Wie Autofahrer im Alter sicher mobil bleiben

Hagen. (Red./ME) Die Veränderungen geschehen nicht über Nacht – sie kommen schleichend daher, entwickeln sich über Jahre hinweg. Fast unbemerkt. Die Rede ist von altersbedingten Beeinträchtigungen, die Auswirkungen auf die Sicherheit haben, mit der ältere Menschen am Straßenverkehr teilnehmen.

Fit genug?

Fit genug zum Autofahren? Viele beantworten die Frage spontan und uneingeschränkt mit „Ja“ – schließlich blicken sie auf eine jahrzehntelange Fahrpraxis zurück. Und doch spürt jeder, dass sich bestimmte Fähigkeiten mit dem Alter verändern: Sehkraft und Hörvermögen, Reaktion, Koordination und Beweglichkeit lassen nach. Das bedeutet jedoch keineswegs das Ende der persönlichen „Automobilität“.

Wie man sich auf mögliche Veränderungen einstellt, sich im Alter fit für den Verkehr hält und welche Alternativen sich anbieten, sind die Themen des wochenkurier-Lesertelefons mit drei Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Rufen Sie an! Am morgigen Donnerstag, 11. Dezember 2014, sind die Telefone unter 0800 – 0604000 gebührenfrei zwischen 10 und 15 Uhr geschaltet.

Risikofaktor Alter?

„82-jähriger Geisterfahrer von der Polizei gestoppt“ – es sind solche Meldungen, die das Bild vom gefährlichen Rentner am Steuer als Klischee verbreiten. Doch hält die Realität diesem Vorurteil Stand? Statistisch gesehen verursachen Autofahrer zwischen 65 und 75 weniger Unfälle als der Durchschnitt. Doch ab dem 75. Lebensjahr steigt die Unfallbeteiligung an, wie eine Studie der Universität Zürich im vergangenen Jahr belegte: Autofahrer über 80 Jahre verursachen demnach bis zu dreimal mehr Verkehrsunfälle mit Sachschaden als jüngere Autofahrer.

Auf Platz zwei der Unfallhäufigkeit landen die 75- bis 80-jährigen, erst an dritter Stelle die jungen Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren. Mit Blick auf die demographische Entwicklung wird deutlich: Zukünftig wird der Anteil der älteren Autofahrer stark zunehmen – und damit die Bedeutung von Lösungen, die die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Senioren und die allgemeine Verkehrssicherheit unter einen Hut bringen.

„Rentner-TÜV“?

Was Älteren die Mobilität mit dem eigenen Auto bedeutet, ließ 2012 der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in einer Forsa-Umfrage ermitteln. 93 Prozent ist es wichtig oder sogar sehr wichtig, sich selbstständig mit dem Auto fortbewegen zu können. Einkäufe, Besuche, Reisen… – die Möglichkeit, das alles mit dem eigenen Auto zu unternehmen, ist nicht zuletzt auch eine Form der gesellschaftlichen Teilhabe.

An den nachlassenden Fähigkeiten, im immer anspruchsvolleren Verkehrsgeschehen den Überblick zu behalten, ändert das jedoch nichts. Statt auf gesetzlich verordnete Gesundheitschecks wie in den Niederlanden, Schweden, Spanien und der Schweiz, setzt man hierzulande auf die Eigenverantwortung der Senioren: Die Fahrtauglichkeit so lange wie möglich bewahren und regelmäßig bei freiwilligen Gesundheitschecks überprüfen lassen, Fahrzeuge mit moderner technischer Ausstattung nutzen, Trainings- und Seminarprogramme in Anspruch nehmen. Und wer merkt, dass er den Anforderungen des Autofahrens nicht mehr gewachsen ist, sollte den „Ausstieg“ rechtzeitig planen.

Fahrtauglichkeit?

Woran erkenne ich bei mir selbst eine abnehmende Fahrtauglichkeit? An wen kann ich mich wenden, um einen Gesundheitscheck zu machen? Was wird im Einzelnen untersucht – und was passiert, wenn ich schlecht abschneide? Können Medikamente die Fahrtauglichkeit beeinflussen? Welche technische Unterstützung bieten Fahrzeuge, damit ich im Alter sicher fahre? Was bringen Fahrsicherheitstrainings? Welche Alternativen zum eigenen Auto kann ich nutzen?

Fragen über Fragen – auch für Angehörige. Kompetente Beratung erhalten die Hagener von den Experten am Lesertelefon – Rufen Sie an!

Am Donnerstag, 11. Dezember 2014, zwischen 10 und 15 Uhr.

Der Anruf unter 08 00 / 0 60 40 00 ist gebührenfrei.

Es antworten: Sandra Demuth,Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR), Bonn; Dr. med. Martina Albrecht, Oberregierungsrätin, Referat Verkehrspsychologie und Verkehrsmedizin, Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt), Bergisch Gladbach; und Tatjana Contzen, Pädagogische Leiterin der Verkehrs-Kolleg GmbH, Leverkusen.