WG-Projekt für Intensivpatienten

Hagen. (ric) „Der Patient im Mittelpunkt“: Dies ist der Grundsatz bei „Holas“, des ambulanten Pflege- und Beatmungsdienstes. Als einzige Einrichtung in Hagen bietet „Holas“ Wohngemeinschaften (WG) für Intensivpatienten – und dies mit Emst und Eckesey gleich an zwei Standorten. „Unsere Patienten haben mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern zu tun“, erklärt Katja Quasdorf von der Emster Wohngemeinschaft. „Manche sind von Geburt an krank. Es kann aber auch sein, dass Beatmungen durch einen Unfall möglich wurden.“

Die Mitarbeiter der „Holas“-Wohngemeinschaft auf Emst bieten kompetente Hilfe, Unterstützung und Beratung für Intensiv- und Beatmungspatienten. Eine zentrale Rolle spielt das familiäre Miteinander. (Foto: Ricarda Becker)

Egal, welcher Grund nun für die Erkrankung vorliegt, eines zählt immer: Der Pflege- und Betreuungsaufwand ist immens. Eine angemessene Versorgung kann in den eigenen vier Wänden durch Angehörige und einen ambulanten Dienst nicht immer oder dauerhaft ermöglicht werden. Und eine solche Betreuung bedeutet für die Angehörigen eine enorme Belastung und viel Stress. Je nach Krankheitsbild kann es passieren, dass der Verwandte das eigene Leben komplett vernachlässigen muss, will er die Bedürfnisse des Kranken gänzlich versorgen. Und da manche der Patienten noch jung sind oder das Krankheitsbild sehr speziell ist, kann auch ein Seniorenheim nicht immer die richtige Wahl sein.

Viel Zeit und Menschlichkeit

„Hier bieten wir die perfekte Lösung“, erklärt Katja Quasdorf. Früher arbeitete sie in einem Krankenhaus, kennt die Abläufe, den Stress, die Belastung, viele Menschen versorgen zu müssen. „In unseren Wohngemeinschaften finden je sechs Personen ein neues Zuhause. Wir haben also für wirklich jeden Patienten genügend Zeit – nicht nur für die Pflege, sondern auch für das menschliche Miteinander.“

„Zuhause“

Und die steht bei „Holas“ sowieso im Mittelpunkt: Der „Zuhause-Charakter“ ist enorm wichtig. Die Bewohner und ihre Angehörigen sollen sich wohlfühlen und sich entspannen können. Zeit für Gespräche, das Miteinander, spielen eine zentrale Rolle. Angehörige kommen, wann immer sie wollen, zu Besuch. „Manche haben sogar ihre Hausschuhe hier. Mitarbeiter und Angehörige frühstücken oft miteinander“, freut sich Quasdorf.

Wohlfühlen

Ruhe und Behaglichkeit strahlt aber auch die Umgebung aus: Mit gemütlichen Sesseln, farbenfrohen Wänden und modernen Möbeln wurde ein Rückzugsort geschaffen, der perfekte Bedingungen für die Bedürfnisse von Patienten, Verwandten und Personal bietet.

„Wir sind wie eine kleine Familie“, ist sich auch die Mitarbeiterin Marzenna Wysocka sicher. „So fällt es auch allen leichter, gesetzte Ziele zu erreichen. Schließlich sollen die Patienten auch gefördert werden.“ Wieder selbstständig zu atmen zählt dabei ebenso dazu wie ein Spaziergang mit dem Rollator. Und auch Wachkomapatienten werden individuell und gezielt gefördert. Unterstützt wird „Holas“ durch ein verlässliches Ärzteteam, Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten.

Wird einmal ein Krankenhausaufenthalt nötig, so begleiten die Mitarbeiter ihre Patienten und besuchen sie regelmäßig. Schließlich besteht zwischen ihnen ein intensives Vertrauensverhältnis. Dies kann auch Marzenna Wysocka nur bestätigen: „Egal was passiert: Hier bleibt der Mensch ein Mensch.“