa“ scheinen übersichtlich, es gibt keine „wenn-dann“-Bedingungen und doch bleibt Spielraum für Strategie und Überraschungsmomente.